Mögliche Milliarden-Abspaltung bei Siemens Energy - Bringt das der Aktie einen Schub?

Der Konzern prüft wohl die Trennung von seiner Industriesparte. Dahinter steckt eine klare Wette: Wer sich auf Netztechnik fokussiert, kann an der Börse mit höheren Bewertungen rechnen.
Werte in diesem Artikel
Siemens Energy will schlanker werden. Konzernstrategen prüfen laut einem internen Papier, das das Manager Magazin veröffentlichte, ob die Sparte "Transformation of Industry" ausgegliedert oder an die Börse gebracht werden soll. Die Einheit bündelt Kompressoren, Dampfturbinen und Wasserstofftechnologien, beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 5,7 Milliarden Euro. Eine Entscheidung steht noch aus. Das Unternehmen bestätigt lediglich eine laufende Portfolioüberprüfung.
Warum der Umbau jetzt Sinn ergibt
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Siemens Energy steht operativ so gut da wie selten zuvor. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres kletterte der Auftragseingang auf 17,7 Milliarden Euro, der Gesamtauftragsbestand erreichte 154 Milliarden Euro. Den Nettogewinn für 2026 peilt der Vorstand auf rund 4 Milliarden Euro an, den Free Cashflow vor Steuern auf etwa 8 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum soll 14 bis 16 Prozent betragen, verglichen mit dem Vorjahr. Aus einer Position der Stärke heraus lässt sich ein Umbau nun sauber finanzieren und kommunizieren.
Was Analysten und Aktionäre sagen
Das US-Analysehaus Jefferies begrüßt die Abspaltungsüberlegungen ausdrücklich und hält an einem Kursziel von 215 Euro fest, was Analyst Lucas Ferhani mit Wachstumspotenzial im Gasturbinen- und Netzgeschäft sowie höheren Ausschüttungen für Aktionäre begründet. Das Ziel liegt rund 27 Prozent über dem aktuellen Kurs von rund 162 Euro und deutlich über dem Analystenkonsens, der aus elf Einschätzungen bei rund 186 Euro liegt. Die Bandbreite der Kursziele reicht von 110 bis 225 Euro, wobei JPMorgan mit einem Overweight-Votum und 225 Euro die optimistische Seite anführt. Deutsche Bank bestätigte zuletzt eine Kaufempfehlung mit 200 Euro. Die breite Spanne zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die nachhaltige Margenfähigkeit einschätzen. Gegenwind kommt von zwei Seiten: Aktivist Ananym Capital fordert statt einer Abspaltung der Industriesparte die Trennung von der Windkrafttochter Siemens Gamesa, die Konzernchef Christian Bruch im Konzern halten will. Zugleich belastet eine Branchenstudie über nachlassenden Schwung im Bereich erneuerbarer Energien die kurzfristige Stimmung.
Abspaltung als Wette auf höhere Bewertungsmultiplikatoren
Die Logik hinter dem möglichen Schritt ist kapitalmarktgetrieben. Pure-Play-Unternehmen mit klarem Geschäftsprofil werden an der Börse in der Regel mit höheren Multiplikatoren bewertet als diversifizierte Konglomerate. Analysten beziffern den Wert der Industriesparte auf rund 12,4 Milliarden Euro. Eine Trennung würde diesen Wert sichtbar machen, das Margenprofil des verbleibenden Konzerns verbessern und Kapital für das laufende Aktienrückkaufprogramm freisetzen, das bis Ende September 2026 Rückkäufe für bis zu 1 Milliarde Euro vorsieht. Das Risiko bleibt die Ausführung. Übergangskosten, Governance-Fragen und operative Kontinuität entscheiden darüber, ob aus strategischer Logik messbarer Aktionärswert wird. Operativ ist der Titel bereits hoch bewertet: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut 60, der Kurs übersteigt den Buchwert um mehr als das Zwölffache. Ein schwächeres Quartal könnte die Bewertung unter Druck setzen.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Ausgewählte Hebelprodukte auf Siemens Energy
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Siemens Energy
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Siemens Energy News
Bildquellen: Siemens Energy AG
