SAP-Aktie steigt trotz Kurszielsenkung: Warum Barclays jetzt vorsichtiger wird
Barclays bestätigt die Kaufempfehlung für SAP, kappt aber das Kursziel. Was die Analysten an der Kostenseite stört.
Werte in diesem Artikel
- Barclays senkt SAP-Kursziel
- Sorge um Kostenentwicklung trotz starkem Umsatzwachstum im zweiten Quartal
- Expertenmeinung im Blick
Die britische Investmentbank Barclays hat einen neuen Research-Bericht zum Softwarekonzern SAP veröffentlicht. Wie IT-Times berichtet, bestätigen die Analysten in ihrer Studie von Montag zwar die Einstufung "Overweight" für SAP, senken aber gleichzeitig das Kursziel von 255 auf 220 Euro. Grund dafür sind laut dem Bericht Unklarheiten bei der kurzfristigen Kostenentwicklung des Konzerns, die den Ausblick auf die Gewinnseite trüben, während die Umsatzseite aus Sicht von Barclays weiter überzeugt. Anleger schreckt das jedoch bisher nicht ab: Zeitweise zieht die SAP-Aktie via XETRA um 1,88 Prozent auf 154,12 Euro an.
SAP-Aktie: Barclays sieht Risiken bei der Kostenseite
Wie IT-Times weiter berichtet, reduziert Barclays die Gewinnprognosen für SAP, weil sich die Kostenentwicklung auf kurze Sicht laut den Analysten "möglicherweise als weniger vorhersehbar erweisen könnte". Gleichzeitig verweisen die Experten auf eine wachsende Nachfrage im Bereich künstlicher Intelligenz sowie auf eine stärker als erwartet ausgefallene Auftragspipeline für die zweite Jahreshälfte, die das Vertrauen in die Umsatzprognose stützt. Die gemischte Einschätzung erklärt, warum Barclays trotz des gesenkten Kursziels an der Kaufempfehlung festhält: Die Wachstumsstory bleibt intakt, doch die Ergebnisqualität steht laut den Analysten kurzfristig unter größerer Unsicherheit als zuvor angenommen.
Umsatz wächst, Marge bröckelt
Die zugrunde liegenden Zahlen liefert das zweite Quartal 2026, das ein beschleunigtes Wachstum zeigt. Der Unternehmensumsatz nach IFRS stieg um neun Prozent zum Vorjahr auf 9,878 Milliarden Euro, währungsbereinigt sogar um zehn Prozent. Das Betriebsergebnis legte im gleichen Zeitraum um acht Prozent auf 2,643 Milliarden Euro zu, womit es langsamer wuchs als der Umsatz und die operative Marge von 27,2 auf 26,8 Prozent absinken ließ. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 1,44 auf 1,88 Euro, während der Free-Cash-Flow nach Non-IFRS-Rechnung um 27 Prozent auf 3,002 Milliarden Euro zulegte. Zudem verzeichnete SAP im zweiten Quartal ein wieder anziehendes Geschäft in den USA, nachdem der Umsatz dort in den beiden Vorquartalen rückläufig gewesen war, während die Heimatregion EMEA weiterhin als Zugpferd fungierte.
Ausblick für 2026 bestätigt
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt SAP einen Ausblick, der ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr mit 10,6 Prozent vorsieht, eine Beschleunigung wird erst für 2027 erwartet. Die Cloud-Erlöse sollen sich auf 25,8 bis 26,8 Milliarden Euro belaufen, nach 21,02 Milliarden Euro im Vorjahr, was einem währungsbereinigten Plus von 23 bis 25 Prozent entspricht. Beim Betriebsergebnis rechnet der Konzern mit 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro nach 10,42 Milliarden Euro im Vorjahr, der Free-Cash-Flow soll auf rund zehn Milliarden Euro nach 8,24 Milliarden Euro steigen. Der Current Cloud Backlog, der im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 22,929 Milliarden Euro zulegte, soll im Gesamtjahr laut Unternehmensangabe etwas langsamer wachsen als die 25 Prozent aus dem Vorjahr.
Damit bleibt SAP im laufenden Jahr trotz der jüngsten Kursbewegung deutlich hinter dem breiten Markt zurück: Die Aktie hat 2026 bislang rund 24 Prozent verloren, während der DAX als Benchmark um knapp vier Prozent zulegen konnte. Ob sich die von Barclays angesprochenen Kostenrisiken in den kommenden Quartalsberichten bestätigen oder ob die stärkere Auftragspipeline für die zweite Jahreshälfte überwiegt, dürfte sich spätestens mit den nächsten Zahlen zur Kostenentwicklung zeigen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| 27.07.26 | SAP SE Buy | UBS AG | |
| 27.07.26 | SAP SE Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
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