SAP-Aktie steigt: Analysten überwiegend für Kauf - doch ist Potenzial begrenzt?
Kursziele, die um mehr als 50 Euro auseinanderliegen, und trotzdem ein klares Übergewicht der Kaufvoten: So gespalten blicken die Analysten auf die SAP-Aktie.
Werte in diesem Artikel
- SAP-Aktie setzt Erholung fort und notiert im Plus
- Analysten raten mehrheitlich zum Kauf
- Durchschnittliches Kursziel über dem aktuellen Kurs
Die SAP-Aktie legte am Dienstag im XETRA-Handel schlussendlich um 1,63 Prozent auf 182,50 Euro zu und knüpfte damit an ihre Aufwärtsbewegung an. Rückenwind kam dabei weniger von einer einzelnen Meldung als von der Analystengemeinde, in der die Kaufvoten klar überwiegen. Für Anleger stellt sich die Frage, ob der Softwarekonzern auf dem erhöhten Niveau noch ein Kauf ist.
Analysten raten mehrheitlich zum Kauf - große Spanne bei Kurszielen
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt laut TipRanks bei 193,92 Euro. Dahinter verbirgt sich eine breite Spanne: Goldman Sachs traut dem Papier 215 Euro zu, während UBS trotz Kaufempfehlung nur 164 Euro ansetzt. JPMorgan bleibt mit 175 Euro neutral, die DZ BANK rät als einziges Haus zum Verkauf. Unter dem Strich stehen elf Kaufvoten zwei Halten und einem Verkauf gegenüber.
Das starke Cloud-Geschäft stützt die Kaufargumente
Die Zuversicht speist sich vor allem aus dem Cloud-Geschäft. Im zweiten Quartal, das SAP am 23. Juli vorlegte, kletterte der aktuelle Cloud-Auftragsbestand auf 22,9 Milliarden Euro, ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Beschleunigung gegenüber dem Jahresauftakt. Die Cloud-Erlöse legten um 22 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu.
Zusätzlichen Erzählstoff liefert die KI-Strategie: In einem heute veröffentlichten Interview erläutert Sonja Liénard, Leiterin des Bereichs ABAP-Plattform bei SAP, wie KI-Agenten künftig ABAP-Code schreiben und Altanwendungen in die Cloud übersetzen sollen, ein Baustein der auf der Kundenkonferenz Sapphire vorgestellten Idee der autonomen Unternehmenssteuerung.
Margendruck und schrumpfendes Kurspotenzial
Gegen einen sorglosen Einstieg bei SAP sprechen zwei Punkte. Erstens hat SAP mit den Quartalszahlen den Ausblick für das operative Ergebnis 2026 (non-IFRS) auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro angepasst und dabei auf die verwässernde Wirkung der Zukäufe Dremio und Prior Labs verwiesen. Der Konzern investiert kräftig in KI, was die Marge kurzfristig belastet. Zweitens ist der Abstand zum durchschnittlichen Kursziel nach der Kurserholung auf einen einstelligen Prozentbereich geschrumpft. Wer auf dem aktuellen Niveau kauft, setzt auf ein operativ starkes, aber nicht mehr günstiges Papier.
Ob die Kaufargumente tragen, entscheidet sich an der Cloud-Dynamik im zweiten Halbjahr. SAP selbst hat eine leichte Verlangsamung des Wachstums in Aussicht gestellt.
Julia Walter, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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