Arzneimittelkommission warnt vor Beschleunigung von Impfstoffzulassung
BERLIN (Dow Jones)--Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und Mitglied des Management-Board der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), kritisiert die Forderung von Gesundheitsminister Jens Spahn, die Zulassung des Covid-Impfstoffs zu beschleunigen.
"Ich wundere mich, dass Politiker wie Jens Spahn, die die Anforderungen an die Zulassung im Detail nicht kennen, mit Aussagen zu einer schnelleren Impfzulassung an die Öffentlichkeit gehen", sagte Ludwig der Wirtschaftswoche. Ludwig wies auf die Probleme hin, die sich beim Arzneimittel Remdesivir ergeben haben: "Wir haben bei Remdesivir gesehen, wie unangemessen eine beschleunigte Zulassung sein kann."
Die EMA hatte das Arzneimittel im Juni zur Behandlung von Covid-Patienten zugelassen, ehe im Oktober die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen Nebenwirkungen davon abriet. Die EU-Mitgliedsstaaten hatten EMA-Insidern zufolge damals Druck auf die EMA ausgeübt, Remdesivir schnell zuzulassen.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag auf Twitter gefordert, die EMA solle den Covid-Impfstoff von Pfizer und Biontech "schnellstmöglich" zulassen und hinzugefügt: "Jeder Tag, den wir früher beginnen können zu impfen, mindert Leid und schützt die besonders Verwundbaren."
Der Europa-Abgebordnete Peter Liese, ein Parteifreund Spahns, widerspricht dem: "Mit einer schnelleren Zulassung würden wir im Frühjahr nicht an einer anderen Stelle im Pandemieverlauf stehen."
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December 14, 2020 10:37 ET (15:37 GMT)