Atoss: Rekordzahlen treffen auf eine Bewertung, die es lange nicht gab


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Atoss: Rekordzahlen treffen auf eine Bewertung, die es lange nicht gab

Atoss hat im ersten Halbjahr 12 Prozent mehr umgesetzt, die Marge weiter verbessert und den Auftragsbestand im Cloudgeschäft um ein Viertel ausgebaut. Nach langer Durststecke wird das zumindest kurzfristig auch vom Markt honoriert.

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Atoss konnte seinen Halbjahresumsatz nach 92,1 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 103,2 Mio. Euro steigern. Interessanter als die Gesamtzahl ist ihre Zusammensetzung. Das Cloud- und Abogeschäft legte um 26 Prozent zu und stellt inzwischen 54 Prozent des Konzernumsatzes, nach 48 Prozent ein Jahr zuvor. Die wiederkehrenden Erlöse aus Cloud, Abos und Wartung summieren sich auf 74,8 Mio. Euro, ein Plus von 17 Prozent, und decken 72 Prozent des Geschäfts ab.

Dass die Einmalerlöse aus Lizenzen von 4,3 auf 2,9 Mio. Euro eingebrochen sind und die Wartungsumsätze um 4 Prozent nachgaben, scheint dabei kein grundsätzliches Problem, sondern der planmäßige Preis des Modellwechsels. Kunden, die früher eine Lizenz gekauft und Wartung gezahlt haben, mieten heute. Das drückt kurzfristig, zahlt sich in der Planbarkeit aber aus.

Die Marge steigt trotz Umbau

Bemerkenswert ist, dass Atoss diesen Umbau bei steigender Profitabilität stemmt. Das EBIT kletterte um 17 Prozent auf 36,2 Mio. Euro, die Marge verbesserte sich auf 35 Prozent nach 34 Prozent. Der operative Cashflow schoss von 14,7 auf 37,1 Mio. Euro. Dass das zweite Quartal isoliert einen negativen Cashflow von -2,6 Mio. Euro auswies, ist kein Warnsignal, denn dasselbe Muster zeigte sich in den Vorjahresquartalen ebenfalls. Es liegt an der Rechnungsstellung, nicht am Geschäft. Die Liquidität stieg trotz einer Dividendenzahlung von 36,3 Mio. Euro um 33 Prozent auf 121,3 Mio. Euro.

Der Auftragsbestand im Fokus

Der Cloud-Auftragsbestand für die kommenden zwölf Monate wuchs um 25 Prozent, der wiederkehrende Jahresumsatz aus Cloudverträgen ebenfalls um 25 Prozent. Damit ist ein sehr großer Teil der Umsätze des kommenden Jahres bereits vertraglich unterlegt, bevor überhaupt ein neuer Vertrag geschrieben wird. Das ist die Zahl, an der man dieses Geschäftsmodell messen sollte.

Bestätigt wurde die Prognose mit 210 bis 215 Mio. Euro Umsatz und mindestens 34 Prozent EBIT-Marge. Nach der Vorlage in den ersten sechs Monaten eine machbare Aufgabe, die sich sogar eher am unteren Rand des Möglichen orientiert. Auch die Margenvorgabe von mindestens 34 Prozent liegt unter dem, was bereits geliefert wurde. Für 2027 nennt der Vorstand 235 bis 245 Mio. Euro bei mindestens 35 Prozent Marge, was die Latte bei der Profitabilität leise höher legt.

Bewertung und Charttechnik

Charttechnisch bleibt die Lage schwierig. Die Aktie hat sich von über 115 Euro im Januar auf zeitweise unter 69 Euro zurückgebildet, sämtliche gleitenden Durchschnitte fallen noch. Immerhin: Mit dem Tagesplus vom Freitag steht aktuell die Möglichkeit eines ersten Breaks durch die 50-Tage-Linie nach oben auf dem Programm. Ob das in einem Zug gelingt, bleibt abzuwarten. Zumal nur knapp darüber bei gut 76 Euro schon die nächste Widerstandszone durch die 100-Tage-Linie wartet.

An Herausforderungen fehlt es also nicht. Generell ist zu sagen: Operativ ist bei Atoss nichts kaputt, im Gegenteil. Was sich verändert hat, ist der Preis, den der Markt für dieses Wachstum zu zahlen bereit ist. Dabei weist Atoss derzeit eine recht günstige Bewertung auf, was aber noch kein Garant für ein Wiederentdecken durch den Markt ist. Anleger sollten erst einmal die charttechnische Verbesserung abwarten.

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Erstellung am 24.07.26 um 12:35 Uhr.

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