Aumovio: Für den Einstieg noch zu früh
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Die Aktie von Aumovio leidet seit Längerem unter der Schwäche im Automobilsektor. Auf Basis der Analystenschätzungen wirkt die Bewertung inzwischen verlockend, doch ob die Zeit für einen Einstieg reif ist, steht auf einem anderen Blatt.
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Pre-Close-Calls, also Analystengespräche vor Beginn der Quiet Period im Vorfeld von Zahlenveröffentlichungen, und Kursreaktionen hängen nicht systematisch miteinander zusammen. Das hat zumindest eine Untersuchung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vom Juni 2025 ergeben, nachdem es seitens Investoren und Privatanlegern Kritik an diesen Veranstaltungen gegeben hatte. Das mag so sein, doch fließen in Pre-Close-Calls getätigte Aussagen in die Bewertung der Analysten ein – und da kann es mitunter schon zu kräftigen Kursreaktionen kommen. Heute Abend stehen die Calls beim Automobilzulieferer Aumovio auf der Agenda.
Tiefrote Zahlen
Vor dem Hintergrund der Halbjahresentwicklung 2026 ist daher zunächst Vorsicht angesagt. Im ersten Halbjahr sank der um Konsolidierungskreisveränderungen bereinigte Umsatz des ehemaligen Conti-Spin-offs um 9 Prozent auf 8.649 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT verminderte sich sogar um fast 40 Prozent auf 157 Mio. Euro. Das entspricht einer Marge von 1,8 Prozent (HJ 2025: 2,7 Prozent). Unterm Strich stand ein Konzernergebnis von minus 569 Mio. Euro (HJ 2025: minus 212 Mio. Euro).
Sondereffekte fallen 2027 weg
Das Minus war jedoch durch diverse Sondereffekte geprägt, die sich auf minus 607 Mio. Euro summierten. Dazu zählen unter anderem Portfolioveränderungen, Wertberichtigungen und die Beilegung eines Rechtsstreits mit BMW. Wenngleich das Unternehmen von operativen Fortschritten im Halbjahr berichtet, mussten die Geschäftsziele für 2026 gekappt werden. Der bereinigte Konzernumsatz soll demnach bei 17,0 bis 17,5 Mrd. Euro (zuvor: 17,0 bis 18,5 Mrd. Euro) liegen. Für die bereinigte EBIT-Marge werden nun 3,0 bis 4,0 Prozent (zuvor: 3,5 bis 5,0 Prozent) angepeilt.
Fazit
Aumovio könnte sich zu einer Turnaround-Story entwickeln. Denn während 2026 unter dem Strich ein sattes Minus stehen wird, rechnen Analysten für 2027 im Schnitt mit einem Gewinn/Aktie von 4 Euro. Gestützt wird dieser Optimismus auch vom Wegfall belastender Sondereffekte. Bei Kursen von aktuell rund 35 Euro liegt das KGV 2027 damit unter 9. Diese Schätzungen dürften vor dem Hintergrund der anhaltenden Schwäche im Automobilsektor aber keinesfalls in Stein gemeißelt sein. Einen belastbaren Unternehmensausblick dürfte es erst bei Vorlage der Zahlen 2026 am 24. Februar 2027 geben. Im Bereich um 34/35 Euro scheint das Papier technisch gut abgesichert zu sein, im aktuellen Branchenumfeld halten wir Engagements aber noch für zu früh.
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Erstellung am 05.10.26 um 09:02 Uhr.
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