Aurubis: Neue Recyclinganlage für Europas Rohstoffhunger
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Der Kupfer-Recycler Aurubis hat am Standort Hamburg eine nach eigenen Angaben weltweit einmalige Anlage für das Recycling strategischer Metalle in Betrieb genommen. Dafür wurden 190 Mio. Euro investiert.
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Die Anlage mit dem Namen Complex Recycling Hamburg, kurz CRH, ging nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie mehrere Hüttenprozesse in einem einzigen Aggregat bündelt. Erstmals lassen sich damit Stoffe, die gleichzeitig Kupfer, Blei und Schwefel enthalten, in einer einzigen Anlage integriert verarbeiten. Herzstück ist ein eigens entwickelter Konverter, der die verschiedenen Elemente voneinander trennt. Er bewältigt Ladungen von rund 45 Tonnen bei Temperaturen von bis zu 1.400 Grad Celsius.
Mehr Wert aus schwierigen Materialien
Mit CRH kann Aurubis künftig mehr als 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial pro Jahr verarbeiten, dazu in größerem Umfang werthaltige Zwischenprodukte aus der eigenen Hütte. Aus diesen komplexen Stoffen gewinnt der Konzern unter anderem Kupfer, Blei, Edelmetalle und Schwefelsäure zurück, also Rohstoffe, für die es weltweit nur wenige spezialisierte Anbieter gibt.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Mehr Material und mehr Wertschöpfung bleiben im eigenen Hüttennetzwerk, bestehende Anlagen werden besser ausgelastet, und die Produktion wird insgesamt widerstandsfähiger. Rund ein Drittel der Investitionssumme floss in Maßnahmen zur Luftreinhaltung, außerdem arbeitet die Anlage weitgehend automatisiert. Finanziert wurde das Vorhaben unter anderem mit dem ersten Investitionsdarlehen der Europäischen Investitionsbank im Rahmen ihrer Rohstoffstrategie.
Recycling als Wachstumshebel
Für Aurubis ist die neue Anlage mehr als ein einzelnes Bauprojekt, sie ist Teil der Konzernstrategie „Aurubis Performance 2030" und reiht sich in eine ganze Serie von Investitionen ein. Erst im Januar dieses Jahres nahm das Unternehmen im US-Bundesstaat Georgia ein weiteres Recyclingwerk in Betrieb. Der Zeitpunkt passt: Als einer der größten Kupferproduzenten und Kupferrecycler der Welt profitiert Aurubis von der strukturell steigenden Nachfrage nach dem roten Metall, das für Elektromobilität, Stromnetze und erneuerbare Energien unverzichtbar ist.
Der hohe Kupferpreis hatte der Aktie im laufenden Jahr zeitweise ein Kursplus von mehr als 75 Prozent beschert, aktuell sind es rund 45 Prozent. Für das Geschäftsjahr 2025/26 hob der Konzern seine Ergebnisprognose auf ein operatives Vorsteuerergebnis zwischen 425 und 525 Mio. Euro an.
Anleger sollten allerdings im Blick behalten, dass Aurubis ein zyklisches Geschäft betreibt. Wieder sinkende Kupferpreise und schwankende Verarbeitungsmargen können das Ergebnis rasch belasten. Genau hier liegt der strategische Reiz von Projekten wie CRH: Das Recyclinggeschäft macht den Konzern ein Stück weit unabhängiger vom reinen Schmelzgeschäft und verankert ihn zugleich fester in der europäischen Kreislaufwirtschaft.
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Erstellung am 06.07.26 um 14:41 Uhr.
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