Auto1: Verdopplungspotenzial nach Kursrutsch
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Ein überraschender Vorstandsabgang und ein schwächerer Gebrauchtwagenmarkt haben die Auto1-Aktie zuletzt kräftig belastet. Das Management hält allerdings an seinen Zielen fest – und auch die Analysten sehen die Lage deutlich weniger düster als der Markt.
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Noch im Sommer gehörte Auto1 zu den Börsenstars, inzwischen ist die Euphorie verflogen. Seit Anfang September ist die Aktie von mehr als 22 Euro auf rund 16 Euro und damit um fast 30 Prozent eingebrochen. Dabei hatte der Online-Gebrauchtwagenhändler Ende Juli noch starke Zahlen vorgelegt: Im Q2 stieg der Absatz um 19,9 Prozent auf 240.298 Fahrzeuge und das bereinigte EBITDA sogar um 38,4 Prozent auf 58,6 Mio. Euro.
Negativer Newsflow
Dann allerdings häuften sich die negativen Nachrichten. So trat Anfang September überraschend der Finanzvorstand Christian Wallentin zurück, wenn auch offiziell aus familiären Gründen. Ende September gab Auto1 dann bekannt, dass der selbst ermittelte Gebrauchtwagenindex im dritten Quartal um 5,2 Prozent gefallen war – womöglich auch infolge des Ölpreisschocks und der damit einhergehenden Benzinpreiserhöhungen. Und fast folgerichtig sorgte dann auch noch der Pre-Close-Call des Vorstands für Verunsicherung. JPMorgan senkte daraufhin seine Erwartungen für Absatz und Bruttogewinn je Fahrzeug im Q3 und die EBITDA-Schätzungen bis 2028 um bis zu 16 Prozent ab.
Prognosen stehen
Gleichwohl hat das Management an seinen Prognosen bislang nicht gerüttelt. Für 2026 stehen weiterhin 940.000 bis 1 Mio. verkaufte Fahrzeuge und 250 bis 275 Mio. Euro bereinigtes EBITDA auf der Agenda. Das entspricht einem zweistelligen Wachstum gegenüber dem Vorjahr, in dem ein Absatz von 842.000 Autos und ein bereinigtes EBITDA von rund 188 Mio. Euro zu Buche standen. Und langfristig peilt Auto1 nach wie vor ein strammes jährliches Absatzwachstum von 10 bis 15 Prozent im Merchant- und 20 bis 40 Prozent im Retail-Segment an.
Hohe Erwartungen abgebaut
Entscheidend wird sein, ob diese Ambitionen auch nach einem mutmaßlich schwächeren dritten Quartal noch einmal bekräftigt werden. In diesem Fall jedenfalls hätte die Aktie nach dem Ausverkauf der letzten Wochen ein erhebliches Potenzial. Das legen auch die jüngsten Analystenurteile nahe: Zwar haben neben JPMorgan auch Goldman Sachs und UBS ihre Schätzungen nach dem Pre-Close-Call reduziert, sehen aber weiterhin Kursziele zwischen 30 und 34 Euro, was im Schnitt einer Verdopplung gegenüber dem aktuellen Kurs gleichkäme.
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Erstellung am 08.10.26 um 11:40 Uhr.
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