Bankenverband: BIP dürfte im 4. Quartal um 1 Prozent sinken


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Der Bundesverband deutscher Banken erwartet wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie und des verlängerten Teil-Lockdowns in Deutschland für das vierte Quartal 2020 einen "empfindlichen Dämpfer" bei der deutschen Wirtschaftsleistung. "Wir befürchten Stand heute, dass das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1 Prozent gegen Vorquartal sinken wird", sagte der Chefvolkswirt des Bankenverbandes, Volker Hofmann, bei einer Online-Veranstaltung des Verbandes. Im nächsten Jahr seien aber bis zu rund 4,5 Prozent "erreichbar".

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Der Ausblick werde 2021 "ganz entscheidend von der Pandemieentwicklung abhängen". Die Banken gingen davon aus, dass die Infektionszahlen nur langsam zurückgehen und die Beschränkungen auch nur Stück für Stück zurückgefahren würden. Ganz entscheidend werde sein, wie die Weiterentwicklung der Impfstoffe verlaufe. Hofmann ging davon aus, "dass das BIP im ersten Quartal stagniert". Dazu dürfte nach seinen Berechnungen beitragen, dass vor allen Dingen die Industrie in Deutschland stütze. So sehe das China-Geschäft recht gut aus. Der Aufschwung dürfte mit einer "Weiterentwicklung der Impfperspektiven" vorangetrieben werden.

Dieser Rückenwind von der Konjunktur werde auch helfen, die bevorstehende Zunahme von Insolvenzen zu bewältigen. Es gebe verschiedene Szenarien, wie diese sich kommendes Jahr entwickeln würden. "Eins ist sicher: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird 2021 deutlich steigen", erklärte Hofmann. So sehe die Bundesbank für das erste Quartal in einem Basisszenario 6.000 Unternehmensinsolvenzen, und für das Gesamtjahr deuteten Prognosen etwa von Euler Hermes und Creditreform auf eine Zahl von 20.000 bis 24.000 Insolvenzen. "Wenn man diese Basisszenarien zugrundelegt, sollte das aus volkswirtschaftlicher Sicht bewältigbar sein", betonte er.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/mgo

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November 30, 2020 06:44 ET (11:44 GMT)

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