BDI: Für Handelsabkommen mit der EU muss London Position ändern
Von Andrea Thomas
BERLIN (Dow Jones)--Für die deutsche Industrie ist der Weg zu einem Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien ohne eine Korrektur in London versperrt. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) unterstützt damit die Verhandlungsstrategie der Europäischen Kommission.
"Ein Handelsabkommen darf es nur mit einem funktionierenden Grenzregime auf der irischen Insel geben. Alles andere wäre eine Attacke auf den EU-Binnenmarkt. Nur mit Grenzregime wird der Binnenmarkt, der Heimatmarkt unserer Industrie, funktionieren", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. "Ein zukünftiges Abkommen ohne klare Regeln für fairen Wettbewerb ist inakzeptabel." Das Vereinigte Königreich riskiere massiven Schaden für die Unternehmen und ihre Beschäftigten.
Am Dienstag will sich das britische Unterhaus letztmalig mit dem britischen Binnenmarktgesetz befassen, mit dem die britische Regierung eine Nordirland betreffende Abmachung im Austrittsabkommen umgehen will.
Für den BDI ist das Binnenmarktgesetz eine "weitere Hiobsbotschaft" für die Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals. Es sei gut, dass die EU unmissverständlich klarstellt, dass das britische Binnenmarktgesetz nicht gegen die völkerrechtlichen Vereinbarungen im Austrittsabkommen verstoßen dürfe, so der BDI.
Ohne Einigung auf ein Handelsabkommen droht zum Jahresbeginn ein harter Brexit mit Zöllen, umfangreichen Handelshemmnissen und rechtlichen Unsicherheiten im wichtigen Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich.
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September 22, 2020 04:45 ET (08:45 GMT)