Bei weißer Flagge - Russen bereit zu Feuerpause in Mariupol


MOSKAU (dpa-AFX) - Das russische Militär will nach eigenen Angaben in Mariupol eine Feuerpause ausrufen und einen humanitären Korridor zum umkämpften Stahlwerk Azovstal schaffen - sollten sich die Ukrainer ergeben. Russland sei bereit, "jederzeit eine Waffenruhe zu verkünden", um Zivilisten aus der Fabrik zu lassen, aber auch Kämpfer, "wenn sie den Wunsch äußern, ihre Waffen niederzulegen", sagte Generaloberst Michail Misinzew vom russischen Verteidigungsministerium am Freitag. Dazu müssten die Ukrainer im Stahlwerk weiße Flaggen hissen.

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Misinzew widersprach damit der ukrainischen Vizeregierungschefin Iryna Werschtschuk, die den russischen Truppen vorgeworfen hatte, die Flucht von Zivilisten zu behindern. Seit 21. März habe es täglich Feuerpausen für Flüchtlinge gegeben, behauptete der russische Offizier. "Aus Mariupol konnten so 143 631 Zivilisten und 341 Ausländer evakuiert und 1844 ukrainische Wehrdienstleistende sicher herausgeholt werden, die sich ergeben haben."

Im täglichen Morgenbriefing hatte zuvor Igor Konaschenkow, der Sprecher des Verteidigungsministeriums, erneut von schweren russischen Luft- und Raketenangriffen auf ukrainisches Territorium berichtet. Seinen Angaben nach hat die Luftwaffe in der Nacht 58 Objekte beschossen. Raketenstreitkräfte und Artillerie hätten sogar 1285 gegnerische Objekte getroffen. In den meisten Fällen handelte es sich demnach um Truppenansammlungen, Militärkonvois oder Kommandopunkte.

Konaschenkow betonte zudem, dass auch wieder seebasierte Lenkraketen vom Typ Kalibr abgeschossen worden seien. Dies soll wohl die Einsatzbereitschaft der Schwarzmeerflotte dokumentieren. Vor einer Woche war das Flaggschiff der Flotte, der Raketenkreuzer "Moskwa", nach einem Brand gesunken. Kiew erklärte damals, das Kriegsschiff mit zwei Antischiffsraketen versenkt zu haben./bal/DP/stw

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