Apple-Aktie unter Druck: Dieser Schritt bei iPhone-Komponenten wirft Fragen auf
Apple soll die Komponentenbestellungen für das iPhone 18 Pro und Pro Max deutlich gekürzt haben. Ist das ein Warnsignal für Anleger?
Werte in diesem Artikel
- Teure Speicherchips sollen Apple zu höheren Preisen gezwungen haben
- Der Bericht sagt wenig über die echten Verkaufszahlen aus
- Tatsächliche Verkaufszahlen und Auswirkungen auf Umsatz und Marge noch offen
Einem Bericht von Nikkei Asia hat Apple Komponentenbestellungen für das iPhone 18 Pro und das 18 Pro Max gekürzt. Laut dem Medium soll der Technologiekonzern aus Cupertino Zulieferern aufgetragen haben, die Produktion zu drosseln. Ob sich das in den Verkaufszahlen niederschlägt, lässt der Bericht offen.
Was Nikkei Asia meldet
Nach Angaben von Nikkei Asia vom heutigen Freitag hat Apple einigen Zulieferern aufgetragen, die Fertigung von Komponenten für die beiden Pro-Modelle zu drosseln. Als Auslöser nennt die Zeitung stark gestiegene Speicherchipkosten. Sie hätten Preiserhöhungen erzwungen, die wiederum die Nachfrage gedämpft hätten.
Apple fahre seit Anfang September bei den Lieferungen vorsichtiger. Die Bestellungen für Oktober seien um mindestens 15 Prozent unter die ursprünglich georderte Menge gekürzt worden, heißt es unter Berufung auf mehrere eingeweihte Personen.
Folgen für die Verkaufszahlen
Der Bericht betrifft allerdings ausdrücklich Komponentenbestellungen, nicht tatsächliche Verkäufe. Nikkei schränkt selbst ein, die schwächere Nachfrage nach Komponenten von Ende August bis Oktober könne auch mit dem geänderten Einführungszeitplan der Modelle zusammenhängen. Das Basismodell iPhone 18 und ein überarbeitetes iPhone Air sollen Anfang 2027 folgen.
Die Preise für die Geräte liegen voraussichtlich bei 1.199 US-Dollar für das 18 Pro und 1.299 US-Dollar für das Pro Max, laut Reuters jeweils 100 US-Dollar mehr als bei den Vorgängern. Am 16. September hatte JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee bereits schwächere Lieferzeittrends als beim iPhone 17 gesehen und vermutet, viele Kunden warteten auf das faltbare Modell.
Gewicht des iPhone für Apple
Das iPhone ist die größte Sparte des Konzerns. Im Quartal bis Ende Juni 2026 stammten 54,25 Milliarden US-Dollar des Gesamtumsatzes von 109,4 Milliarden US-Dollar aus dem Smartphone-Geschäft. Für das September-Quartal stellte Apple Ende Juli ein Umsatzwachstum von 9 bis 11 Prozent in Aussicht. Es enthält allerdings nur die ersten Verkaufswochen der Pro-Modelle.
Die Speicherknappheit trifft die Branche auf breiter Ebene. Laut Reuters greifen Tech-Konzerne für KI-Rechenzentren Speicherchips ab, was Engpässe und Preiserhöhungen auslöst. Apple hatte im Juni bereits die Preise für iPad und MacBook mit höheren Speicherkosten begründet.
Was die Meldung für Anleger bedeutet
Für Anleger ist der Bericht ein Warnsignal, aber noch kein Beleg für einen nachhaltigen Rückgang der iPhone-Verkäufe. Das Smartphone ist Apples umsatzstärkste Produktkategorie: Im Juni-Quartal entfielen rund 49,6 Prozent des Konzernumsatzes auf das iPhone. Eine anhaltend schwächere Nachfrage könnte sich deshalb spürbar auf die Geschäftsentwicklung auswirken.
Neben der Nachfrageentwicklung rücken die Kosten in den Fokus. Steigende Speicherchippreise erhöhen den Kostendruck, während höhere Verkaufspreise die Kaufbereitschaft belasten könnten. Entscheidend ist, ob Apple die Mehrkosten durch Preiserhöhungen ausgleichen kann, ohne dabei zu viele Kunden zu verlieren. Wie stark sich diese Faktoren tatsächlich auf Umsatz und Profitabilität auswirken, lässt sich aus den gemeldeten Komponentenbestellungen allein nicht ableiten.
Mehr Klarheit dürften die nächsten Quartalszahlen bringen. Apple will seine Ergebnisse für das September-Quartal am 2. November 2026 veröffentlichen. Für Anleger werden dann insbesondere die iPhone-Umsätze und der Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft relevant sein. Bis dahin bleibt die Meldung von Nikkei Asia ein Hinweis auf mögliche Nachfrageprobleme, deren tatsächliches Ausmaß noch offen ist.
Dennoch reagieren Anleger bereits: Die Apple-Aktie verliert an der NASDAQ 2,27 Prozent auf 332,70 US-Dollar.Claudia Stephan, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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