Oracle-Aktie dreht ins Minus: Softwarekonzern steigert Umsatz und Gewinn - Umsatzerwartungen übertroffen
Der US-amerikanische Software- und Cloud-Konzern Oracle hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das abgelaufene Quartal vorgelegt.
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Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 14,9 Milliarden US-Dollar auf 19,3 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Im Vorfeld hatten die Experten an der Wall Street im Schnitt mit einem Umsatz von rund 19,13 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Auch beim Gewinn pro Aktie (EPS) verzeichnete der Konzern Bewegung: Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte von 1,01 US-Dollar auf 1,56 US-Dollar. Damit lag das Ergebnis unter der Konsensschätzung der Analysten. Die Erwartungen des Marktes lagen hierfür vorab bei durchschnittlich 1,74 US-Dollar je Aktie.
KI-Nachfrage treibt Oracle an
Der US-Software- und Datencenter-Konzern hat im ersten Geschäftsquartal kräftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert. Die Umsätze mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - wurden in den drei Monaten bis Ende August mit 7,4 Milliarden US-Dollar (6,4 Mrd Euro) im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, wie der SAP-Rivale am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Austin (Texas) mitteilte. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten erwartet.
Dagegen musste das Unternehmen bei der Marge einen Dämpfer hinnehmen. Die Bruttomarge ging im Vergleich zum Vorquartal deutlich von 66,3 auf 61 Prozent zurück.
Die Cloud-Infrastruktur habe die Erwartungen übertroffen, schrieb Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies. Bei den währungsbereinigten Softwareerlösen aus der Cloud habe es hingegen etwas mauer ausgesehen als gedacht. Trotz hoher Investitionsausgaben für den KI-Ausbau fiel die Entwicklung der freien Finanzmittel (Free Cashflow) besser aus als befürchtet, schrieb Barclays-Experte Raimo Lenschow.
Oracle ist traditionell ein Anbieter von Datenbank-Software und Apps zur Unternehmenssteuerung. Hier konkurrieren die Amerikaner mit dem DAX-Schwergewicht SAP aus Walldorf. Im Hype um Künstliche Intelligenz verlagerte der von Milliardär Larry Ellison gegründete US-Konzern sein Geschäft in den vergangenen Jahren mehr und mehr auf Rechenzentren für Anwendungen im Netz. Während die Investitionsvorhaben und das Abschneiden bei KI-Aufträgen die Aktienentwicklung von Oracle maßgeblich beeinflussen, haben die Walldorfer von SAP in diesem IT-Bereich kein nennenswertes Geschäft. Die SAP-Aktie fiel vor dem Wochenende im XETRA-Handel um 0,3 Prozent.
Oracle stellte nach eigenen Angaben im Quartal zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten im Umfang von 850 Megawatt bereit. Nimmt man Software-Abos und Cloud-Infrastruktur zusammen, kam Oracle auf ein Umsatzplus von 62 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit vor Ort installierter Lizenz-Software waren leicht rückläufig, weil die Kunden ihre Anwendungen weiter in die Cloud verlagerten.
Der Gesamtumsatz stieg um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar. Oracle hatte zuvor ein Erlösplus von insgesamt 27 bis 29 Prozent in Aussicht gestellt. Unterm Strich verdiente Oracle mit knapp 4,8 Milliarden Dollar 63 Prozent mehr.
Für das zweite Geschäftsquartal kündigte der Konzern ein Umsatzplus von 30 bis 34 Prozent an. Das gesamte Cloud-Geschäft soll um 65 bis 71 Prozent zulegen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie will Oracle um 21 bis 25 Prozent verbessern. Im gesamten Jahr soll der Umsatz nun "mindestens" 90 Milliarden Dollar betragen. Bislang hatte das Unternehmen 90 Milliarden in Aussicht gestellt.
An der Börse sorgten die Zahlen nur kurzfristig für Kursgewinne: Die Oracle-Aktie schloss im NYSE-Handel 1,74 Prozent leichter bei 150,28 US-Dollar.
Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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