D-Wave Quantum-Aktie wechselt von der NYSE an die NASDAQ: Das müssen Anleger jetzt wissen
D-Wave Quantum verlässt die NYSE und wechselt an die NASDAQ, mitten in einer turbulenten Phase für Quantenaktien.
Werte in diesem Artikel
- D-Wave Quantum wechselt Ende Juli seine Börsennotierung von der NYSE zur NASDAQ
- Der Aktien-Ticker QBTS bleibt beim Wechsel unverändert bestehen
- Der Schritt fällt in eine Phase schwacher Kurse im Quantencomputing-Sektor
D-Wave Quantum wechselt Ende Juli die Börsennotierung von der New Yorker Börse NYSE zur Technologiebörse NASDAQ, ein Schritt, der dem Anbieter von Quantencomputern Zugang zu einem breiteren, technologieaffinen Anlegerkreis verschaffen soll. Am Dienstag teilte das Unternehmen mit, den Wechsel eingeleitet zu haben, nachdem der Vorstand ihn zuvor formal beschlossen hatte. Für Anleger ändert sich an Aktienbestand und Ticker nichts, die Notierung selbst wandert aber komplett auf ein neues Börsenparkett, das traditionell stärker mit Technologie- und Wachstumswerten assoziiert wird als die NYSE.
Der Wechsel im Detail
Der Handel mit D-Wave Quantum an der NYSE endet mit dem Handelsschluss am Freitag (24. Juli), am darauffolgenden Montag (27. Juli) startet die Notierung an der NASDAQ unter dem unveränderten Kürzel QBTS. Rechtlich dokumentiert ist der Schritt in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht, in der D-Wave erklärt, sämtliche Zulassungsvoraussetzungen der NASDAQ zu erfüllen und einen reibungslosen Übergang ohne Unterbrechung des Handels zu erwarten. Aktionäre müssen selbst nichts veranlassen, ihre Anteile werden automatisch auf das neue Handelssegment übertragen. An Geschäftsmodell, Kapitalstruktur oder Aktienzahl ändert der Wechsel laut Unternehmensangaben nichts.
Warum ausgerechnet die NASDAQ
D-Wave-Chef Alan Baratz begründet den Schritt mit der Nähe zu anderen Technologiewerten. "Die NASDAQ ist der Marktplatz für Unternehmen, die die Zukunft der Technologie gestalten", lässt er sich in der Mitteilung zitieren. D-Wave positioniert sich als einziger Anbieter, der sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Quantencomputer kommerziell über seine Cloud-Plattform Leap anbietet, mit mehr als 100 Kunden aus Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand. Laut Fachmedien zählt auch der Rüstungs- und Luftfahrtkonzern Lockheed Martin zu den Partnern, der die Technologie unter anderem zur Optimierung von Flugzeugnetzwerken einsetzt.
Am 7. Juli hatte der Marktforscher IDC das Unternehmen zudem in die Führungskategorie seiner aktuellen Bewertung von Quantencomputing-Anbietern eingestuft, am 30. Juni sicherte sich D-Wave eine Förderung von rund 1,57 Millionen US-Dollar der US-Forschungsbehörde NSF für ein Projekt zu fehlertoleranten Quantensystemen. Die NASDAQ gilt seit Jahrzehnten als Heimat wachstumsstarker, forschungsintensiver Technologiewerte, ein Umfeld, in dem sich D-Wave erkennbar stärker verortet sieht als an der breiter gemischten NYSE.
Mehr Symbolik als operative Wirkung
So verständlich die Begründung klingt, der Börsenwechsel selbst ist zunächst ein administrativer Vorgang, dokumentiert als reine Mitteilungspflicht gegenüber der Aufsicht. Er ändert weder das Geschäftsmodell noch die wirtschaftliche Lage des noch jungen Quantencomputing-Anbieters, sondern zunächst vor allem das Börsenparkett und potenziell die Sichtbarkeit bei technologiefokussierten Fonds und Indizes.
Quanten-Aktien um D-Wave Quantum zuletzt schwach
Der Zeitpunkt fällt zudem in eine Phase, in der börsennotierte Quantencomputing-Werte nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Jahre insgesamt unter verstärktem Verkaufsdruck stehen, mehrere Branchentitel gaben zuletzt deutlich nach. Auch am Donnerstag schwebt wieder ein rotes Vorzeichen über der Branche: So verlieren D-Wave-Aktien vorbörslich an der NYSE zeitweise 1,53 Prozent auf 17,99 US-Dollar, während Konkurrent IonQ um 0,11 Prozent auf 37,55 US-Dollar steigt. Auch die an der NASDAQ gelistete Rigetti-Aktie verliert stellenweise 0,52 Prozent auf 15,17 US-Dollar.
Ob die NASDAQ-Notierung daran kurzfristig etwas ändert, bleibt offen, strukturell verbessert sie vor allem die Voraussetzungen für eine spätere Aufnahme in gängige Technologie-Indizes und für ein Listing neben etablierten Wachstumswerten.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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