Micron-Aktie legt weiter zu, während Chinas YMTC den NAND-Markt aufmischt
Während Micron im NAND-Geschäft laut einer neuen Studie hinter das chinesische Unternehmen YMTC zurückfällt, zieht die Aktie trotzdem weiter an.
Werte in diesem Artikel
- Chinas YMTC überholt Micron und Kioxia bei NAND-Speicherchip-Lieferungen
- Micron-Aktie steigt trotzdem mehrere Tage in Folge
- Analysten sehen im Konsens noch deutlich höhere Kursziele
Die Micron-Aktie zog im Handel an der NASDAQ um 2,3 Prozent auf 971,66 US-Dollar an, und das, obwohl eine neue Studie Chinas Speicherchip-Industrie ausgerechnet dort neue Stärke bescheinigt, wo Micron traditionell führend war: bei NAND-Flashspeicher.
YMTC überholt Micron und Kioxia
Laut einer Studie von Counterpoint Research von Mittwoch rutschte Micron im zweiten Quartal 2026 bei den weltweiten NAND-Auslieferungen auf Platz fünf ab. Das chinesische Unternehmen YMTC kam demnach auf einen Marktanteil von 14 Prozent und verdrängte Kioxia von Rang drei, hinter Samsung Electronics mit 25 Prozent und SK hynix mit 22 Prozent. Beim Umsatz bleibt Micron trotz des Rückgangs bei den Stückzahlen vor YMTC, weil der chinesische Hersteller noch stärker auf günstigere Chips für Endverbraucher setzt statt auf teure Rechenzentrumsprodukte.
Rechenzentren treiben die Nachfrage
Der Wandel zeigt sich auch an der Struktur der Nachfrage: Enterprise-SSDs kamen im zweiten Quartal 2026 auf 48 Prozent aller ausgelieferten NAND-Bits, ein Jahr zuvor waren es erst 26 Prozent. Getrieben wird die Verschiebung von Rechenzentren, die für KI-Anwendungen Speicherkapazität aufbauen, und genau in diesem margenstarken Segment verteidigt die Micron-Aktie ihre Story bislang am ehesten.
Micron-Aktie: Analysten sehen deutlich mehr Potenzial
Der Analystenkonsens für die Aktie liegt laut Daten von TipRanks aktuell bei 1.569,07 US-Dollar auf Zwölfmonatssicht, und damit klar über dem aktuellen Kursniveau. Ihr 52-Wochen-Hoch von 1.255,00 US-Dollar erreichte das Papier am 26. Juni. Der weite Abstand zwischen Tief und Hoch zeigt, wie stark der Kurs zuletzt von der Nachfrage nach KI-Speicherchips getragen wurde, bevor die Konkurrenz aus China für neue Nervosität sorgte.
Ob die Nachfrage aus Rechenzentren die wachsende chinesische Konkurrenz weiter ausgleicht, zeigt sich endgültig erst mit den Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, für das Micron zuletzt einen weiteren Rekord in Aussicht gestellt hatte. Einen genauen Berichtstermin hat der Konzern dafür noch nicht bestätigt.
Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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