Bilanzsaison startet durch: DAX trotzt Risiken und notiert zum Wochenstart höher
Der DAX setzte sich zum Wochenauftakt weiter von der 25.000-Punkte-Marke nach oben ab. US-Bankenzahlen, Zins- und Inflationssorgen sowie der Ölpreis standen im Fokus.
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Der DAX begann die Montagssitzung im Plus und setzte sich im Verlauf weiter von der psychologisch wichtigen 25.000er-Marke nach oben ab. Am Ende Stand ein Zuschlag von 0,76 Prozent auf 25.277,68 Punkte an der Kurstafel.
Quartalszahlen, Anleihen, Ölmarkt & Inflation: Was diese Woche für den DAX wichtig wird
Die Entwicklungen am Anleihe- und Ölmarkt dürften auch in der neuen Woche die Stimmung am deutschen Aktienmarkt beeinflussen. Doch mit dem Start in die US-Berichtssaison kam noch ein dritter Impulsgeber für die Richtung im DAX ins Spiel. Und obendrein könnten sich die Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten für September womöglich auf die Leitzinspläne der US-Notenbank Fed auswirken. Ob die seit Anfang Oktober wieder ins Wanken geratene 25.000-Punkte-Marke halten wird, muss sich daher erst noch zeigen.
Blick auf die US-Zwischenwahlen: Helaba rechnet vorerst mit anhaltenden Markt-Schwankungen
"Die beiden zentralen Belastungsfaktoren, Ölpreise und Anleiherenditen, zerren an den Nerven und führten zu Abschlägen bei Aktien und Gold, während die Renditen sowohl im Euroraum als auch in den USA in Nähe ihrer Hochstände verharren", resümierte Claudia Windt von der Landesbank Helaba die jüngsten Schwankungen an den Märkten. Sie geht davon aus, dass die Stimmung noch bis mindestens Anfang November, und damit bis zu den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten von Amerika, angespannt bleiben wird. "Vielleicht ergibt sich dann wenigstens eine Lösung im US-Iran-Konflikt", hofft sie. Denn solange der Krieg weitergehe, würden die Ölpreise kräftig schwanken.
Fokus auf US-Inflation: Benzinpreise dürften Verbraucherpreise im September antreiben
Die Lage an den Rentenmärkten bleibe unterdessen heikel, zumal es laut Windt "für die aus dem Ruder laufenden Haushaltsdefizite keine kurzfristige Lösung gibt". Das betreffe sowohl die USA als auch Frankreich. "Solange die Geldpolitik aufgrund der hohen Ölpreise an der Zinsschraube drehen muss, werden die Zinskosten weiter zulegen und so die Staatshaushalte belasten."
Entsprechend wichtig bleiben die Inflationsdaten, die für die USA am Mittwoch veröffentlicht werden. "Im September sind die US-Verbraucherpreise wohl deutlich gestiegen, wofür hauptsächlich teureres Benzin verantwortlich war", erwartet Volkswirt Christoph Balz von der Commerzbank. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel dürfte zwar moderater ausfallen, aber dies wird ihm zufolge die Notenbank Fed wohl dennoch nicht von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember abhalten.
Auftakt der Q3-Berichtssaison: US-Großbanken eröffnen Reigen der Quartalszahlen
Unternehmensseitig startete mit den Quartalsbilanzen der US-Banken JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup am Dienstag die Berichtssaison. Diese setzt sich mit den Zahlen von Morgan Stanley und der Bank of America am Mittwoch fort. Jefferies-Analyst David Chiaverini bleibt optimistisch: Für die Nettozinserträge des dritten Quartals rechnet er damit, dass die Prognosen erreicht oder leicht übertroffen werden. Zudem erwartet er ein starkes Einlagenwachstum und eine stabile Kreditqualität.
Hierzulande stehen in der neuen Woche vor allem Autobauer im Blick. VW am Montag mit einem Investoren-Update während der Paris Motor Show sowie dem Autoabsatz für das dritte Quartal. Am Dienstag gibt es von VW und dessen Sportwagentochter Porsche sowie von BMW, letzte Signale zum abgelaufenen Quartal vor der Schweigeperiode.
Letzte DAX-Rekorde
Zuletzt erreichte der deutsche Leitindex am 28. August eine neue Rekordmarken: Das Intraday-Allzeithoch liegt seither bei 26.618,74 Zählern, der höchste Schlusskurs der Geschichte wurde bei 26.569,99 Punkten erreicht.
Alexandra Hesse, Melanie Schürmann, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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