Geheimtipp für Anleger: Warum diese KI-Aktie NVIDIA und Palantir übertreffen könnte
Ohne leistungsfähige Kühlung laufen moderne KI-Chips heiß, und genau davon profitiert ein US-Ausrüster, der gerade seine Jahresziele nach oben geschraubt hat.
Werte in diesem Artikel
- Vertiv profitiert als Ausrüster vom Ausbau der KI-Rechenzentren
- Gemeinsam mit NVIDIA entwickelt Vertiv neue 800-VDC-Stromarchitekturen
- 18 von 20 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, einer rät zum Verkauf
Vertiv könnte sich nach Einschätzung von Motley Fool als übersehener KI-Gewinner erweisen und dabei sogar NVIDIA und Palantir hinter sich lassen. Ob es so kommt, ist offen. Die Zahlen des Unternehmens zeigen aber kräftiges Wachstum, eine angehobene Jahresprognose und eine enge Zusammenarbeit mit NVIDIA.
Starkes zweites Quartal
Der Anbieter von Strom- und Kühlinfrastruktur für Rechenzentren steigerte den Nettoumsatz im zweiten Quartal 2026 um 24 Prozent auf 3,27 Milliarden US-Dollar. Aus eigener Kraft wuchs Vertiv um 18 Prozent, Zukäufe steuerten weitere 5 Prozentpunkte bei.
Noch deutlicher zog die Profitabilität an: Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 738 Millionen US-Dollar, die bereinigte operative Marge erreichte 22,6 Prozent. Der bereinigte freie Cashflow belief sich auf 925 Millionen US-Dollar, und die Barmittel übersteigen inzwischen die Finanzschulden.
Vertiv hebt die Jahresziele an
Für 2026 rechnet Vertiv nun mit einem Nettoumsatz von 13,8 bis 14,2 Milliarden US-Dollar und einem organischen Wachstum von 30 bis 32 Prozent. Beim bereinigten Gewinn je Aktie, der im zweiten Quartal um 60 Prozent auf 1,52 US-Dollar zulegte, peilt das Unternehmen für das Gesamtjahr 6,65 bis 6,75 US-Dollar an. Im dritten Quartal soll das organische Plus sogar 34 bis 36 Prozent betragen. CEO Giordano Albertazzi begründete die höheren Ziele mit gut gefüllten Projektpipelines.
Auch die Auftragslage spricht für weiteres Wachstum. Die abgegrenzten Umsatzerlöse verdoppelten sich bis zum 30. Juni auf 3,63 Milliarden US-Dollar, die Vorräte stiegen auf 2,52 Milliarden US-Dollar. Zugleich verweist Vertiv auf Engpässe in der Lieferkette, die einzelne Umsätze zeitlich verschieben können. Schwach blieb die Region EMEA mit einem organischen Rückgang von 2,4 Prozent.
Partnerschaft mit NVIDIA als Wachstumstreiber
Gemeinsam mit NVIDIA entwickelt Vertiv 800-VDC-Stromarchitekturen für sogenannte KI-Fabriken. Das neue Portfolio soll im zweiten Halbjahr auf den Markt kommen und damit rechtzeitig vor dem Start der Rubin-Ultra-Plattformen im Jahr 2027 bereitstehen. Nach eigenen Angaben ist Vertiv bereits an den frühen Designphasen mehrerer Großprojekte beteiligt. Motley Fool sieht das Unternehmen zudem als klaren Marktführer in der Flüssigkühlung. Zwar gebe es Konkurrenten, Vertiv habe sich aber konsequent auf diese Technik ausgerichtet. Wer NVIDIAs neueste Technik einsetzen wolle, müsse daher auch seine Vertiv-Infrastruktur erneuern.
Eine richtige Kühlung ist in Rechenzentren unverzichtbar. Moderne KI-Chips erzeugen so viel Wärme, dass Lüfter und Klimaanlagen sie nicht mehr ausreichend kühlen können. Ohne Flüssigkühlung, wie Vertiv sie anbietet, würden die Chips überhitzen, langsamer rechnen, schneller verschleißen oder im schlimmsten Fall ausfallen. Die Kühltechnik sei daher für den KI-Ausbau genauso wichtig geworden wie die Prozessoren selbst, argumentiert das Portal. Während NVIDIA zwar mit seinen Grafikprozessoren die zentrale Hardware für KI-Rechenzentren liefere und Palantir zu den führenden Anbietern von KI-Software gehöre, könnte Vertiv beide KI-Platzhirschen mit seinem weiteren Aufwärtspotenzial noch übertreffen, schätzt The Motley Fool.
Analysten überwiegend optimistisch für die Vertiv-Aktie
Auch Analysten gestehen der Vertiv-Aktie weiteres Potenzial zu: Von 20 TipRanks-Analysten empfehlen 18 die Aktie zum Kauf, das mittlere Kursziel liegt bei 326 US-Dollar, was gegenüber dem letzten Schlusskurs bei 246,49 US-Dollar ein mögliches Plus von mehr als 34 Prozent suggeriert. BMO Capital bestätigte erst vor wenigen Tagen das Buy-Votum mit einem Kursziel von 329 US-Dollar, Wells Fargo stuft die Aktie seit Ende September derweil mit Buy und 340 US-Dollar ein. Gegen den Trend stellt sich GLJ Research, hier gab es in der letzten Woche eine Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 188 US-Dollar. Neben den zahlenreichen Kaufempfehlungen zählt das Papier zudem noch ein "Hold"-Rating.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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