Schwache Vorgaben und anhaltende Ölmarkt-Problematik: DAX letztlich in Rot
Der DAX kam am Donnerstag nicht voran. Der Ölpreis und steigende Anleiherenditen sorgten dabei weiter für Unsicherheit am Aktienmarkt.
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Der DAX ging mit einem Abschlag von 0,58 Prozent bei 25.263,11 Punkten in den Handel und bewegte sich weiter auf rotem Terrain. Zeitweise konnte er sich jedoch an die Nulllinie vorarbeiten. Schlussendlich ging er mit Abschlägen von 0,57 Prozent bei 25.266,53 Punkten aus dem Handel.
Korrektur gestoppt?
Bei insgesamt schwächeren Vorgaben weitete der DAX seine Vortageskorrektur am Donnerstag noch etwas aus. Dabei hat der Leitindex letztlich sogar die 100-Tage-Durchschnittslinie unterschritten, die aktuell bei 25.319 Punkten liegt. In der Vorwoche war der DAX bereits zeitweise unter dieses längerfristige Trendbarometer gerutscht, hatte sich dann aber noch gefangen.
Risikofaktor Ölmarkt
Die Entwicklung am Ölmarkt, momentan maßgeblich für die Inflations- und Zinserwartungen, verunsichert die Anleger weiter. Offenbar liegen die USA und der Iran in entscheidenden Fragen zur Wiederherstellung von Schiffstransporten durch die für den Ölhandel wichtige Straße von Hormus nach wie vor weit auseinander. Die Aussicht, dass erhoffte Fortschritte auf dem Weg hin zu einer diplomatischen Lösung weiter auf sich warten lassen, habe die Ölpreise wieder nach oben getrieben, hieß es von Marktbeobachtern.
Die geopolitische Lage im Nahen Osten könnte vielmehr weiter eskalieren und auf andere Regionen übergreifen, wie aus Aussagen der Islamischen Revolutionsgarde hervorgeht, die von der iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet werden. Damit kostete ein Fass der Nordseesorte Brent wieder klar mehr als 100 Dollar.
Trump trifft Xi
Im Fokus aber stand das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping. Die bis November ausgesetzten zusätzlichen Zölle auf Importe chinesischer Waren werden unterdessen laut US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben. Das sagte Bessent dem Sender Fox News zu Beginn eines dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington.
Starker ifo-Index stützt
Derweil zieht die hiesige Wirtschaft aus Sicht führender Forschungsinstitute deutlich an. Im laufenden Jahr erwarten die Institute einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die Institute noch mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Gleichwohl sprach der Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Oliver Holtemöller, eine Warnung aus: "Der Aufschwung steht auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten."
Zudem hat sich die vom ifo-Institut erfasste Stimmung in der deutschen Wirtschaft im September trotz hoher Energiepreise stärker als erwartet verbessert. "Die deutsche Konjunktur erweist sich als widerstandsfähig gegen politische Ereignisse und hohe Ölpreise", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Eine kräftige Weltkonjunktur und eine Erholung in den Dienstleistungssektoren seien die Hauptursachen.
Letzte DAX-Rekorde
Am 28. August hatte der DAX sein letztes Allzeithoch auf Intraday-Basis bei 26.618,74 Punkten erreicht. Am selben Tag erreichte er einen Rekord auf Schlussbasis bei 26.569,99 Zählern.
Claudia Stephan, Alexandra Hesse, Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX und Dow Jones Newswires
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