DIW: Harter Lockdown belastet deutsche Wirtschaft erheblich in 2020, 2021


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Der harte Lockdown wird die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr erheblich belasten, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Für den Fall eines harten Lockdowns über den bereits beschlossenen 10. Januar 2021 hinaus bis Ende Januar dürfte das Wachstum im kommenden Jahr deutlich schwächer ausfallen als zunächst erwartet. Das DIW prognostiziert in dieses Szenario lediglich ein Wachstum von 3,5 Prozent für das Gesamtjahr 2021 statt des zuvor erwarteten Anstiegs um 5,3 Prozent.

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"Das erneute Aufflammen der Corona-Pandemie setzt dem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland zum Jahreswechsel ein Ende", erklärte das DIW.

Das DIW bezweifelt, dass mit einer Beendigung des harten Lockdowns am 10. Januar zu rechnen ist. Als Gründe dafür nannten die Ökonomen die neuerliche Dynamik des Infektionsgeschehens, die anstehenden Weihnachtsfeiertage mit entsprechend häufigeren privaten Kontakten, das Neujahrsfest und die kalte Jahreszeit.

Der harte Lockdown würde wohl stattdessen bis Ende Januar andauern und dann im Februar in einen Teil-Lockdown ähnlich der Situation im November übergehen. Erst im März würden dann die Beschränkungen aufgehoben.

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"Der harte Lockdown führt zunächst zu großen wirtschaftlichen Einbußen: So dürfte etwa der Einzelhandel - trotz der Möglichkeit, auf den Onlinehandel auszuweichen - wie auch im Frühjahr einbrechen", erwartet das DIW. Im Kfz-Handel, der zuletzt durch Vorzieheffekte im Rahmen der temporären Mehrwertsteuersenkung angekurbelt wurde, dürfte dies spürbar sein. Hinzu komme, dass durch Schul- und Kita-Schließungen auch im Bereich Erziehung und Unterricht die Wertschöpfung sinkt und darüber hinaus die entstehenden Betreuungsengpässe den Arbeitseinsatz allgemein beeinträchtigen.

"Dies hinterlässt Spuren bei der Wirtschaftsleistung, besonders im Januar", so das DIW. Gelänge es jedoch das Infektionsgeschehen nachhaltig unter Kontrolle zu bringen, eröffne dies Potenziale für die folgenden Monate.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/mgo

(END) Dow Jones Newswires

December 15, 2020 09:45 ET (14:45 GMT)

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