Eurozone-BIP sinkt im vierten Quartal um 0,7 Prozent
Die Wirtschaft im Euroraum ist im vierten Quartal 2020 etwas stärker geschrumpft als bislang berichtet. Wie die Statistikbehörde Eurostat in einer dritten Veröffentlichung mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Bei der zweiten Schätzung am 16. Februar war zunächst ein BIP-Minus von 0,6 Prozent gemeldet worden. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten mit einer Bestätigung dieser Rate gerechnet.
Auf Jahressicht betrug der BIP-Rückgang 4,9 Prozent, womit es gegenüber der zweiten Veröffentlichung von 5,0 Prozent zu einer kleinen Aufwärtsrevision gekommen ist.
Im vierten Quartal fielen die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Euroraum um 3,0 (Vorquartal: Zunahme um 14,1) Prozent. Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen um 1,6 (13,9) Prozent. Die Ausfuhren wuchsen um 3,5 (16,7) Prozent, die Einfuhren um 4,1 (11,8) Prozent.
In den 27 EU-Ländern zusammen sank das BIP im vierten Quartal um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und lag um 4,6 Prozent niedriger als im Vorjahresquartal.
Im Gesamtjahr 2020 ging das BIP im Euroraum um 6,6 Prozent und in der EU um 6,2 Prozent zurück; im Jahr 2019 hatte es Zuwachsraten von 1,3 und 1,6 Prozent gegeben.
Von Andreas Plecko
FRANKFURT (Dow Jones)