Generalinspekteur: 'Wir investieren in neue Technologie'


BERLIN (dpa-AFX) - Generalinspekteur Carsten Breuer weist Vorwürfe zurück, bei der Bundeswehr werde bei der Modernisierung zu viel Geld in veraltete Technologie gesteckt. "Es geht bei unserer Beschaffung nicht um die Alternative Kampfpanzer oder Drohne, das ist kein Entweder-Oder, sondern um beides: Kampfpanzer und Drohne, oder besser Panzer mit Drohne", sagte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

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Moderne Panzer seien heute weitaus mehr als 50 Tonnen Stahl, führte Breuer aus. "Sie bieten auf dem Gefechtsfeld neben der eigentlichen Waffenwirkung eine vernetzte Sensorplattform, die Drohnen steuert, Daten aufnimmt und verteilt." Kein System, das heute beschafft werde, sei ohne unbemannte Elemente und ohne Künstliche Intelligenz denkbar, sagte Breuer. "Insoweit läuft die Kritik ins Leere, denn wir machen genau das: Wir investieren in neue Technologien, in zukunftsgerichtete Fähigkeiten."

Mitte August hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft der Bundeswehr vorgeworfen, falsche Schwerpunkte bei der Aufrüstung zu setzen. Statt in Panzer, Schiffe und Soldaten müsse mehr Geld in Drohnen, KI und Robotik fließen, forderte Präsident Moritz Schularick. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Schularick, statt die 700 Milliarden Euro, die bis 2030 für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung stünden, gezielt in Waffensysteme der Zukunft zu investieren, gebe Verteidigungsminister Boris Pistorius einen Großteil des Geldes weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus.

Breuer trat auch dem Vorwurf entgegen, die Bundeswehr sei zu langsam bei der Entwicklung von Innovationen. Zwar gelinge es Deutschland noch nicht, das Tempo der Ukraine bei technologischen Entwicklungen zu erreichen. "Wir sind aber deutlich schneller geworden", sagte der Generalinspekteur. So seien Kamikazedrohnen innerhalb von acht Monaten erprobt worden und könnten zeitnah in die Truppe eingeführt werden.

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Heute stellt sich Breuer in Kopenhagen bei einer Tagung des Ausschusses zur Wahl um den Posten des Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses (Abstimmung ab 16.00 Uhr). Der gewählte Kandidat soll nach Angaben der Nato im Juli 2027 die Nachfolge des derzeitigen Amtsinhabers Giuseppe Cavo Dragone antreten. Breuer ist seit März 2023 Generalinspekteur der Bundeswehr und damit der ranghöchste Soldat Deutschlands./hme/DP/zb

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