Gericht prüft schnelles Ende im Schwabenlandtower-Prozess


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STUTTGART (dpa-AFX) - Fast zehn Jahre nach der Insolvenz des noch immer nicht fertiggestellten Schwabenlandtowers in Fellbach bei Stuttgart deutet sich ein schnelles Ende des Gerichtsverfahrens gegen die zwei ehemaligen Geschäftsführer und Investoren an. Der Vorsitzende Richter kündigte nach der Verlesung der Anklage Gespräche zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung über eine rasche Beendigung des Strafprozesses an. Hintergrund der Gespräche sind unter anderem die lange Verfahrensdauer. Die Ermittlungen hatten sich über Jahre hingezogen und auch bei Gericht lagen die Akten zunächst, ohne dass der Komplex zur Verhandlung kam.

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Den beiden Angeklagten, Vater und Sohn, heute 79 und 46 Jahre alt, wird Insolvenzverschleppung und Marktmanipulation bei Baden-Württembergs höchstem unvollendeten Wohngebäude zur Last gelegt. Die Angeklagten sollen es trotz Zahlungsunfähigkeit ab Mai 2016 über fünf Monate unterlassen haben, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die Angeklagten hätten bereits seit Mai gewusst, dass sie nicht mehr in der Lage gewesen seien, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, sagte die Staatsanwältin.

Anklage: Kurs von Anleihe manipuliert

Zur Finanzierung des Gesamtprojekts des 107 Meter hohen Wohnturms und Hotels wurde einst eine Anleihe im Gesamtwert von bis zu 35 Millionen Euro im Jahr 2014 aufgelegt. Sie war mit 6,5 Prozent jährlich verzinst. Das Duo soll nach Darstellung der Anklage den Anlegern falsche Angaben über die wirtschaftlichen Verhältnisse und über den Stand beim Bau des Hochhauses gemacht haben, um den Börsenpreis der Anleihe künstlich zu stabilisieren. So widersprachen die Angeklagten in einem Zeitungsinterview Gerüchten über eine finanzielle Schieflage bei dem Projekt. Außerdem sollen in einer Pflichtmitteilung für die Börse irreführende Angaben gemacht worden sein. In Wirklichkeit sei aber die weitere Finanzierung des Bauprojekts ungeklärt gewesen, so die Anklage.

Bis zur Anklageerhebung im September 2023 zogen sich die Ermittlungen über Jahre hinweg hin. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft verwies auf die Komplexität des Falls. Die Wirtschaftsstrafkammer hat zunächst bis Mitte Juli Verhandlungstermine angesetzt.

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Unfertiger Wohnturm ragt 107 Meter in die Höhe

Die Bauruine am Rande von Fellbach bei Stuttgart ist eine sichtbare Landmarke. Der Schwabenlandtower weist eine unrühmliche, jahrelange Geschichte aus Pleiten und Versprechungen auf. 2014 erfolgte der Baustart des damals noch Gewa-Tower genannten Hochhauses mit 66 hochwertigen Wohnungen, Geschäftsräumen und einem Hotel. Nach der Pleite der jetzt angeklagten ersten Bauherren startete die jahrelange Hängepartie.

Der neue Eigentümer verordnete dem Bau ein neues Konzept. Nach Jahren des Stillstands begann ein neuer Projektentwickler dann zwischenzeitlich damit, die geplanten Luxusappartements in kleinere, preiswertere Mietwohnungen umzuwandeln. Doch seit Jahren ruht nun wieder die Baustelle.

Zuletzt gehörte der Rohbau der schwankenden Adler Group (ADLER). Der Immobilienkonzern reicht ihn nun weiter. Eine Sprecherin sagte, es sei ein Vertrag über den geplanten Verkauf des Projekts Schwabenlandtower geschlossen worden. "Der Eigentumswechsel hat noch nicht stattgefunden und ist noch von verschiedenen Bedingungen abhängig."/ols/DP/jha

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