Zukunftsmarkt Quanten-Computing - Diese Aktie könnte sich bis 2035 verzehnfachen

Quantencomputing ist derzeit ein heiß gehandeltes Thema an der Börse. Bei einer Aktie sieht ein Analyst besonders viel Potential.
Werte in diesem Artikel
• Analyst sieht rasche Fortschritte bei Quantencomputing
• Keithen Drury hebt den Daumen für IonQ
• Prognose basiert aber auf gleich mehreren Annahmen
Das Zukunftsfeld Quantencomputing schreitet schneller voran als vielfach angenommen. Dieser Ansicht ist jedenfalls Keithen Drury, Technologieanalyst bei Motley Fool. "Die praktische Anwendung der Quantencomputer steht bereits vor der Tür", schrieb er in einem Beitrag.
IonQ mit enormem Kurspotential
Für ein Unternehmen dieser Branche ist die Vision des Experten besonders ambitioniert. Er glaubt, dass sich der Wert von IonQ innerhalb von rund zehn Jahren verzehnfachen könnte.
Drury argumentiert, dass der entscheidende Engpass bei Quantencomputing weiterhin die Genauigkeit der Systeme ist. In diesem Zusammenhang erklärt er, dass sich IonQ durch besonders hohe Präzision abhebt. Das Unternehmen erreiche einen Weltrekord von 99,99 Prozent bei der two-qubit gate fidelity, was bedeutet, dass nur etwa eine von 10.000 Operationen fehlerhaft ist. Andere Anbieter lägen häufig noch unterhalb dieser Marke.
Allerdings reicht auch dieses Niveau noch nicht für den breiten kommerziellen Einsatz. Drury stellt ausdrücklich fest, dass selbst diese Genauigkeit weit entfernt von dem Niveau ist, das erforderlich wäre, um diese Technologie für den breiten Einsatz bereit zu machen.
Marktpotenzial: Milliardenmarkt bis 2035
Ein zentraler Treiber der Investmentthese ist das erwartete Marktwachstum. Keithen Drury verweist auf Schätzungen von McKinsey, wonach der Markt für Quantencomputing bis 2035 ein Volumen von 28 bis 72 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Diese Spanne zeigt bereits die Unsicherheit: Die Bandbreite der Prognosen ist erheblich. Dennoch ergibt sich daraus ein ausreichend großes Marktumfeld, in dem sich auch einzelne Anbieter stark entwickeln könnten.
Voraussetzung: Relevanter Marktanteil
Bei seiner These einer Verzehnfachung des Wertes nimmt Drury an, dass IonQ im Erfolgsfall eine Marktkapitalisierung von rund 170 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Dafür wären in seiner Modellrechnung etwa 3,4 Milliarden US-Dollar Gewinn erforderlich. Um dieses Gewinnniveau zu erreichen, werde eine operative Marge von 40 Prozent unterstellt (ein Vergleich mit etablierten Hardware-Unternehmen zeige, dass sogar Margen von 50 Prozent möglich seien). Daraus ergibt sich ein notwendiger Umsatz von rund 8,5 Milliarden US-Dollar jährlich.
Entscheidend für diese Entwicklung sei, dass IonQ einen bedeutenden Marktanteil gewinne. Gelingt dies, dann habe er keinen Zweifel daran, dass der Aktienkurs in die Höhe schnellen wird, so der Analyst.
Risiken bleiben erheblich
Die Umsetzung werde jedoch nicht einfach, räumt Drury ein, denn IonQ habe noch jede Menge Hindernisse vor sich. Dazu zählen insbesondere technologische Herausforderungen, der Wettbewerb und die Unsicherheit, ob und wann Quantencomputer tatsächlich massentauglich werden. Zudem betont der Experte, dass es keineswegs garantiert ist, dass IonQ seine derzeitige technologische Führungsposition behaupten kann.
Einordnung für Privatanleger
Die Aktie von IonQ steht somit exemplarisch für eine klassische High-Risk-High-Reward-Wette. Denn die Chance auf eine Verzehnfachung basiert auf mehreren Annahmen gleichzeitig - technologische Führerschaft, erfolgreiche Skalierung und ein stark wachsender Gesamtmarkt. Jede dieser Voraussetzungen ist für sich genommen unsicher. Privatanleger sollten deshalb einen langen Anlagehorizont mitbringen und sich vor allem bewusst machen, dass auch ein vollständiger Fehlschlag möglich ist.
Die Analyse von Keithen Drury zeigt auf, dass IonQ ein möglicher Kandidat mit überdurchschnittlichem Kurspotenzial sein könnte - allerdings zu entsprechend hohem Risiko.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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