ifo-Institut: Biden als Präsident könnte Handelsspannungen abbauen
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Ein US-Präsident Joe Biden bietet nach der Analyse des ifo-Instituts die Chance, die weltweiten Spannungen und Unsicherheiten beim Handel abzubauen und die Zukunft der Welthandelsorganisation zu sichern. "Biden ist kein Freihändler. Auch die Demokraten haben in ihrem Wahlprogramm sehr viel Protektionismus", schrieb ifo-Außenwirtschaftsexpertin Lisandra Flach laut dem Institut in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Jedoch sei Biden von der Zusammenarbeit im Rahmen von internationalen Institutionen überzeugt. "Darin unterscheidet er sich deutlich vom gegenwärtigen US-Präsidenten Donald Trump."
Biden habe erklärt, er wolle eine tiefere Integration mit Europa vorantreiben, die transatlantische Partnerschaft wiederbeleben und über gemeinsame Standards bei Handel, Technik und Investitionen verhandeln, erklärte Flach. Ganz im Gegensatz hierzu stehe Trump, der die Gespräche zu mehreren Handelsabkommen beenden wolle und die in der Vergangenheit erhobenen Zölle als handelspolitische Erfolge verbuche. Die Demokraten hingegen wollten keine einseitigen Zollkriege führen und würden sich bemühen, künftig mit einer durch die USA geeinten internationalen Front mit China zu verhandeln.
Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com
DJG/ank/apo
(END) Dow Jones Newswires
November 02, 2020 05:35 ET (10:35 GMT)