ifo-Präsident Fuest sieht längeren Insolvenzschutz reserviert


BERLIN (Dow Jones)--Der Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Clemens Fuest, hat sich zurückhaltend zu einer möglichen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht über den 30. April hinaus geäußert. "Je länger die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt bleibt, desto triftiger sollten die Gründe dafür sein", sagte Fuest dem Handelsblatt.

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Die Gefahr, dass Firmen durch einen längeren Insolvenzschutz am Leben gehalten werden, die eigentlich nicht überlebensfähig seien, sah er allerdings nicht. Die Debatte über "Zombieunternehmen" in Deutschland halte er für überzogen, sagte er. Auch künftig würden Restaurants und Hotels gebraucht. "Solange die Pandemie eine Rückkehr zur Normalität verhindert, ist es schwer zu sagen, welche Unternehmen eine Zukunft haben und welche nicht", erklärte Fuest.

Dass es im Krisenjahr 2020 weniger Insolvenzen als in den Vorjahren gab, führte der Ökonom auf die umfangreichen staatlichen Hilfen, die Aussetzung der Pflicht zum Insolvenzantrag unter bestimmten Bedingungen und den Umstand zurück, dass die Pandemie unterschiedliche Branchen sehr unterschiedlich treffe. Viele Unternehmen hätten zudem "gelernt, mit den schwierigen Bedingungen zurechtzukommen".

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

April 28, 2021 08:49 ET (12:49 GMT)

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