Im Sinkflug

SAP-Aktie rutscht weiter ab: Analysten-Dämpfer und KI-Aussagen belasten den Kurs


SAP-Aktie rutscht weiter ab: Analysten-Dämpfer und KI-Aussagen belasten den Kurs

Die SAP-Aktie gerät erneut unter Druck und fällt nach einem Kursziel-Rückschlag von Jefferies sowie kontroversen KI-Aussagen von CEO Christian Klein weiter zurück.

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Aktien

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• Jefferies senkt Kursziel für SAP-Aktie
• KI-Aussagen von CEO Klein sorgen für zusätzliche Unsicherheit
• Blick richtet sich auf kommende Quartalszahlen

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Die Aktie von SAP steht am Donnerstag erneut unter Verkaufsdruck. Auf XETRA fällt das Papier zeitweise um 2,42 Prozent auf 131,60 Euro und nähert sich damit dem 52-Wochen-Tief bei 130,62 Euro. Seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste bereits auf etwa 37 Prozent - ein deutlicher Kontrast zum 52-Wochen-Hoch bei 269,35 Euro, von dem der Kurs inzwischen über 50 Prozent entfernt liegt.

Jefferies senkt Kursziel - Branchenumfeld bleibt schwach

Ein zentraler Belastungsfaktor kommt von der Investmentbank Jefferies. Analyst Charles Brennan hat das Kursziel von 230 auf 210 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung jedoch beibehalten. Als Hauptgrund nennt er weniger unternehmensspezifische Probleme als vielmehr ein schwaches Umfeld für die gesamte europäische Softwarebranche.

Laut Jefferies dürfte die kommende Q2-Berichtssaison keine starken Impulse liefern. Besonders im Vergleich zu anderen Tech-Sektoren fehle derzeit die Dynamik. Anleger seien entsprechend zurückhaltend, obwohl sich langfristig eine Entspannung der "Mauer der Sorgen" abzeichnen könne. Die Anpassung der Kursziele spiegele daher primär die Branchenrealität wider, berichtet Investing.com unter Berufung auf die Analysteneinschätzung.

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KI-Debatte um SAP-Chef Klein verunsichert Anleger zusätzlich

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt eine Aussage von SAP-CEO Christian Klein, die über die Australian Financial Review verbreitet wurde. Er stellte darin eine radikale Zukunftsvision für die Softwareentwicklung im Unternehmen in den Raum. "Es gibt eine Chance, dass bei SAP in drei bis vier Jahren niemand mehr Software entwickelt", sagte er gegenüber dem Magazin.

Diese Aussage befeuert Spekulationen über den Einfluss von KI und sogenannten "Vibe-Coding"-Ansätzen, die klassische Entwicklerrollen teilweise ersetzen könnten. Gleichzeitig betonte Klein jedoch die strategische Bedeutung der SAP-Kernsysteme. "Das ERP-System ist das Gehirn des Unternehmens", wird er von der Australian Financial Review zitiert.

Je tiefer KI in Prozesse wie Preisgestaltung, Logistik, Finanzen und Einkauf integriert werde, desto wertvoller werde dieses System, so die Argumentation.

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Zwischen Unterbewertung und Unsicherheit: gemischte Signale für Anleger

Trotz der Kursschwäche gibt es auch Gegenpositionen. Laut Investing.com sieht Morningstar die Aktie weiterhin positiv und bewertet sie mit fünf Sternen als deutlich unterbewertet. Zudem wird SAP ein breiter wirtschaftlicher "Burggraben" attestiert, also ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.

Gleichzeitig gibt es kritische Stimmen, die Zweifel äußern, ob SAP mit seinen Migrations-Tools für Bestandskunden rechtzeitig am Markt ist, um Wechsel zu Konkurrenzlösungen zu verhindern.

Die Handelsaktivität bleibt jedoch auffällig niedrig: Laut Investing.com wurde zeitweise nur rund ein Viertel des üblichen Tagesvolumens umgesetzt - ein Hinweis darauf, dass der Kursrückgang bislang eher von ruhigem Abgabedruck als von einer Panikbewegung geprägt ist.

Quartalszahlen als nächster Katalysator?

Der nächste wichtige Impuls steht am 23. Juli 2026 an, wenn SAP die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt. In den vergangenen Monaten wurden die Gewinnerwartungen leicht nach oben angepasst - ein grundsätzlich positives Signal.

Trotzdem bleibt die Ausgangslage angespannt: Selbst besser als erwartete Ergebnisse führten zuletzt nicht zwingend zu Kursgewinnen. Ob SAP die skeptischen Marktstimmen widerlegen kann, dürfte sich daher erst mit den kommenden Quartalszahlen zeigen.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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02.07.26 SAP SE Neutral JP Morgan Chase & Co.
29.06.26 SAP SE Buy Jefferies & Company Inc.
25.06.26 SAP SE Buy Jefferies & Company Inc.
19.06.26 SAP SE Buy UBS AG
19.06.26 SAP SE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)