IMK: Kinderbonus und Kurzarbeitergeld bringen stärkeren Konjunkturimpuls


Von Andreas Kißler

BERLIN (Dow Jones)--Die Senkung der Mehrwertsteuer bis Ende 2020 dürfte dem privaten Konsum und der Konjunktur nach Dafürhalten des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung nur einen relativ überschaubaren Impuls geben. Größere Effekte hätten die dafür im Konjunkturpaket der Bundesregierung eingesetzten Mittel wahrscheinlich erzeugt, wenn sie in einen höheren Kinderbonus oder eine stärkere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes geflossen wären. Darauf deuteten nach einer neuen Analyse des Instituts aktuelle Ergebnisse einer Umfrage unter gut 6.300 Erwerbstätigen hin.

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Knapp 75 Prozent der Befragten gaben laut den Angaben Ende Juni an, trotz Mehrwertsteuersenkung ihr Konsumverhalten im zweiten Halbjahr 2020 nicht verändern zu wollen. Dagegen hätten fast 80 Prozent der Befragten erklärt, sie würden bei einer Einmalzahlung wie dem Kinderbonus ihren Konsum erhöhen. Zudem zeige sich in der Umfrage, dass Menschen, die ohne Aufstockung des Kurzarbeitergeldes in Kurzarbeit sind, ihre Ausgaben signifikant häufiger reduziert haben als andere Befragte - eine finanzielle Besserstellung hätte daher nach Einschätzung der Studienautoren Sebastian Dullien und Jan Behringer ebenfalls spürbare positive Wirkungen.

"Eine andere Gewichtung der Maßnahmen im Konjunkturpaket - etwa ein höherer Kinderbonus oder eine großzügigere Aufstockung des Kurzarbeitergeldes - hätte nach diesen Ergebnissen zu einem größeren konjunkturellen Impuls geführt", schrieben die Wissenschaftler in ihrem Fazit und rieten dazu, im Falle weiterer Pakete zur Konjunkturstützung entsprechend anders zu gewichten. Rund 20 Milliarden Euro werde die vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer kosten - knapp die Hälfte des finanziellen Volumens aus dem Konjunkturpaket, das 2020 wirksam wird.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

August 24, 2020 04:24 ET (08:24 GMT)

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