Goldman und JPMorgan bringen Handelskörbe für KI-Anleihen an den Markt
Goldman Sachs und JPMorgan Chase haben in dieser Woche neue Produkte eingeführt, mit denen institutionelle Anleger ihr Engagement in Technologie-Anleihen schnell auf- oder abbauen können.
Werte in diesem Artikel
• Goldman biete laut einer von Bloomberg eingesehenen Handelsnotiz einen Korb aus 18 gleichgewichteten US-High-Yield-Emittenten an
• JPMorgan habe ebenfalls bereits drei separate Körbe aufgelegt
• Handelsgrößen lägen zwischen 50 und 250 Millionen US-Dollar
Neue Instrumente für ein wachsendes Risiko
Laut Bloomberg reagiere die Wall Street damit auf ein Problem, das sich seit Monaten aufbaue: Die Forderungen von Anleiheinvestoren gegenüber KI- und Rechenzentrumsprojekten wüchsen in einem beispiellosen Tempo. Die neuen Körbe erlaubten es Hedgefonds und anderen Investoren, sektorspezifische Risiken in ihren Portfolios in einem einzigen Handelsschritt zu einem vereinbarten Preis anzupassen, oder gezielt bullische beziehungsweise bärische Positionen zum Sektor aufzubauen.
Der Goldman-Korb: Konditionen im Detail
Der von Goldman Sachs Ende Juli angekündigte Korb umfasse Anleihen von 18 gleichgewichteten US-High-Yield-Emittenten, darunter CoreWeave, Applied Digital und Cipher Digital Inc.. Investoren könnten laut der Notiz entweder die zugrunde liegenden Anleihen direkt kaufen oder Total-Return-Swaps darauf handeln, wobei die Bank Preisanfragen zwischen 50 und 250 Millionen US-Dollar stelle. Die im Korb enthaltenen Anleihen wiesen im Schnitt eine Rendite von 7,45 Prozent und einen Spread von 319 Basispunkten auf, gegenüber durchschnittlich 7,3 Prozent Rendite und 267 Basispunkten Spread im breiteren High-Yield-Markt.
JPMorgans dreigeteilter Ansatz
JPMorgan Chase habe bereits einige Tage zuvor und damit vor Goldman reagiert und gleich drei Körbe an den Start gebracht. Der erste bestehe aus länger laufenden, liquideren Investment-Grade-Anleihen von elf Emittenten, die an Hyperscaler und Projektfinanzierungen gekoppelt seien, darunter Microsoft, Meta Platforms, Amazon, Alphabet und Oracle. Ein zweiter Korb richte sich auf 15 KI-nahe Emittenten im Hochzinssegment, ebenfalls mit CoreWeave und Applied Digital vertreten. Der dritte Korb bündle 16 Werte aus dem Halbleiter- und Hardwarebereich, angeführt von NVIDIA. Beide Banken hätten eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg abgelehnt.
Einordnung: Nicht das erste Hedging-Tool dieser Art
Die neuen Körbe reihen sich laut Bloomberg in eine Serie ähnlicher Produkte ein. Bereits im Februar habe JPMorgan einen Korb aus Credit Default Swaps auf einige der größten Hyperscaler lanciert, handelbar in Schritten von 25 Millionen US-Dollar, je 5 Millionen US-Dollar pro Unternehmen. Im März wiederum habe Goldman Kunden, die auf fallende Kurse im Leveraged-Loan-Markt setzen wollten, mitgeteilt, ein entsprechendes Produkt sei noch nicht einsatzbereit gewesen.
Grant Nachman, Gründer und Chief Investment Officer von Shorecliff Asset Management, habe gegenüber Bloomberg erklärt, die Körbe seien in der Regel groß, breit gestreut und hochliquide, was insbesondere Long-only-Managern eine schnelle und effiziente Anpassung des Gesamtrisikos ermögliche. Für Hedgefonds böten sie zudem eine einfache Möglichkeit, ihre Long- oder Short-Positionierung zum Sektor gezielt zu dosieren.
Markus Maier, Redaktion finanzen.net
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