KI-Agenten

Aktien von AMD, NVIDIA, Intel und Arm im Fokus: BofA hebt Prognose für Server-CPU-Markt an


Aktien von AMD, NVIDIA, Intel und Arm im Fokus: BofA hebt Prognose für Server-CPU-Markt an

Die Bank of America (BofA) hebt ihre Prognose für den globalen Server-CPU-Markt bis zum Jahr 2030 deutlich an. Als Treiber gilt der Aufstieg von KI-Agenten.

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• BofA hebt Prognose für Server-CPU-Markt an
• KI-Agenten gelten laut Analyst Vivek Arya als zentraler Wachstumstreiber
• AMD bleibt Top-Pick, NVIDIA bevorzugter Wert im Gesamtsektor

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BofA korrigiert Marktprognose deutlich nach oben

Die Bank of America hat ihre Prognose für den weltweiten Markt für Server-Prozessoren angehoben. Analyst Vivek Arya rechnet nun bis zum Jahr 2030 mit einem Marktvolumen von mehr als 210 Milliarden US-Dollar, nachdem die Bank zuvor von rund 170 Milliarden US-Dollar ausgegangen war. Nach Angaben des Finanznachrichtendienstes Investing.com folgte die Anhebung auf die Berichtssaison zum zweiten Quartal sowie auf eine starke Nachfrage nach KI-Rechenleistung und Speicherkapazitäten. Damit impliziert die neue Prognose ein nahezu fünffaches Wachstum gegenüber dem Marktvolumen von etwa 35 Milliarden US-Dollar im Kalenderjahr 2025, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 36 Prozent statt zuvor angenommener 30 Prozent. Für das Jahr 2026 geht BofA von einem Umsatz mit Server-Prozessoren von 61,4 Milliarden US-Dollar aus, der bis 2030 auf 210,6 Milliarden US-Dollar steigen soll.

KI-Agenten verändern das Verhältnis von CPU zu GPU

Im Zentrum der neuen Einschätzung steht laut BofA eine veränderte Aufgabenverteilung zwischen Prozessoren und Grafikchips. Während GPUs die eigentlichen Rechenoperationen für KI-Modelle übernehmen, koordinieren CPUs bislang vor allem Betriebssystem, Anwendungen, Datenbanken und Netzwerkverbindungen. Mit dem Übergang zu KI-Agenten, die mehrstufige Aufgaben eigenständig ausführen, soll der Prozessor zunehmend zur Steuerungsebene für diese Systeme werden. BofA erwartet deshalb, dass sich das Verhältnis von CPUs zu GPUs von etwa 1 zu 4 in der Trainingsphase über etwa 1 zu 2 bei Inferenz-Anwendungen auf nahezu 1 zu 1 im Agenten-Zeitalter verschiebt. Der Anteil von Prozessoren am gesamten Markt für Rechenzentrumssysteme, den BofA auf 2,2 Billionen US-Dollar beziffert, soll dadurch bis 2030 auf rund 10 Prozent steigen, verglichen mit etwa 7 Prozent während der Trainingsphase 2024 bis 2025. Innerhalb der 210 Milliarden US-Dollar entfallen nach der Aufschlüsselung, über die die Finanzanalyse-Plattform TradingView unter Berufung auf Benzinga berichtet, rund 30 Milliarden US-Dollar auf klassische Cloud- und On-Premise-Prozessoren, rund 90 Milliarden US-Dollar auf CPUs für KI-Cluster und Head-Nodes sowie weitere rund 90 Milliarden US-Dollar auf eigenständige Prozessoren für den Betrieb von KI-Agenten, ein Segment, das vor zwei Jahren nach Angaben der Quelle noch kaum existierte. BofA betont zudem, dass Prozessoren aus ihrer Sicht den Gesamtmarkt für Systeme zusätzlich vergrößern und GPUs nicht ersetzen, da nahezu Rekordpreise bei GPU-Mieten und Speicherbausteinen auf eine breite Verknappung bei Rechenkapazitäten hindeuten, die sich auch auf Prozessoren erstrecke.

Marktanteile verschieben sich: AMD-Aktie bleibt Favorit von BofA

Bei den Marktanteilen rechnet BofA mit spürbaren Verschiebungen zwischen den Anbietern. Der Anteil von Intel am Umsatz mit Server-Prozessoren soll von rund 34 Prozent im Jahr 2026 auf 22 Prozent im Jahr 2030 sinken, während AMD mit einem Anstieg von rund 28 auf 31 Prozent vergleichsweise stabil bleiben soll. Als größter Gewinner gilt laut BofA die Architektur von Arm Holdings, deren Anteil am Wert des Server-CPU-Marktes bis 2030 auf 47 Prozent steigen soll, verteilt auf rund 38 Prozentpunkte aus frei verkäuflichen Produkten und rund 9 Prozentpunkte aus kundenspezifischen Entwicklungen. Zu den frei verkäuflichen Arm-basierten Produkten zählen laut der Aufschlüsselung von TradingView unter anderem Vera-Prozessoren von NVIDIA und Lösungen von QUALCOMM, während zu den kundenspezifischen Chips etwa Graviton von Amazon, Axion von Alphabet und Cobalt von Microsoft gehören. Trotz der Anteilsgewinne von Arm bleibt AMD nach Angaben von BofA der bevorzugte Wert unter den Prozessorherstellern, begründet mit der Breite des Portfolios sowohl bei besonders taktstarken als auch bei kernzahlstarken Chips für agentenbasierte Anwendungen. Als Beispiel wird der kommende Zen-6-Prozessor, Venice genannt, der bis zu 256 Kerne bieten soll, verglichen mit 192 Kernen bei Intels Diamond Rapids und 88 Kernen bei NVIDIA Vera. NVIDIA gilt laut Investing.com als bevorzugter Wert der Bank im gesamten Halbleitersektor, während bei Intel die Foundry-Sparte als zusätzliche Option hervorgehoben wird und Arm als der Anbieter mit den größten Marktanteilsgewinnen gilt. Seit Jahresbeginn 2026 haben sich die Aktien der drei CPU-Hersteller deutlich verteuert, Intel um 142,57 Prozent, Arm Holdings um 121,31 Prozent und AMD um 119,8 Prozent (Stand: 31.08.2026).

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Maurice NORBERT / Shutterstock.com, Katherine Welles / Shutterstock.com

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