Palantir-Aktie in Grün: Was hinter dem Armada-Deal steckt und warum ARK Invest trotzdem Kasse macht
Palantir will "Sovereign AI" künftig samt Rechenzentrum ausliefern, doch ausgerechnet am Tag der Ankündigung trennt sich Cathie Wood von Aktien im Millionenwert.
Werte in diesem Artikel
- Palantir macht Armada zum ersten Partner für modulare Rechenzentren
- Kunden sollen eigene KI-Infrastruktur "binnen Monaten statt Jahren" erhalten
- ARK Invest verkauft am selben Tag Palantir-Aktien für rund 3,9 Millionen US-Dollar
Palantir holt sich für das Geschäft mit "Sovereign AI" erstmals einen festen Hardwarepartner an Bord und rückt damit näher an die physische Infrastruktur heran, auf der die eigene Software läuft. Wie der Softwarekonzern am Donnerstag mitteilte, wird Armada zum ersten zertifizierten Partner für modulare Rechenzentren. Ausgerechnet am selben Tag reduzierte Cathie Woods Fondsgesellschaft ARK Invest ihre Position in der Palantir-Aktie, die am Freitag im vorbörslichen NASDAQ-Handel zeitweise um 0,78 Prozent auf 191,52 US-Dollar zulegt.
Was Palantir und Armada gemeinsam anbieten wollen
Das Paket verbindet Palantirs "Sovereign AI Operating System", das auf den Plattformen AIP, Ontology, Foundry und Apollo aufbaut, mit der Infrastruktur von Armada. Dazu zählen die modularen Rechenzentren vom Typ Galleon, die Steuerungssoftware Armada Platform sowie das Sovereign AI Grid, das einzelne Standorte zu einem verteilten System verknüpft, damit kritische KI-Anwendungen nicht an einem einzigen Standort hängen. Unternehmen und Regierungen sollen offene KI-Modelle auf eigener Hardware betreiben und fortlaufend mit eigenen Daten anpassen können, ohne auf eine externe Cloud angewiesen zu sein, auch nicht auf eine von Armada. Gefertigt werden die Rechenzentren in den USA und verbündeten Staaten, bei Bedarf laufen sie komplett abgeschottet von externen Datennetzen.
Vom Bauplan mit NVIDIA zum robusten Modulrechenzentrum
Ganz neu ist die Stoßrichtung allerdings nicht. Bereits am 12. März dieses Jahres hatte Palantir gemeinsam mit NVIDIA eine Referenzarchitektur für ein souveränes KI-Betriebssystem vorgestellt, die Kunden ein schlüsselfertiges KI-Rechenzentrum von der Hardwarebeschaffung bis zur Anwendung liefern soll. Die Partnerschaft mit Armada überträgt diesen Bauplan nun auf robuste, modulare Rechenzentren. Palantir-Chef Alex Karp bringt den Anspruch auf eine knappe Formel: Souveränität könne man nicht mieten, es gehe darum, Modellgewichte, Daten und Hardware selbst zu besitzen und zu wissen, wo diese Hardware gebaut wurde. Die Begründung liefert der Konzern gleich mit. Kunden fragten zunehmend nach Kapazitäten innerhalb der eigenen Sicherheitsgrenzen, statt Rechenleistung bei Anbietern außerhalb ihrer Rechtsordnung anzumieten.
Palantir-Aktie: Das Quartal liefert Rückenwind, der Deal noch keine Zahlen
Dass Palantir das Thema so offensiv besetzt, hat einen handfesten Hintergrund. Aus dem Quartalsbericht, den der Konzern Anfang August bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichte, geht für das zweite Quartal ein Umsatzplus von 93 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 1,935 Milliarden US-Dollar hervor. Das US-Geschäft mit Unternehmenskunden wuchs sogar um 149 Prozent auf 764 Millionen US-Dollar, die Jahresprognose hob Palantir auf 8,15 bis 8,158 Milliarden US-Dollar an, ein Wachstum von 82 Prozent. Karp erklärte damals, die Nachfrage nach KI-Souveränität sei nun entfesselt. Gemessen daran bleibt die Mitteilung zu Armada auffällig vage: Finanzielle Eckdaten, Volumina oder erste Kunden nennen die Partner nicht, und das Versprechen, Kapazitäten "binnen Monaten statt Jahren" bereitzustellen, muss sich in konkreten Projekten erst beweisen.
Cathie Wood trennt sich von Palantir und greift bei Rocket Lab zu
Praktisch zeitgleich sorgte Cathie Woods ARK Invest für Aufsehen: Denn die Fondsgesellschaft verkaufte übere ihre ETFs ARKQ und ARKX Palantir-Aktien im Wert von rund 3,9 Millionen US-Dollar, während über dieselben beiden Fonds sowie den ARKK rund 16,3 Millionen US-Dollar in Aktien von Rocket Lab flossen. Dabei dürfte es sich vor allem um Umschichtungen und Gewinnmitnahmen handeln. Cathie Wood ist schließlich bekannt für antizyklische Käufe: Palantir hat in den vergangenen drei Monaten rund 47 Prozent zugelegt, während RocketLab rund 30 Prozent nachgab.
Partnerschaft mit Armada: Was der Deal für Anleger bedeutet
Für Anleger ist die Partnerschaft vor allem ein strategisches Signal und noch kein Umsatztreiber. Palantir zeigt damit, dass der Konzern im wachsenden Markt für souveräne KI nicht nur die Software liefern, sondern das Gesamtpaket bis hin zur Hardware mitgestalten will. Das kann die Bindung an Regierungs- und Unternehmenskunden stärken, die ihre Daten und Modelle bewusst nicht in fremde Clouds geben wollen. Wie viel Geschäft daraus tatsächlich entsteht, lässt sich mangels Zahlen aber nicht abschätzen. Zugleich ist an der Börse bereits viel Wachstum eingepreist, nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Monate dürfte der Markt jede Schwäche entsprechend hart bestrafen. Der Teilverkauf von ARK Invest ist dabei eher als Umschichtung zu werten denn als grundsätzliches Misstrauensvotum. Ob die Strategie aufgeht, zeigt sich erst, wenn die Partner erste Kunden und Projekte vorweisen können und das Wachstum in den kommenden Quartalszahlen sichtbar wird.
Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf NVIDIA
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf NVIDIA
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com, Piotr Swat / Shutterstock.com
