KI-Vision

"Macrohard" als Wendepunkt für die Tesla-Aktie? Das steckt hinter dem gemeinsamen Projekt mit xAI


"Macrohard" als Wendepunkt für die Tesla-Aktie? Das steckt hinter dem gemeinsamen Projekt mit xAI

Mit dem gemeinsamen Projekt "Macrohard" verfolgen Tesla und xAI eine Vision, die den Übergang von KI als Werkzeug hin zu KI als Arbeitskraft signalisieren könnte.

Werte in diesem Artikel
Aktien

212.10 EUR -2.85 EUR -1.33 %

335.60 EUR -5.95 EUR -1.74 %

169.54 EUR -2.20 EUR -1.28 %

130.46 EUR 0.20 EUR 0.15 %

349.75 EUR -6.45 EUR -1.81 %

• Tesla kündigt gemeinsames Projekt mit xAI an
• "Macrohard" soll Funktionen ganzer Unternehmen nachbilden können
• Tesla vor Neubewertung als KI-Aktie?

Werbung

Mitte März kündigte Elon Musk via X ein gemeinsames Vorhaben seiner beiden Firmen Tesla und xAI an. Das Projekt "Macrohard" - auch als "Digital Optimus" bezeichnet - soll das Sprachmodell Grok von xAI mit Hardware und KI-Agenten von Tesla kombinieren und so das "einzige intelligente Echtzeit KI-System" hervorbringen, das laut Musk in der Lage sein werde "die Funktionen ganzer Unternehmen nachzubilden".

Das soll "Macrohard" leisten

Wie Elon Musk in seinem X-Beitrag ausführt, soll "Macrohard" primär auf Teslas kostengünstiger AI4-Hardware laufen - die teurere NVIDIA-Hardware von xAI soll nur sparsam eingesetzt werden - und auf einem zweiteiligen System basieren, das "Instinkt" und "Vernunft" miteinander verknüpft. Dabei fungiere Grok "als zentraler Dirigent/Navigator mit umfassendem Verständnis der Welt und steuert Digital Optimus, welcher die letzten fünf Sekunden der Bildschirmanzeige und Maus-/Tastatureingaben in Echtzeit verarbeitet und ausführt", schreibt der Tesla-Chef.

Im Kern ist "Macrohard" damit laut "Marketwise" der Versuch, eine künstliche Intelligenz zu entwickeln, die einen Computer so bedienen kann wie ein Mensch und dadurch komplexe Büroarbeiten automatisiert. Um dies zu erreichen, beobachtet die KI den Bildschirm in Echtzeit und verfolgt Tasten- und Mausbewegungen - so dass sie diese Aufgaben letztlich selbst übernehmen kann. Grundlage dafür ist die Kombination der bereits genannten beiden Komponenten: eines Sprachmodells, das plant und "denkt", und eines ausführenden Systems, das diese Pläne in konkrete Aktionen übersetzt. Beim "Sehen" der Benutzeroberfläche dürften der KI dabei auch Teslas Erfahrungen aus dem Bereich Computer Vision zugutekommen, die der Autobauer im Rahmen der Entwicklung seiner FSD-Software gesammelt hat.

Werbung

Letztlich soll "Macrohard" laut "Marketwise" Tabellenkalkulationen bearbeiten, Code schreiben, Kundendienstanfragen beantworten oder Unternehmenssoftware verwalten können. Prinzipiell sei "Macrohard" laut Musk sogar "in der Lage, die Funktionen ganzer Unternehmen nachzubilden. Daher der Name MACROHARD - eine witzige Anspielung auf Microsoft", schreibt er auf X. Das alles sei "eine große Sache", da kein anderes Unternehmen das bisher könne, gibt sich der Visionär gewohnt großspurig. Sollten seine Versprechen dieses Mal jedoch tatsächlich wahr sein, könnte "Macrohard" tatsächlich zu einer Disruption der Softwarebranche und der Arbeitswelt beitragen.

Folgen für die Tesla-Aktie: "Macrohard" als AWS-Moment für Tesla?

Die langfristige Perspektive von "Macrohard" ist radikal: Die KI soll nicht nur sagen, was zu tun ist, sondern es direkt tun. In dieser Logik verschiebt sich die Rolle der KI fundamental - vom Assistenten zum Akteur. Im Extremfall könnte eine solche KI sämtliche Tätigkeiten eines menschlichen Mitarbeiters simulieren. Unternehmen würden dann nicht mehr nur Software kaufen, sondern digitale Arbeitsleistung beziehen - und zwar in Elon Musks Vision von seinen Firmen. Sollte dieser Ansatz funktionieren, würde Tesla in direkte Konkurrenz zu großen Plattformanbietern rücken - und könnte mögliche neue Einkommensquellen erschließen.

"Barron's" zieht bereits Parallelen zu Amazon, dessen Cloudgeschäft Amazon Web Services maßgeblich zur Profitabilität des Mutterkonzerns beigetragen hat. Eine ähnliche Entwicklung könnte nun laut der Nachrichtenseite auch bei Tesla bevorstehen. Falls es Musk gelingen sollte, auch nur einen Bruchteil der Vision umzusetzen, könnte sich die Bewertungslogik von Tesla dementsprechend grundlegend verändern. Statt als Autohersteller würde die Firma dann als Plattform für künstliche Intelligenz wahrgenommen - mit entsprechend höheren Multiplikatoren.

Ob die ambitionierte Vision von Elon Musk jedoch tatsächlich Wirklichkeit wird, steht aktuell noch in den Sternen. Allerdings festigt das Projekt "Macrohard" bereits jetzt Teslas Anspruch, stärker als KI-Unternehmen wahrgenommen zu werden. Der bekannte Wedbush-Analyst Dan Ives bezeichnete Teslas KI-Agenten laut "Barron's" bereits als einen "Warnschuss in der Tech-Welt". "Die KI-Strategie von Tesla entwickelt sich hier rasant weiter. Ein großer Schritt nach vorn", so der Analyst weiter. Womöglich könnten somit allein Teslas neue Ambitionen im KI-Bereich - und vor allem die damit verbundenen Hoffnungen der Investoren - das durch rückläufige Auslieferungszahlen schwächelnde Autogeschäft kompensieren und der Tesla-Aktie, die seit Jahresbeginn bislang rund 12,6 Prozent verloren hat, neuen Schwung verleihen (Stand: Schlusskurs vom 18. März 2026).

Neue Hoffnungen auf Verschmelzung weiterer Musk-Konzerne

Das gemeinsame Projekt von Tesla und xAI sowie die bereits im Januar getroffene Vereinbarung, wonach Tesla für zwei Milliarden US-Dollar Anteile an xAI erwerben wird, schüren laut "Barron's" außerdem die Hoffnung, dass Musk irgendwann alle seine Unternehmen zu einer Multi-Billionen-Firma mit Fokus auf KI zusammenlegen könnte. Dazu passt auch, dass xAI im Februar von Musks-Weltraumfirma SpaceX in einem reinen Aktiendeal übernommen wurde, der xAI laut "Reuters" mit 250 Milliarden US-Dollar und SpaceX, das angeblich auf einen Börsengang zusteuert, mit einer Billion US-Dollar bewertete. In der Folge erhielt Tesla von der FTC im März außerdem die behördliche Genehmigung, seine Investition in xAI in eine Beteiligung an SpaceX umzuwandeln.

Analyst Dan Ives schrieb zu entsprechenden Spekulationen bereits im Februar, dass er davon ausgehe, dass Musk seine Kräfte bündeln und Tesla innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate in die SpaceX/xAI-Struktur integrieren werde. Entstehen würde dann ein übergreifendes KI-Ökosystem, das sowohl den Weltraum als auch die Erde abdeckt und Musks verschiedene Unternehmen zusammenführt - mit bislang noch nicht absehbaren Folgen für die Tesla-Aktie.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Joshua Lott/Getty Images, Zhang Peng/LightRocket via Getty Images

Aktuelle SpaceX Aktie News

Werbung

SpaceX Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für SpaceX nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
07.07.26 SpaceX Buy Deutsche Bank AG
07.07.26 SpaceX Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 SpaceX Outperform Bernstein Research
07.07.26 SpaceX Outperform RBC Capital Markets
07.07.26 SpaceX Buy Goldman Sachs Group Inc.