MÄRKTE EUROPA/Börsen auf Erholungskurs - Gewalt in Nahost ignoriert


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DOW JONES--Die europäischen Börsen gehen am Donnerstag auf Erholungskurs. Erneute gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg und die schwache Wall-Street-Vorgaben werden ignoriert. Die Eskalation in Nahost wird eher als Intermezzo eingeschätzt und weiter auf ein bald kommendes Friedensabkommen gesetzt. US-Präsident hatte die Angriffe als Druckmittel angekündigt angesichts des sich immer weiter hinziehenden Friedenfindungsprozesses.

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Entsprechend reagieren die Ölpreise auch nur sehr moderat. Der Brent-Ölpreis fällt inzwischen sogar weiter. Das dämpft Inflationssorgen. Am Anleihemarkt fallen die Renditen wieder leicht.

Der DAX legt um 0,1 Prozent zu auf 24.226 Zähler, der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,8 Prozent. Der Stoxx-Subindex Energie stütze letzteren Index mit einem Plus von 1,4 Prozent besonders. Im Technologiesektor ist der jüngste Abgabedruck trotz erneut schwacher Softwareaktien erst einmal ausgelaufen, er steigt leicht um 0,3 Prozent.

Die Märkte rechneten weiter mit einer baldigen Lösung im Nahen Osten, weil US-Präsident Trump mit den näherkommenden Zwischenwahlen unter Druck stehe, heißt es. Dazu komme die Fußball-WM: "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden WM als Friedenspräsident inszenieren will", sagt Thomas Altman von QC Partners.

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Im Fokus steht am Mittag der EZB-Zinsentscheid. Die absolute Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die EZB die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Manche Teilnehmer sehen die EZB-Sitzung wegen der einheitlichen Erwartung sogar als "Non-Event". Die üblichen Ankündigungen, wie "datenabhängiges Agieren" seien bekannt und eingepreist. Der eigentliche Fokus liege darauf, welche Signale bezüglich künftiger geldpolitischer Schritte gesendet würden, sagt Citi-Analyst Arnaud Mares. Er erwartet, dass die EZB auch bei ihrer nächsten Sitzung im Juli die Zinsen anheben wird.

Spannender könnte das Treffen der US-Notenbank in der kommenden Woche werden, zumal erstmal der Trump-Kandidat Kevin Warsh an der Spitze der Fed agiert. Eine Zinsänderung wird dann zwar nicht erwartet, zuletzt haben die Erwartungen aber zugenommen, dass es später im Jahr dazu kommen könnte.

Auf Unternehmensseite bewegen zwei Übernahmeangebote: Hugo Boss ziehen um6,2 Prozent an auf 38,70 Euro an, nachdem der Großaktionär Frasers ein Übernahmegebot von 38 Euro je Aktie abgegeben hat. Der Modehersteller bezeichnet es als "nicht abgestimmt" und betont in einer Mitteilung die geringe Prämie von rund 4 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs. Der Markt spekuliere auf ein erhöhtes Gebot, meint ein Händler.

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Kontron steigen um 4,2 Prozent. Der Großaktionär Ennoconn muss nach Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile ein öffentliches Angebot abgeben. Der österreichische IT-Konzern bietet mit 23,50 Euro in bar nur einen Tick mehr als den Xetra-Schlusskurs von 22,40 Euro.

Softwareaktien stehen europaweit wieder unter Druck. SAP fallen um 4,8 Prozent, Nemetschek um 4,1, Capgemini in Paris um 4,2, Temenos in Zürich um 2,3 und Sage Group in London um 3,4 Prozent. Hier belasten weiter die Sorgen über die KI-Konkurrenz für softwarebasierte Geschäftsmodelle. Verschärfend kommt hinzu, dass OpenAI seine Preise senken will, um den Konkurrenten Anthropic zu belasten.

Aktien mit positiver KI-Fantasie sind dagegen auf Erholungskurs. Infinein gewinnen 2,1, ASML 2,9, STMicro 4,0 oder Aixtron 3,6 Prozent. Im DAX können sich außerdem Siemens Energy nach dem starken Kursrücksetzer um 3,7 Prozent erholen. Das Unternehmen gilt als Profiteur der von Rechenzentren benötigten Energie.

INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 6.056,47 +0,8 46,52 6.009,95 4,6

Stoxx-50 5.191,26 +0,7 37,22 5.154,04 5,6

DAX 24.225,67 +0,1 30,36 24.195,31 -1,1

MDAX 31.380,01 +0,3 87,22 27.039,42 2,5

TecDAX 3.946,83 -0,8 -32,55 3.091,28 8,9

SDAX 17.969,65 +0,6 105,29 13.062,07 4,6

FTSE 10.308,29 +0,5 53,48 10.254,81 3,8

CAC 8.208,05 +0,6 46,22 8.161,83 0,7

SMI 13.504,70 +0,3 41,37 13.463,33 1,8

ATX 6.041,30 +1,2 72,49 5.968,81 13,4

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:20

EUR/USD 1,1547 +0,1 0,0012 1,1535 1,1550

EUR/JPY 185,35 +0,1 0,1500 185,2 185,3500

EUR/CHF 0,9224 0,0 0,0000 0,9224 0,9219

EUR/GBP 0,8627 +0,0 0,0001 0,8626 0,8623

USD/JPY 160,49 -0,0 -0,0400 160,53 160,4600

GBP/USD 1,3383 +0,1 0,0017 1,3366 1,3390

USD/CNY 6,7754 +0,0 0,0009 6,7745 6,7757

USD/CNH 6,7769 -0,1 -0,0052 6,7821 6,7786

AUS/USD 0,7003 +0,0 0,0001 0,7002 0,7016

Bitcoin/USD 62.635,36 +1,4 885,78 61.749,58 62.041,83

ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 89,48 -0,6 -0,55 90,03

Brent/ICE 92,46 -0,7 -0,64 93,10

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.107,37 +0,8 33,91 4.073,46

Silber 64,43 +1,2 0,74 63,69

Platin 1.679,32 +0,9 14,84 1.664,48

(Angaben ohne Gewähr)

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 11, 2026 04:01 ET (08:01 GMT)

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