MÄRKTE EUROPA/Etwas fester - Börsen setzen auf Rezession
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FRANKFURT (Dow Jones)--Etwas fester zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Gründonnerstag-Nachmittag. Der DAX steigt um 0,4 Prozent auf 15.585 Punkte, der Euro-Stoxx-50 zieht um 0,2 Prozent auf 4.308 Punkte an. Nach dem Rücksetzer der vergangenen Tage bleiben die Anleger zurückhaltend. Denn mit dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Karfreitag werden die wichtigsten Daten der Woche an einem Feiertag veröffentlicht. Europas Anleger können darauf erst am Dienstag reagieren. Die Börsen in Dänemark und Norwegen bleiben bereits am Berichtstag geschlossen.
Anleihen ziehen an - Hoffen auf schwache Daten
Die zuletzt schwachen Daten aus den USA hatten schon die Hoffnung auf eine gebremste Konjunktur geschürt. Entsprechend wird bereits ein Ende des Zinserhöhungszyklus in den Blick genommen. Am US-Anleihenmarkt sind die 10-jährigen Renditen mit 3,288 Prozent auf den niedrigsten Stand seit September gefallen.
Die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gaben für diese Diskussion indes nichts her: Sie fielen unerwartet im Wochenverlauf, jedoch wurde die Vorwoche kräftig hochrevidiert.
Auch in Europa dürfte die EZB dann der US-Notenbank folgen, so zumindest die Hoffnung der Anleihe-Bullen. Auch hierzulande geht es daher weiter nach oben, die Anleihe-Futures in Deutschland, Frankreich, Italien und anderen Ländern waren am Vortag nach oben ausgebrochen und legen weitere 0,4 Prozent zu. Der Bond-Markt habe sich auf eine Rezession eingestellt, selbst ein positiver US-Arbeitsmarkt dürfte ihn nicht mehr davon abbringen, heißt es von den Analysten der Commerzbank.
Unter Druck stehen entsprechend Siemens mit 3,6 Prozent Minus. Sie leiden unter einer Abstufung durch Barclays auf "Underweight" und dem generell verschlechterten Sentiment gegenüber typischen Konjunkturzyklikern, die unter einer Rezession am stärksten leiden würden. Auch Auto- und Bauwerte in Europa stehen damit überwiegend auf der Verkaufsliste.
Nur der Blick in den Rückspiegel stützt noch, denn die Produktion im produzierenden Gewerbe in Deutschland fiel stark aus, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Nach dem erneuten kräftigen Anstieg im Februar um 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat verdichten sich die Zeichen, dass das deutsche BIP im 1. Quartal nicht noch einmal geschrumpft ist.
T-Aktie holt Dividende auf
Deutsche Telekom notieren nur optisch mit minus 2,1 Prozent oder 0,49 Euro. Denn die Aktie schüttet 0,70 Cent Dividende aus und liegt damit eigentlich im Plus. Größter DAX-Gewinner sind Vonovia mit 4,6 Prozent Plus. Damit erholen sie sich aber nur von den gleichhohen Verlusten am Vortag. Auch Unibail-Rodamco in Amsterdam steigen wieder 2,5 Prozent an.
Symrise legen 2,9 Prozent zu. JP Morgan hat die Aktie auf "Overweight" von "Neutral" angehoben. Beiersdorf geben 1,5 Prozent ab. Einige Marktteilnehmer bezweifeln, dass sich die am Vortag erhöhte Umsatzprognose noch durch Preiserhöhungen durchsetzen lässt.
Gerresheimer liefert erwartet starke Quartalszahlen
Gerresheimer geben 5,6 Prozent nach. Die vorgelegten Geschäftszahlen werden als stark bezeichnet, nur hatten einige Anleger eine erhöhte Prognose erwartet. Nach einem Umsatzanstieg im ersten Geschäftsquartal um 21 Prozent und einem EBITDA-Anstieg um knapp ein Viertel bestätigten Gerresheimer den Ausblick aber nur.
Die Zeal-Tochter Lotto24 AG darf künftig virtuelle Automatenspiele im Internet veranstalten. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder(GGL) hat eine entsprechende Erlaubnis erteilt. Bei Zeal geht es um 6,4 Prozent nach oben.
Grenke erholen sich nach den Zahlen vom Mittwoch um weitere 7,8 Prozent, nachdem die Deutsche Bank die Aktie zum Kauf empfohlen hat.
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Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
Euro-Stoxx-50 4.307,49 +0,2% 9,13 +13,6%
Stoxx-50 3.983,26 +0,4% 15,96 +9,1%
DAX 15.585,27 +0,4% 65,10 +11,9%
MDAX 27.145,55 +0,6% 174,73 +8,1%
TecDAX 3.313,68 +0,5% 15,07 +13,4%
SDAX 13.010,14 +0,7% 90,11 +9,1%
FTSE 7.732,92 +0,9% 69,98 +2,8%
CAC 7.328,52 +0,2% 12,22 +13,2%
Rentenmarkt zuletzt absolut +/- YTD
Dt. Zehnjahresrendite 2,17 -0,01 -0,40
US-Zehnjahresrendite 3,29 -0,02 -0,59
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:11 Uhr Mi, 17:30 Uhr % YTD
EUR/USD 1,0907 +0,0% 1,0892 1,0920 +1,9%
EUR/JPY 143,75 +0,4% 143,10 143,00 +2,4%
EUR/CHF 0,9873 -0,1% 0,9881 0,9879 -0,3%
EUR/GBP 0,8774 +0,2% 0,8753 0,8757 -0,9%
USD/JPY 131,78 +0,4% 131,32 130,95 +0,5%
GBP/USD 1,2432 -0,2% 1,2452 1,2471 +2,8%
USD/CNH (Offshore) 6,8811 -0,1% 6,8829 6,8806 -0,7%
Bitcoin
BTC/USD 27.936,70 -0,9% 28.024,82 28.008,18 +68,3%
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 80,47 80,61 -0,2% -0,14 +0,0%
Brent/ICE 84,64 84,99 -0,4% -0,35 -0,3%
GAS VT-Settlem. +/- EUR
Dutch TTF 43,32 44,58 -2,8% -1,26 -41,3%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 2.005,26 2.020,84 -0,8% -15,59 +10,0%
Silber (Spot) 24,72 25,03 -1,2% -0,30 +3,2%
Platin (Spot) 1.003,05 1.002,00 +0,1% +1,05 -6,1%
Kupfer-Future 3,97 3,99 -0,3% -0,01 +4,2%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mod/err
(END) Dow Jones Newswires
April 06, 2023 10:18 ET (14:18 GMT)
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