Analysteneinschätzung

Deutsche Telekom-Aktie & Co.: Goldman Sachs sieht europäische Telekomwerte auf dem Vormarsch


Deutsche Telekom-Aktie & Co.: Goldman Sachs sieht europäische Telekomwerte auf dem Vormarsch

Goldman Sachs traut vier europäischen Telekomaktien deutliche Kurssprünge zu und stützt seine These vor allem auf die US-Tochter der Deutschen Telekom.

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  • Goldman Sachs überarbeitet sein Bewertungsmodell für Telekomwerte
  • T-Mobile US liefert laut Analysten den Löwenanteil des künftigen Cashflows
  • Auch Aktien von BT, Telefonica und Vodafone rücken mit neuen Einstufungen in den Fokus
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Goldman Sachs hat sein Bewertungsmodell für europäische Telekomkonzerne überarbeitet und sieht bei der Deutschen Telekom, Vodafone, BT und Telefonica überdurchschnittliches Kurspotenzial.

Deutsche Telekom-Aktie: T-Mobile US als Wachstumsmotor

Bei der Deutschen Telekom sehen die von Andrew Lee geleiteten Analysten ein Kurspotenzial von 41 Prozent bei einem Kursziel von 40 Euro. Die Einschätzung stützt sich maßgeblich auf die US-Tochter T-Mobile US, die nach Berechnungen von Goldman Sachs rund 80 Prozent des für 2027 erwarteten Free Cashflows des Konzerns beisteuern soll. Den US-Mobilfunkmarkt beschreiben die Analysten als rationalen Drei-Anbieter-Markt, in dem T-Mobile US weiterhin gut positioniert sei.

Goldman Sachs geht davon aus, dass Anlegersorgen rund um eine mögliche kombinierte Börsennotierung von Deutscher Telekom und T-Mobile US sowie den Wettbewerb durch Satellitenanbieter nachlassen, da die US-Tochter nachhaltiges Wachstum liefere.

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Aktien von BT, Telefonica und Vodafone im Blick

Bei der BT Group-Aktie sehen die Analysten mit 62 Prozent das höchste Kurspotenzial innerhalb der Gruppe, das Kursziel liegt bei 330 Pence. Kernthese ist die Monetarisierung des Glasfasernetzes über die Wholesale-Sparte Openreach, deren Free-Cashflow-Schätzungen für das Geschäftsjahr 2027 rund 20 Prozent über dem Konsens liegen.

Die Telefonica-Aktie erhält die Einstufung "Buy" bei einem Kurspotenzial von 34 Prozent und einem Kursziel von 4,90 Euro, gestützt durch verbesserte Wachstumsaussichten in Spanien und Brasilien sowie laufende Kostensenkungen. Goldman Sachs verweist zudem auf eine mögliche wertsteigernde Konsolidierung in Deutschland oder Spanien, warnt aber vor kurzfristigen Finanzierungsrisiken im Zusammenhang mit möglichen Übernahmen.

Die Vodafone-Aktie wurde am vergangenen Freitag von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel stieg auf 155 Pence von zuvor 85 Pence, das Kurspotenzial beziffert Goldman Sachs damit auf rund 30 Prozent. Begründet wird die deutlich optimistischere Einschätzung mit einer beschleunigten Verbesserung der Kapitalrendite, der Erholung des britischen Mobilfunkmarktes, verstärkten Kostensenkungen und Wachstum in Afrika. Zugleich räumt das Analysehaus ein, dass die strukturelle Qualität von Vodafone unter dem Branchendurchschnitt bleibt, insbesondere mit Blick auf die Umsetzung im deutschen Festnetz-Breitbandmarkt.

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Sektorweiter Blick auf Telekomwerte

Anfang dieser Woche ordnete Goldman Sachs die vier Aktien BT, Deutsche Telekom, Telefonica und Vodafone als Top-Kaufempfehlungen mit einem höheren Risiko-Rendite-Profil in eine breitere Sektorstudie ein. Orange und KPN stufen die Analysten demnach als defensivere Kaufempfehlungen mit geringerem Risiko ein, während Tele2 und Telia ihre Kaufempfehlung behalten. Telenor und Elisa wurden von Kaufen auf Neutral zurückgestuft, Cellnex von Neutral auf Verkaufen.

Für den Zeitraum 2026 bis 2030 modellieren die Analysten eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des freien Cashflows von 14 Prozent, nach ihrer Einschätzung der höchste Wert unter vergleichbaren defensiven Sektoren. Die Aktionärsrenditen sollen 2027 auf 6 Prozent und 2028 auf 7 Prozent steigen, verglichen mit rund 4 Prozent im nächstbesten defensiven Sektor, während die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA binnen drei Jahren sinken soll.

Was die Einordnung von Goldman Sachs für Anleger bedeutet

Goldman Sachs unterscheidet klar zwischen chancenreicheren Titeln mit höherem Risiko wie BT, Deutscher Telekom, Telefonica und Vodafone sowie defensiveren Werten wie Orange und KPN. Anleger sollten ihre Titelwahl daher an der eigenen Risikoneigung ausrichten. Insgesamt bescheinigt die Studie dem Sektor aber solide Wachstumsaussichten bei Cashflow und Aktionärsrenditen - wenngleich bei Telenor, Elisa und Cellnex Vorsicht angebracht ist.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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01.10.26 Deutsche Telekom Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
30.09.26 Deutsche Telekom Market-Perform Bernstein Research
03.09.26 Deutsche Telekom Overweight Barclays Capital
03.09.26 Deutsche Telekom Overweight JP Morgan Chase & Co.
02.09.26 Deutsche Telekom Overweight JP Morgan Chase & Co.

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