MÄRKTE EUROPA/Wartemodus - Börsianer stieren auf US-Notenbank


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Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--An den europäischen Börsen herrscht am Mittwochmittag fast schon Langeweile. Die Indizes bewegen sich auf leicht erhöhtem Niveau seitwärts, weil sich die Akteure mit Käufen und Verkäufen merklich zurückhalten vor dem mit Spannung erwarteten US-Zinsentscheid am Abend.

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Der DAX liegt am frühen Nachmittag 0,4 Prozent höher bei 25.503 Punkten, der Euro-Stoxx-50 kommt 0,6 Prozent voran auf 6.274 Punkte. Von EU-Konjunkturdaten kommt kaum Unterstützung. Die Industrieproduktion ist trotz besserer Stimmung im Juli erneut um 0,1 Prozent gesunken, wobei Ökonomen allerdings einen stärkeren Rückgang vorhergesagt hatten.

Der Euro zeigt sich mit 1,1531 Dollar wenig verändert, am Anleihemarkt tut sich wenig, die deutsche Zehnjahresrendite liegt weiter bei 3,53 Prozent.

Der als Inflationstreiber geltende Ölpreis verharrt auf seinem erhöhten Niveau. Mit 107,25 Dollar kostet Brent-Öl aktuell 1,4 Prozent weniger als am Vortag. Berichten zufolge könnte die Wiederherstellung einer beschädigten Pipeline in Saudi-Arabien, mit der die weiter kaum passierbare Straße von Hormus umgangen werden kann, schneller vonstattengehen, als zunächst mit einigen Wochen veranschlagt.

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An den Märkten hat sich nach zuletzt sehr robusten US-Arbeitsmarktdaten und weiter hohen Inflationsdaten und auch mit Blick auf den Ölpreisanstieg die Erwartung durchgesetzt, dass eine US-Zinserhöhung unverzichtbar ist. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird am Zinsterminmarkt bei 92 Prozent gesehen. Die US-Zehnjahresrendite ist nach dem Vortages- und Mehrjahreshoch von 5,04 Prozent auf 4,99 Prozent zurückgekommen. Marktteilnehmer sehen das als eine Art Vorschusslorbeeren für die erwartete Zinsanhebung, weil die US-Notenbank damit zeigen würde, dass sie es auch unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh ernst meint mit der Inflationsbekämpfung.

Weitaus wichtiger als der eigentliche Zinsschritt sind laut Marktteilnehmern wie ActivTrades-Analyst Frank Sohlleder aber die zeitgleich veröffentlichten neuen Konjunktur-, Inflations- und Zinsprojektionen - der sogenannte "Dot Plot". Dieser Ausblick berge Überraschungspotenzial. Das Problem für die Märkte ist, dass die US-Notenbank unter Warsh ihren bislang üblichen Hinweis auf den geldpolitischen Kurs (Forward Guidance) zurückgefahren hat, also zunehmend darauf verzichtet, künftige Zinsschritte vorab zu signalisieren. Im Blick haben die Akteure daher auch das genaue Abstimmungsverhältnis innerhalb der Fed.

Die am Nachmittag anstehenden US-Einzelhandelsumsätze dürften eher etwas untergehen. Marktteilnehmer betonen aber, dass das US-Wirtschaftswachstum sehr stark am Konsum hängt. Erwartet wird ein Plus von 0,8 Prozent zum Vormonat.

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Autoaktien liegen schwach im Markt. Der Stoxx-Subindex büßt 1,0 Prozent ein und rangiert damit im Sektorvergleich am Ende. Markteilnehmer verweisen auf das ungünstige Marktumfeld mit hohen Ölpreisen und dadurch verstärkte Inflations- und Zinssorgen. Das belaste konjunkturabhängige Aktien wie die der Autohersteller besonders.

Die BMW-Aktie verliert nach Anfangsgewinnen 1,3 Prozent, obwohl Berenberg die Aktie auf "Buy" hochgestuft hat. Zugleich senkten die Analysten das Kursziel für Mercedes-Benz und stuften die Aktie von Stellantis auf "Neutral" ab. Berenberg verweist auf Gegenwind durch China, geopolitische Risiken und Inflation. Mercedes-Benz verlieren 2,4 Prozent, Stellantis fallen um 2,2 Prozent. Renault sacken sogar um 4,2 Prozent ab, VW geben um 2,4 Prozent nach. Mit Blick auf BMW sprechen die Berenberg-Analysten von solideren Erwartungen nach der Gewinnwarnung im Juni und von anhaltender fundamentaler Stärke. Kepler hat unterdessen das VW-Kursziel erhöht und rät weiter zum Kauf der Aktie.

Auf Erholungskurs werden "KI-Aktien" gesehen, nachdem sie zu Wochenbeginn wegen Bedenken hinsichtlich der Risiken des KI-Einsatzes stark verkauft wurden. Bei Elmos Semiconductor treibt zusätzlich eine Kaufempfehlung durch Metzler, die Aktie gewinnt 5,5 Prozent. ASML und Infineon gewinnen 2,7 und 1,5 Prozent, Suss Microtec steigen um 3,1 Prozent.

In Paris machen Soitec einen Satz um 12,4 Prozent. JP Morgan hat die Aktie des Herstellers von Halbleitermaterialien auf "Overweight" hochgestuft.

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Index zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 6.273,71 +0,6 37,21 6.236,50 8,3

Stoxx-50 5.330,77 +0,7 35,36 5.295,41 8,4

DAX 25.502,78 +0,4 100,50 25.402,28 4,1

MDAX 31.226,42 +0,3 90,67 27.039,42 2,0

TecDAX 3.979,84 +0,1 3,22 3.091,28 9,9

SDAX 18.167,67 +0,2 40,34 13.062,07 5,8

FTSE 10.726,51 +0,6 68,38 10.658,13 8,0

CAC 8.137,08 +0,6 46,80 8.090,28 -0,2

SMI 13.861,64 +0,4 52,77 13.808,87 4,5

ATX 6.769,84 +0,4 23,31 6.746,53 27,1

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:15

EUR/USD 1,1531 -0,1 -0,0012 1,1543 1,1540

EUR/JPY 178,9 -0,0 -0,0800 178,98 179,0300

EUR/CHF 0,9445 -0,0 -0,0002 0,9447 0,9452

EUR/GBP 0,8566 +0,1 0,0005 0,8561 0,8558

USD/JPY 155,14 +0,0 0,0600 155,08 155,1300

GBP/USD 1,3457 -0,1 -0,0017 1,3474 1,3482

USD/CNY 6,7073 -0,1 -0,0039 6,7112 6,7112

USD/CNH 6,7078 -0,1 -0,0033 6,7111 6,7133

AUS/USD 0,713 +0,0 0,0001 0,7129 0,7128

Bitcoin/USD 75.896,05 0,0 -2,98 75.899,03 75.994,56

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 103,40 -2,3 -2,43 105,83

Brent/ICE 107,25 -1,4 -1,50 108,75

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.348,03 +1,3 55,34 4.292,69

Silber 64,70 +1,7 1,05 63,65

Platin 1.783,71 +0,4 7,89 1.775,82

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/ros

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September 16, 2026 07:22 ET (11:22 GMT)

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21.09.26 Infineon Neutral UBS AG
14.09.26 Infineon Neutral UBS AG
09.09.26 Infineon Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
08.09.26 Infineon Outperform Bernstein Research
07.09.26 Infineon Buy Deutsche Bank AG

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