MÄRKTE USA/Kleine Gewinnmitnahmen - Banken überzeugen mit Zahlen
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NEW YORK (Dow Jones)--Die Wall Street präsentiert sich zum Start am Dienstag knapp behauptet. Nach den massiven Gewinnen zum Wochenstart nähmen Teilnehmer nun etwas Risiko vom Tisch, heißt es. Kurz nach Handelsbeginn fällt der Dow-Jones-Index um 0,2 Prozent auf 28.769 Punkte, der S&P-500 gibt ebenfalls 0,2 Prozent nach und der Nasdaq-Composite sinkt um 0,1 Prozent.
Derweil hat die Berichtssaison zum dritten Quartal mit einigen Schwergewichten begonnen. Dabei haben ausgerechnet die Banken überzeugt, obwohl hier die Sorgen wegen der ultraniedrigen Zinsen besonders groß waren. Einen "verheißungsvollen Start" habe JP Morgan geliefert, sagt ein Händler. Das Handelsgeschäft sei stärker als erwartet gelaufen - vor allem im Rentenbereich. Der Gewinn je Aktie liege mit 2,92 Dollar weit über der Schätzung von 2,23 Dollar. Allerdings sähen die Rückstellungen relativ niedrig aus. Zudem will die Bank die Aussetzung der Aktienrückkäufe bis mindestens zum Ende des vierten Quartals ausdehnen. Die Aktie legt 0,5 Prozent zu.
Noch verhaltener werden die Geschäftszahlen der Citigroup aufgenommen. Mit 1,40 Dollar liege der Gewinn je Aktie im oberen Bereich der Erwartungen, heißt es. Die Einnahmen lägen ebenfalls leicht über dem Durchschnitt der Schätzungen. Die Aktie gewinnt 0,2 Prozent. Blackrock hat bei Einnahmen und Ergebnis die Erwartungen klar geschlagen, die Aktie klettert um 2,7 Prozent nach oben.
J&J mit Hiobsbotschaft
Johnson & Johnson (J&J) hat im dritten Quartal Umsatz und Gewinn dank einer erhöhten Nachfrage nach Pharmazeutika und Verbrauchsgütern gesteigert und ihre Jahresprognose angehoben. Die Aktie gibt indes 2,2 Prozent ab. Denn J&J sorgt noch für andere Schlagzeilen, die auch dem Gesamtmarkt einen Dämpfer versetzen: Das Unternehmen pausiert bei seinen Versuchen zu einem Corona-Impfstoff.
Dies weckt neue Bedenken über den Zeitraum, bis ein solches Mittel für die breite Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Der Impfstoff von J&J gehört zu den in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen überhaupt und befindet sich in der kleinen Schar derjenigen, die die finale Testphase erreicht haben. Kürzlich hatte auch Astrazeneca wegen Sicherheitsbedenken die Tests ausgesetzt.
Teilnehmer führen die relative Stärke der Technologiewerte am Dienstag auch auf diese Meldung zurück, denn die Technologieunternehmen gelten als Profiteure der Pandemie. Allerdings zeigt sich Goldman Sachs dennoch zuversichtlich zu den Aussichten für einen Impfstoff mit Blick auf diverse andere Pharmakonzerne.
Für die weitere Berichtssaison heißt es am Markt, die Konsensprognosen zum dritten Quartal könnten generell zu niedrig liegen, da sie überwiegend in der Corona-Hochphase ermittelt wurden. Allerdings könnten positive "Überraschungen" mit der jüngsten Stärke am Markt bereits zum Teil eingepreist sein, heißt es weiter.
Neugier auf Apple-Flaggschiff
Apple dürfte am Dienstag ihr neues 5G-fähiges iPhone präsentieren. Nicht zuletzt deshalb machte die Aktie am Vortag einen Satz um gut 6 Prozent nach oben. Nun gibt sie 0,5 Prozent ab. Amazon steigen um 0,3 Prozent. Der Konzern zelebriert am Dienstag seinen Prime Day mit zahlreichen Schnäppchen-Angeboten. An diesem Tag verzeichnet das Unternehmen stets enorme Umsätze.
Mit einem Kurssprung von 4 Prozent reagiert die Disney-Aktie auf die Nachricht über eine Umstrukturierung des Medienriesen. Disney will dem Streaming-Geschäft stärkeres Gewicht geben, nachdem die noch relativ junge Streaming-Plattform Disney+ in der Pandemiekrise einen Boom verzeichnete. Wegen der Milliardenverluste in der Corona-Krise hatte Disney vor zwei Wochen die Streichung von 28.000 Jobs in den USA angekündigt. Wegfallen sollen diese in Freizeitparks und auf Kreuzfahrtschiffen.
Am Devisenmarkt verbucht der Dollar kleinere Gewinne, der entsprechende Währungs-Index legt um 0,2 Prozent zu. Der Euro notiert wieder unter 1,18 Dollar. Der Goldpreis zeigt sich sehr volatil, aktuell gerät er stärker unter Druck. Die Feinunze verliert 1,2 Prozent auf 1.900 Dollar. Im Tageshoch stand sie schon bei 1.926 Dollar.
Nach der jüngsten Schwäche zeigt sich der Ölpreis befestigt. Der Markt wartet auf den monatlichen Bericht der Opec, von der er sich Hinweise auf die wieder steigende Zahl von Corona-Fällen und auf das steigende Angebot erhofft. Der Preis für das Barrel der US-Sorte WTI steigt um 1,5 Prozent auf 40,02 Dollar, Brent legt ebenfalls 1,3 Prozent zu auf 42,27 Dollar.
Anleihen stoßen nach ihrer Handelspause am montäglichen Kolumbus-Tag auf Kaufinteresse. Die Zehnjahresrendite fällt mit steigenden Notierungen um 3,4 Basispunkte auf 0,74 Prozent. Die Kurse seien aktuell stark von den wechselnden Nachrichten zu einem Stimuluspaket dominiert, heißt es am Markt. Sobald die Aussichten sich dafür eintrübten, würden die Staatspapiere als sicherer Hafen gekauft.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 28.768,75 -0,24 -68,77 0,81
S&P-500 3.526,63 -0,21 -7,59 9,16
Nasdaq-Comp. 11.864,95 -0,10 -11,31 32,24
Nasdaq-100 12.086,62 -0,01 -1,48 38,40
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,14 -0,8 0,15 -105,7
5 Jahre 0,31 -2,9 0,34 -161,5
7 Jahre 0,51 -3,4 0,55 -173,3
10 Jahre 0,74 -3,4 0,78 -170,3
30 Jahre 1,53 -4,5 1,57 -153,8
DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:33 Uhr Mo, 17:20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1768 -0,40% 1,1800 1,1809 +4,9%
EUR/JPY 124,23 -0,16% 124,31 124,32 +1,9%
EUR/CHF 1,0728 -0,13% 1,0728 1,0739 -1,2%
EUR/GBP 0,9066 +0,26% 0,9038 0,9031 +7,1%
USD/JPY 105,58 +0,25% 105,36 105,27 -2,9%
GBP/USD 1,2980 -0,64% 1,3057 1,3076 -2,1%
USD/CNH (Offshore) 6,7372 -0,12% 6,7397 6,7445 -3,3%
Bitcoin
BTC/USD 11.384,76 -2,60% 11.478,51 11.491,54 +57,9%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 40,02 39,43 +1,5% 0,59 -29,6%
Brent/ICE 42,27 41,72 +1,3% 0,55 -31,0%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.900,44 1.923,00 -1,2% -22,56 +25,2%
Silber (Spot) 24,30 25,13 -3,3% -0,82 +36,2%
Platin (Spot) 866,83 876,50 -1,1% -9,68 -10,2%
Kupfer-Future 3,04 3,06 -0,6% -0,02 +7,6%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/raz/flf
(END) Dow Jones Newswires
October 13, 2020 09:51 ET (13:51 GMT)
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