MÄRKTE USA/Nachlassende Rezessionssorgen stützen Wall Street


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NEW YORK (Dow Jones)--Am Dienstag kommt der positive Schwung für die Wall Street zum Teil aus Europa. Kreiseberichte über die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen ab Donnerstag durch die Pumpleitung Nordstream 1 haben die Kurse an den europäischen Börsen befeuert. Damit könnte ein Rezessionsrisiko in Europa wegfallen, so das Kalkül der Anleger. Sollte Europa einer Rezession entgehen, hätte dies auch positive Auswirkungen auf die US-Konjunktur. Der Dow-Jones-Index gewinnt gegen Mittag US-Ostküstenzeit 1,5 Prozent auf 31.548 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite legen um 1,9 bzw. 2,2 Prozent zu. Zentrale Themen bleiben die hartnäckig hohe Inflation, ihre Bekämpfung durch die US-Notenbank und die Gefahr eines Abgleitens der Wirtschaft in eine Rezession.

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Analysten zufolge könnte der zunehmende Pessimismus unter Anlegern als Gegensignal dienen und die Voraussetzungen für einen kurzfristigen Aufwärtstrend schaffen. Eine vielbeachtete Umfrage der Bank of America ergab, dass die globalen Fondsmanager so pessimistisch sind wie seit 2008 nicht mehr. Schwindende Rezessionsängste könnten daher viele institutionelle Anleger animieren, sich positiver zu positionieren.

"Aktienkurse sind heftig nach unten gedrückt worden. Das bedeutet nicht, dass wir nicht noch mehr Abwärtsbewegungen an einigen Aktienmärkten in der Welt sehen werden, (...) aber ich glaube, dass wir der Talsohle viel näher sind als der Spitze - und in den kommenden Monaten könnten sich bedeutende positive Katalysatoren ergeben", sagt Marktstrategin Kristina Hooper von Invesco. Daten zur US-Baukonjunktur enthielten Licht und Schatten, bewegen den Markt aber kaum.

Apple-Aufreger weggesteckt

Einen Aufreger lieferte Apple - auch mit Blick auf den Konjunkturverlauf. Doch der erste Schrecken ist schon wieder verflogen. Apple bereitet sich offenbar auf einen möglichen Wirtschaftsabschwung vor. Der Technologiekonzern wolle in unsicheren Zeiten vorsichtiger agieren, heißt es in einem Kreisebericht. Allerdings bläst Apple auch der starke Dollar als Gegenwind ins Gesicht, der Kurs zieht um 1,7 Prozent an.

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Aktien von IBM fallen um 6,5 Prozent. Das IT-Unternehmen hat zwar mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen, dämpft aber die Aussichten auf das zweite Halbjahr: Der starke Dollar wird zum Problem für IBM und das Umsatzwachstum voraussichtlich bremsen. Auch Johnson & Johnson hat wegen der Dollarstärke die Jahresprognose gesenkt, im zweiten Quartal aber besser abgeschnitten als erwartet. Die Aktie tendiert 0,7 Prozent schwächer.

Spielzeughersteller Hasbro (+1,8%) ist in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat dabei auch noch die Erwartungen übertroffen. Der Wehrtechnikkonzern Lockheed Martin (-1,3%) hat dagegen die Erwartungen enttäuscht, auch der Ausblick überzeugt nicht.

Novavax verteuern sich um 12,7 Prozent, nachdem das Unternehmen eine Vereinbarung mit der südkoreanischen SK Bioscience zur Herstellung eines Covid-19-Impfstoffs bekanntgegeben hat, der auch vor der Omikron-Variante des Virus schützt.

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Nachlassende Zinserwartungen bremsen Höhenflug des Dollar

Der Dollar kommt derweil nach seinem jüngsten 20-Jahreshoch weiter zurück, weil Akteure am Devisenmarkt die Möglichkeit einer Fed-Zinserhöhung um gleich 100 Basispunkte auspreisen. Ein Zinsschritt von 75 Basispunkten gilt nun wieder als das wahrscheinlichste Szenario. Der Dollarindex sinkt um weitere 0,7 Prozent. Auch nachlassende Rezessionssorgen belasten den Greenback. Derweil erhält der Euro etwas Auftrieb von Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins am Donnerstag um mehr als die bislang avisierten 25 Basispunkte anheben könnte.

Wie beim Dollar werden auch am Rentenmarkt Rezessionsängste etwas ausgepreist, die Renditen steigen mit fallenden Notierungen. Die Zinsstrukturkurve ist allerdings immer noch invers, was als Vorbote einer Rezession gilt.

Die Ölpreise stagnieren nach der Vortagesrally. Das knappe Angebot dürfte allerdings einen deutlicheren Rücksetzer verhindern, heißt es aus dem Handel. Bei Oanda hält man es für möglich, dass Erdöl vorerst eine Preisspitze erreicht hat. Mit deutlich nachgebenden Preisen sei aber auch nicht zu rechnen, solange die Mitgliedsländer der Interessengruppe Opec+ nicht mit einer kräftigen Anhebung der Fördermenge überraschten.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 31.547,74 +1,5% 475,13 -13,2%

S&P-500 3.902,65 +1,9% 71,80 -18,1%

Nasdaq-Comp. 11.607,99 +2,2% 247,94 -25,8%

Nasdaq-100 12.133,03 +2,2% 255,53 -25,7%

US-Anleihen

Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD

2 Jahre 3,20 +3,4 3,16 246,6

5 Jahre 3,12 +1,2 3,10 185,6

7 Jahre 3,10 +1,1 3,09 166,3

10 Jahre 3,00 +1,7 2,98 149,1

30 Jahre 3,16 +0,1 3,16 125,8

DEVISEN zuletzt +/- % Di, 8:31 Mo, 17:25 % YTD

EUR/USD 1,0235 +0,9% 1,0158 1,0169 -10,0%

EUR/JPY 141,19 +0,7% 140,09 140,51 +7,9%

EUR/CHF 0,9915 +0,0% 0,9908 0,9930 -4,4%

EUR/GBP 0,8516 +0,3% 0,8481 0,8476 +1,4%

USD/JPY 137,95 -0,1% 138,01 138,18 +19,8%

GBP/USD 1,2019 +0,6% 1,1975 1,1996 -11,2%

USD/CNH (Offshore) 6,7470 -0,2% 6,7526 6,7530 +6,2%

Bitcoin

BTC/USD 23.003,12 +6,2% 22.088,14 22.247,30 -50,2%

ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 102,82 102,60 +0,2% 0,22 +42,5%

Brent/ICE 106,36 106,27 +0,1% 0,09 +42,0%

GAS VT-Schluss +/- EUR

Dutch TTF 154,60 159,60 -1,7% -2,66 +41,5%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold (Spot) 1.712,69 1.709,37 +0,2% +3,32 -6,4%

Silber (Spot) 18,81 18,70 +0,6% +0,11 -19,3%

Platin (Spot) 875,65 866,43 +1,1% +9,22 -9,8%

Kupfer-Future 3,29 3,35 -1,8% -0,06 -26,0%

YTD zu Vortagsschluss

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

July 19, 2022 12:29 ET (16:29 GMT)

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26.06.26 Apple Overweight JP Morgan Chase & Co.