MÄRKTE USA/Wall Street mit Konsolidierung - Alphabet nach Zahlen gesucht
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach der jüngsten Rally scheint es an der Wall Street nun zur erwarteten Konsolidierung zu kommen. In der Folge des Januar-Einbruchs, dem schwärzesten Monat seit Beginn der Pandemie, war es zu einer deutlichen Erholung gekommen. Für Bewegung sorgen Quartalszahlen, allen voran die der Google-Mutter Alphabet und des Halbleiterherstellers Advanced Micro Devices (AMD). Kaum Einfluss haben dagegen schwache ADP-Arbeitsmarktdaten - auch mit Blick auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht für den Januar am Freitag. Die Entwicklung dürfte auf den Sonderfaktor Omikron zurückzuführen - und damit nur vorübergehend - sein.
Der Fokus der US-Notenbank hat sich zuletzt zudem eindeutig auf das Thema Inflationsbekämpfung verschoben, daher dürften die Daten auch kaum Auswirkungen auf die Geldpolitik nach sich ziehen. Steigende Zinsen bei einer schwachen Arbeitsmarktentwicklung bezeichnen Händler jedoch als nicht sehr vorteilhaft. Der Dow-Jones-Index sinkt gegen Mittag Ortszeit um 0,1 Prozent auf 35.383 Punkte. Der S&P-500 legt dagegen um 0,3 Prozent zu. Für den zuletzt stark gestiegenen Nasdaq-Composite geht es um 0,1 Prozent nach unten. Die Aussicht auf eine Straffung der Geldpolitik, die die Technologie-Kurse im Januar massiv belastet hatte, ist in den Hintergrund getreten.
"Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Unternehmensberichten und wir sehen starke Ergebnisse von großen Technologieunternehmen. Aber irgendwann könnte sich die Stimmung wieder auf Makrodaten und die Fed richten - wir denken, dass wir zwischen diesen beiden Polen hin- und herpendeln werden", sagt Investmentstratege Luc Filip von SYZ Private Banking. Für die Finanzmärkte bedeute das ein Mehr an Volatilität, ergänzt der Experte. Nach der Hälfte der Berichtssaison ist die Zahl der Unternehmen, die die Umsatz- und Gewinnerwartungen des Marktes an der Wall Street übertroffen haben, überdurchschnittlich hoch, wenn auch niedriger als zu Beginn des Aufschwungs, wie eine Analyse der Deutschen Bank veranschaulicht.
AMD und Alphabet haussieren
Der Dow wird vor allem durch Boeing (-1,9%) gebremst. Die von dem Luftfahrt-Konzern mit entwickelte Mond-Rakete wird nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA mit Verzögerung zur Startrampe in Florida rollen und dort getestet werden.
Der Kurs von Alphabet springt um 7,7 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen erneut ein rasantes Wachstum vermeldet hat. Trotz des regulatorischen Drucks verdoppelte der Digitalkonzern den Gewinn im vergangenen Jahr nahezu.
Euphorisch aufgenommen werden auch Geschäftszahlen und Ausblick des Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD), dessen Aktie einen Satz um 4,3 Prozent macht. Die Aktie des Wettbewerbers Intel sinkt hingegen um 0,4 Prozent.
Paypal brechen um 24,9 Prozent ein. Der Bezahldienstleister verdiente im vierten Quartal 2021 etwas weniger als erwartet und lieferte einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr. Mit einem Minus von 3,8 Prozent reagieren die Anleger auf den Zahlenausweis von General Motors (GM). Der Gewinn des Automobilkonzerns ging im vierten Quartal nicht so stark zurück wie befürchtet.
Licht und Schatten enthielten die Zahlen von Starbucks (-0,8%). Die Kaffeehauskette verzeichnete in ihrem ersten Geschäftsquartal zwar eine starke Umsatzentwicklung, doch enttäuschte der Gewinn. Als durchwachsen werden die Geschäftszahlen des Pharmakonzerns Gilead Sciences (-5%) eingestuft. Der Umsatz ging zwar nicht so stark zurück wie befürchtet, doch liegt der Gewinn unter den Erwartungen. Ausgerechnet der Umsatz mit "Remdesivir" zur Behandlung von Covid-19 ermäßigte sich. Wettbewerber Abbvie (+0,1%) hat dank einer guten Entwicklung in allen Segmenten im vierten Quartal den Gewinn stärker gesteigert als erwartet. Auch der Ausblick überraschte positiv.
Dollar im Abschwung - Euro fest
Die Stimmung für den Dollar hat sich gedreht. Der Dollar-Index büßt weitere 0,4 Prozent ein. "Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe", sagt Ricardo Evangelista von Activtrades. Zum einen kehre die Risikobereitschaft an den Märkten zurück. Das mache den Dollar als so genannten sicheren Hafen weniger attraktiv. Und zum anderen dämpften Fed-Offizielle seit dem Wochenende die Spekulation um einen Zinsschritt um 50 Basispunkte im März.
Der Euro hat nach den Inflationsdaten für Januar aus der Eurozone zwischenzeitlich die Marke von 1,13 Dollar übersprungen und bewegt sich auf dem höchsten Stand seit einer Woche. Der nochmals beschleunigte Preisanstieg über den Prognosen dürfte den Druck auf die am Donnerstag tagende EZB erhöhen, mit geldpolitischen Maßnahmen gegen die hohe Inflation vorzugehen.
Die Erdölpreise schossen mit neuen Schlagzeilen zur Förderpolitik der Gruppe Opec+ zunächst in die Höhe, kamen anschließend aber wieder deutlicher zurück. Das Kartell hält an der geplanten Förderausweitung fest. Einige Marktteilnehmer hatten angesichts der Siebenjahreshochs der Preise und der starken Nachfrage auf eine stärkere Steigerung des Erdölangebots gesetzt. Für zusätzlichen Druck sorgen die überraschend gesunkenen wöchentlichen US-Öllagerdaten.
Am Rentenmarkt stützen die schwachen Arbeitsmarktdaten das Sentiment etwas, die Renditen fallen. Der Goldpreis profitiert von der Dollar-Schwäche.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 35.383,15 -0,1% -22,09 -2,6%
S&P-500 4.560,47 +0,3% 13,93 -4,3%
Nasdaq-Comp. 14.337,76 -0,1% -8,25 -8,4%
Nasdaq-100 15.036,95 +0,1% 17,27 -7,9%
US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 1,15 -1,6 1,17 42,0
5 Jahre 1,59 -3,4 1,62 32,7
7 Jahre 1,71 -3,9 1,75 27,4
10 Jahre 1,75 -4,2 1,79 23,9
30 Jahre 2,08 -3,8 2,11 17,6
DEVISEN zuletzt +/- % Mi,8:30 Di, 17:47 % YTD
EUR/USD 1,1299 +0,2% 1,1278 1,1241 -0,6%
EUR/JPY 129,22 -0,0% 129,26 128,99 -1,3%
EUR/CHF 1,0380 -0,0% 1,0379 1,0376 +0,1%
EUR/GBP 0,8328 -0,1% 0,8332 0,8325 -0,9%
USD/JPY 114,38 -0,3% 114,73 114,76 -0,6%
GBP/USD 1,3567 +0,3% 1,3536 1,3501 +0,3%
USD/CNH (Offshore) 6,3606 -0,2% 6,3718 6,3723 +0,1%
Bitcoin
BTC/USD 37.341,16 -3,5% 38.379,41 38.957,41 -19,2%
ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 87,47 88,20 -0,8% -0,73 +16,8%
Brent/ICE 88,65 89,16 -0,6% -0,51 +14,4%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.809,07 1.801,09 +0,4% +7,98 -1,1%
Silber (Spot) 22,74 22,65 +0,4% +0,09 -2,4%
Platin (Spot) 1.043,26 1.030,45 +1,2% +12,81 +7,5%
Kupfer-Future 4,48 4,43 +1,0% +0,05 +0,4%
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/ros/flf
(END) Dow Jones Newswires
February 02, 2022 12:17 ET (17:17 GMT)
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