MÄRKTE USA/Wall Street nach Erstanträgen kaum verändert erwartet
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NEW YORK (Dow Jones)--Nach den kräftigen Kursgewinnen zur Wochenmitte zeichnet sich am Donnerstag eine Verschnaufpause an der Wall Street ab. Die Futures auf die wichtigen US-Indizes bewegen sich in der Nähe ihrer Schlussstände vom Vortag.
Der Markt befinde sich im Spannungsfeld aus der Unterstützung durch die Notenbank und den negativen Folgen der Corona-Krise, sagen Händler. In dieser Gemengelage sind neue Daten vom Arbeitsmarkt ein kleiner Lichtblick, der allerdings keine Euphorie hervorrufen dürfte. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging etwas stärker zurück als erwartet. Sie sank in der vergangenen Woche um 99.000 auf 1,314 Millionen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten geschätzt, dass 1,388 Millionen Amerikaner erstmals Arbeitslosenhilfe beantragen würden. Die Zahl aus der Woche davor wurde auf 1,413 von 1,427 Millionen leicht nach unten revidiert.
Vor der Corona-Krise herrschte in den USA nahezu Vollbeschäftigung. Zwar ist die Arbeitslosigkeit seit ihrem Höhepunkt im April schon wieder leicht zurückgegangen, doch verharrt die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung nach wie vor auf hohem Niveau. Das zeigt, dass trotz Wiedereinstellungen immer noch Arbeitsplätze abgebaut werden. Volkswirte befürchten daher, dass die Erholung der US-Wirtschaft ins Stocken geraten ist.
Bed Bath & Beyond nach Zahlen unter Druck
Unter den Einzelwerten brechen Bed Bath & Beyond im vorbörslichen Handel um 9 Prozent ein, nachdem der Einzelhändler am Mittwoch nach Börsenschluss enttäuschende Geschäftszahlen vorgelegt hat. Weil der Verlust höher als erwartet ausfiel, schließt das Unternehmen rund 200 Filialen, womit etwa jedes fünfte Geschäft betroffen ist. Einen Ausblick auf 2020 traut sich Bed Bath & Beyond wegen der Unsicherheiten um die Corona-Krise nicht zu.
Vor der Startglocke hat am Donnerstag die Apotheken- und Drogeriekette Walgreens Boots Alliance Zahlen zu ihrem dritten Geschäftsquartal vorgelegt, die Licht und Schatten enthielten. Das Unternehmen rutschte aufgrund der Corona-Krise in die Verlustzone. Das bereinigte Ergebnis verfehlte die Erwartungen, der Umsatz lag leicht über dem Analystenkonsens. Allerdings sieht das Unternehmen auch das laufende Geschäftsquartal noch von Corona belastet. Die Aktie fällt um rund 5 Prozent.
Positive Analystenkommentare stützt derweil die Microsoft-Aktie. Dan Ives von Wedbush hat das Kursziel für Microsoft auf 260 von 240 Dollar erhöht und die Einstufung "Outperform" bekräftigt. Auch die Analysten von Morgen Stanley haben ihr Kursziel für die Aktie angehoben auf 230 von 198 Dollar mit der Einstufung "Overweight". Die Aktie steigt vorbörslich um 1,4 Prozent auf 215,80 Dollar, was einem neuen Rekordhoch entspricht.
Der Dollar gibt am Donnerstag tendenziell etwas nach, wobei sich der Greenback zum Euro von seinen Tiefs aber schon wieder erholt hat. Der Dollar-Index sinkt um 0,04 Prozent. Der Euro notiert bei rund 1,1340 Dollar. Der Status des Dollar als Fluchtwährung in Krisenzeiten wackelt nach Angaben von Beobachtern etwas durch die rasante Ausbreitung des Corona-Virus in den USA. Dort wurden inzwischen mehr als 3 Millionen Menschen positiv auf das Virus getestet. Dies gefährde die Wiederöffnung der Wirtschaft, weshalb der Dollarkurs nun eher die relativen Aussichten der US-Wirtschaft widerspiegele als den Charakter eines sicheren Hafens, meint Jasper Lawler von London Capital Group.
Die Ölpreise treten mehr oder weniger auf der Stelle, gebremst von den am Vortag gemeldeten höheren US-Lagerbeständen. Das Barrel US-Rohöl der Sorte WTI ermäßigt sich um 0,2 Prozent auf 40,82 Dollar. Der Brentpreis steigt um 0,3 Prozent auf 43,40 Dollar.
Der Goldpreis zeigt sich nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage kaum verändert bei 1.811 Dollar. Staatsanleihen sind als sicherer Hafen gefragt. Die Zehnjahresrendite sinkt um 1,4 Basispunkte auf 0,65 Prozent.
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US-Anleihen
Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD
2 Jahre 0,16 -1,6 0,17 -104,6
5 Jahre 0,29 -1,1 0,30 -163,3
7 Jahre 0,49 -1,0 0,50 -176,0
10 Jahre 0,65 -1,4 0,66 -179,4
30 Jahre 1,38 -2,0 1,40 -168,4
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:51h Mi, 17.20 Uhr % YTD
EUR/USD 1,1343 +0,09% 1,1360 1,1323 +1,1%
EUR/JPY 121,66 +0,05% 121,83 121,67 -0,2%
EUR/CHF 1,0636 +0,01% 1,0640 1,0625 -2,0%
EUR/GBP 0,8968 -0,19% 0,8985 0,9002 +6,0%
USD/JPY 107,24 -0,05% 107,24 107,46 -1,4%
GBP/USD 1,2649 +0,29% 1,2643 1,2578 -4,5%
USD/CNH (Offshore) 6,9858 -0,19% 6,9892 7,0082 +0,3%
Bitcoin
BTC/USD 9.403,01 -0,26% 9.405,26 9.429,76 +30,4%
ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 40,82 40,90 -0,2% -0,08 -30,0%
Brent/ICE 43,40 43,29 +0,3% 0,11 -30,6%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 1.811,30 1.810,50 +0,0% +0,80 +19,4%
Silber (Spot) 18,92 18,63 +1,6% +0,29 +6,0%
Platin (Spot) 860,10 849,65 +1,2% +10,45 -10,9%
Kupfer-Future 2,86 2,81 +1,4% +0,04 +1,4%
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/cln/err
(END) Dow Jones Newswires
July 09, 2020 09:00 ET (13:00 GMT)
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