Merz verteidigt Energiepläne: 'Reiche nicht auf fossilem Trip'


SALZWEDEL (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die umstrittenen Reformpläne seiner Wirtschaftsministerin und Parteifreundin Katherina Reiche in der Energiepolitik verteidigt. Merz war in Salzwedel bei einer Veranstaltung mit Fragen von Leserinnen und Lesern - eine Leserin fragte, warum er Reiche nicht von ihrem "fossilen Trip" abbringe. Darauf antwortete der Kanzler: "Katherina Reiche ist nicht auf einem fossilen Trip."

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Reiches Pläne sind umstritten. Kritiker werfen ihr vor, mit dem Bau neuer Gaskraftwerke würden fossile Abhängigkeiten verlängert. Reiche will zudem den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anpassen. Teure "Abregelungen" sollen vermieden werden. Kritiker werfen Reiche vor, die Energiewende auszubremsen.

Merz sagte, der Windenergieausbau gehe zurzeit schneller als der Netzausbau. Der Netzausbau sei eine sehr teure, sehr komplizierte Angelegenheit bis hin zu Genehmigungsverfahren, Trassenbestimmungen und Ausbauten. Reiche schlage vor, den Ausbau der Windenergie an die Aufnahmefähigkeit des Netzes zu binden. "Dafür hat sie meine volle Unterstützung. Wir produzieren Windstrom, der nicht abtransportiert werden kann." Dies verursache hohe Kosten.

"Es macht keinen Sinn, Windenergie zu erzeugen, die nicht abgenommen wird und die niemand braucht. Wir müssen aber aus dem Bundeshaushalt trotzdem dafür bezahlen", sagte der Kanzler. "Wir wollen den weiteren Ausbau der Wind- und Solarenergie, der gesamten regenerativen Energie. Aber wir haben auch zurzeit noch keine grundlastfähige Stromerzeugung durch Wind und Sonne."

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Reiche will durch eine Förderung den Bau neuer Gaskraftwerke ermöglichen. Sie sollen im Zuge des schrittweisen Kohleausstiegs die Versorgungssicherheit mit Strom gewährleisten und künftig als Backups einspringen - in "Dunkelflauten" mit einer geringen Erzeugung aus Solar- und Windenergie./hoe/DP/nas

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