Aktien von NVIDIA und Micron: So profitieren die Konzerne von Rekord-Investitionen von Amazon und Alphabet
Amazon und Alphabet wollen 2026 zusammen rund 420 Milliarden US-Dollar in ihre Infrastruktur stecken, und zwei Zulieferer rücken dabei besonders in den Fokus.
Werte in diesem Artikel
- Cloud-Riesen erhöhen ihre Investitionspläne deutlich wegen hoher Nachfrage
- Speicherpreise geraten wegen knapper Kapazitäten in den Blick der Branche
- Ein wichtiger Zahlentermin für einen der Profiteure steht unmittelbar bevor
Amazon und Alphabet haben ihre Investitionspläne für 2026 kräftig nach oben korrigiert und wollen zusammen rund 420 Milliarden US-Dollar in ihre technische Infrastruktur stecken. Von dieser Ausgabenwelle könnten nach Einschätzung des Portals The Motley Fool vor allem NVIDIA und Micron Technology profitieren, die als zentrale Zulieferer für Rechenleistung und Speicherkapazität gelten.
Cloud-Konzerne heben Investitionsbudgets an
Amazon-Chef Andy Jassy bezifferte die für 2026 geplanten Cash-Investitionen beim Q2-Earnings-Call am 30. Juli auf rund 220 Milliarden US-Dollar, nachdem das Unternehmen zuvor von etwa 200 Milliarden US-Dollar ausgegangen war. Als Grund nannte Jassy explizit die gestiegenen Preise für Speicherchips. Er betonte zudem, dass selbst diese höhere Summe nicht ausreichen werde, um die gesamte Nachfrage im laufenden Jahr zu decken, und dass diese Dynamik auch 2027 anhalten dürfte.
Alphabet zog wenig später nach: Beim Earnings-Call am 22. Juli hob CFO Anat Ashkenazi die Capex-Prognose für 2026 auf eine Spanne von 195 bis 205 Milliarden US-Dollar an, nach zuvor 180 bis 190 Milliarden US-Dollar. Als Grund nannte sie eine beschleunigte Kapazitätsbereitstellung zur Bedarfsdeckung. Für 2027 stellte Alphabet einen nochmals deutlichen Anstieg der Investitionen in Aussicht.
NVIDIA-Aktie als zentraler Nutznießer der KI-Nachfrage
NVIDIA, der nach Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern und Standardlieferant für Grafikprozessoren, gilt laut The Motley Fool als praktisch unumgänglicher Partner für Cloud-Anbieter wie Amazon und Alphabet. Im ersten Quartal habe NVIDIA ein Umsatzwachstum von 85 Prozent erzielt, Analysten rechnen für das kommende Geschäftsjahr mit einem Plus von rund 43 Prozent.
Micron-Aktie profitiert von knappem Speichermarkt
Neben NVIDIA rückt zudem auch Micron Technology in den Fokus, weil Amazon die gestiegenen Speicherpreise explizit als Grund für die höhere Capex-Guidance genannt hatte. Micron selbst erklärte beim Earnings-Call zum dritten Fiskalquartal 2026 am 24. Juni, dass die angespannten Angebots-Nachfrage-Verhältnisse bei DRAM und NAND über das Kalenderjahr 2027 hinaus bestehen bleiben dürften, getrieben von KI-Nachfrage und strukturellen Angebotsengpässen. Das Unternehmen hat inzwischen 16 mehrjährige Strategic Customer Agreements unterzeichnet und rechnet mit Cash-Vorauszahlungen der Kunden von rund 22 Milliarden US-Dollar.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant Micron Kapitalausgaben von rund 27 Milliarden US-Dollar, im Geschäftsjahr 2027 sollen die Investitionen quartalsweise weiter steigen, vor allem wegen des Baus neuer Reinraumkapazitäten. Für das vierte Fiskalquartal 2026 stellte das Unternehmen einen Rekordumsatz von 50,0 Milliarden US-Dollar sowie eine Bruttomarge von rund 86 Prozent in Aussicht. Auch Wettbewerber Sandisk hatte laut Motley Fool berichtet, dass zwei Drittel seines Umsatzwachstums auf Preiserhöhungen zurückgingen, ein weiteres Indiz für die angespannte Marktlage bei Speicherchips.
Der Zahlentermin am morgigen Mittwoch dürfte zeigen, wie stark sich die angehobenen Investitionspläne von Amazon und Alphabet bereits in den Auftragsbüchern von NVIDIA niederschlagen. Parallel bleibt zu beobachten, ob Micron die angespannte Lage am Speichermarkt in den kommenden Quartalen in weitere Preissteigerungen und Kundenverträge ummünzen kann.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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