NVIDIA-Aktie zieht an: Konzern bestätigt Milliarden-Übernahme von Hugging Face
NVIDIA macht die größte Übernahme seiner Firmengeschichte offiziell, und ausgerechnet ein Nebeneffekt für die eigenen Kunden könnte zum Streitpunkt werden.
Werte in diesem Artikel
- NVIDIA bestätigt die Übernahme von Hugging Face
- Kaufpreis liegt bei rund 12,9 Milliarden US-Dollar
- Möglicherweise größte NVIDIA-Übernahme, Regulierer dürften aber genauer hinschauen
NVIDIA-Aktie von Hugging Face-Übernahme bewegt
NVIDIA bestätigt am Donnerstag offiziell die Übernahme der offenen KI-Plattform Hugging Face für rund 12,9 Milliarden US-Dollar, wie Firmenchef Jensen Huang im NVIDIA-Blog mitteilt. Damit wird ein Deal amtlich, den mehrere US-Medien bereits seit Ende August als nahezu fix gehandelt hatten. Die NVIDIA-Aktie notierte im NASDAQ-Handel letztlich 1,8 Prozent höher bei 228,45 US-Dollar.
Was NVIDIA konkret übernimmt
Nach Angaben von Huang zählt Hugging Face mehr als 18 Millionen Entwickler, Forscher und Kreative, die über die Plattform mehr als 3 Millionen Modelle, 500.000 Datensätze und 1 Million Anwendungen teilen. Mehr als 200.000 Unternehmen nutzen Hugging Face, um KI-Modelle zu finden, zu bewerten und einzusetzen. NVIDIA ist dabei kein neuer Partner: Der Chiphersteller hält laut Futurum seit der Series-D-Finanzierungsrunde von Hugging Face im August 2023 bereits eine Minderheitsbeteiligung und war zuletzt größter Beitragender von offenen Modellen und Datensätzen auf der Plattform, mit mehr als 500 veröffentlichten Modellen und mehr als 250 offenen Datensätzen. Huang betont, Hugging Face solle offen bleiben, NVIDIA-Rechenleistung werde für die Nutzung der Plattform nicht Voraussetzung.
Der Kaufpreis macht die Übernahme laut Tech Insider zur größten in der Geschichte von NVIDIA, deutlich vor den rund 6,9 Milliarden US-Dollar für den Netzwerkausrüster Mellanox im Jahr 2020 und der gescheiterten, rund 40 Milliarden US-Dollar schweren Offerte für Arm.
NVIDIA-Aktie: Die strategische Logik
Für NVIDIA geht es bei dem Deal auch um Absicherung: Mit Alphabet und Amazon gehören gleich mehrere große KI-Anbieter zu jenen Unternehmen, die eigene Chips entwickeln, um ihre Abhängigkeit von NVIDIA-Grafikprozessoren zu verringern. Ein starkes Ökosystem offener Modelle hält dagegen mehr Nachfrage im Umfeld von NVIDIA-Hardware.
Martina Köhler, Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net
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