Samsung-Aktie im Plus: Offenbar milliardenschweres Investment in Mistral geplant
Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung könnte offenbar mit bis zu einer Milliarde Euro in die Finanzierungsrunde des französischen KI-Unternehmens einsteigen.
Werte in diesem Artikel
- Samsung soll laut FT-Bericht rund eine Milliarde Euro in Mistral investieren
- Finanzierungsrunde könnte Mistral mit rund 20 Milliarden Euro bewerten
- Erst am Dienstag hatte Microsoft Milliarden für Mistral zugesagt
Samsung Electronics prüft einem Bericht der Financial Times zufolge einen Einstieg beim französischen KI-Unternehmen Mistral. Der südkoreanische Technologiekonzern könnte sich demnach mit rund einer Milliarde Euro an einer neuen Finanzierungsrunde beteiligen, die Mistral auf einen Wert von etwa 20 Milliarden Euro heben würde. Auch der schwedische Investor EQT soll über seinen Scaleup Europe Fund an der Runde teilnehmen. Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig bestätigen, Samsung und Mistral äußerten sich gegenüber der Nachrichtenagentur zunächst nicht dazu.
Mistral als Gradmesser für Europas KI-Ambitionen
Mistral beliefert das französische Militär und positioniert sich als europäische Alternative zu den großen US-Technologiekonzernen, während Regierungen in der Region auf mehr technologische Unabhängigkeit drängen. Trotz des möglichen Wertsprungs bleibt die Bewertung deutlich hinter US-Konkurrenten wie Anthropic zurück. Erst im September hatte der Chipausrüster ASML mit 1,3 Milliarden Euro den Löwenanteil einer Finanzierungsrunde übernommen, die Mistral seinerzeit mit 11,7 Milliarden Euro bewertete und ASML zum größten Anteilseigner machte, wie Reuters berichtete.
Microsoft sichert sich europäische Rechenkapazität
Der mögliche Samsung-Einstieg folgt kurz auf eine weitere Weichenstellung: Microsoft hatte am Dienstag eine milliardenschwere strategische Partnerschaft mit Mistral verkündet, um dessen Rechenzentren in Europa mitzunutzen und die Verbreitung der Mistral-Technologie über die eigene US-Cloud auszuweiten. Das wachsende Interesse in Europa und darüber hinaus, die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern, gilt als Treiber hinter beiden Vorstößen.
Samsungs Blick auf Robotik und externe KI-Kompetenz
Der mögliche Schritt fügt sich in ein größeres Bild: Samsung hatte im April erklärt, Investitionen und Übernahmen zu prüfen, um Entwicklung und Vermarktung in der Robotik zu beschleunigen, kombiniert mit Partnerschaften lokaler Unternehmen für die Technologieentwicklung. Eine Beteiligung an Mistral würde dem Konzern zusätzlichen Zugang zu europäischer KI-Kompetenz verschaffen, während die geopolitische Debatte um technologische Souveränität in der Region an Schärfe gewinnt.
Neue RX-Sparte mit Ex-Hyundai-Manager an der Spitze
Dazu passt, dass Samsung erst am Dienstag bekannt gab mit RX, kurz für Robotics eXperience, eine neue Sparte einzurichten, die direkt an die Konzernspitze berichtet und Strategie, Kerntechnologie sowie operative Umsetzung im Robotik-Geschäft bündeln soll. An der Spitze des Robotics Strategy Teams steht Executive Vice President Lee Dongkun, der zuvor bei der Hyundai Motor Group die Robotik-Strategie verantwortete. Samsung plant zudem Forschungsstandorte in den USA, China und Japan, um von den dortigen Ökosystemen zu profitieren. Bereits im Januar hatte der Konzern für dieses Jahr spürbare Fortschritte bei humanoiden Robotern in Aussicht gestellt, zunächst für den Einsatz in der Fertigung, später auch im Heim- und Einzelhandelsbereich.
So bewegt sich die Samsung-Aktie
Am Mittwoch konnte die Samsung-Aktie in Seoul letztlich 0,58 Prozent auf 260.500 Won zulegen. In diesem Jahr hat das Papier damit bereits satte 117,26 Prozent zugelegt. Innerhalb der letzten 12 Monate ging es gar fast 300 Prozent nach oben.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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