MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
Fest - Der Markt habe offenbar auf positive Nvidia-Geschäftszahlen nach Börsenschluss gesetzt, hieß es zu den kräftigen Gewinnen im Technologiesektor, insbesondere bei Chipaktien. Dazu sorgten deutlich gesunkene Ölpreise für Kaufbereitschaft, zumal als Folge auch die Renditen am Anleihemarkt nach den erreichten Mehrjahreshochs kräftig sanken. Der Stimmung zuträglich war auch, dass die EU eine Vereinbarung getroffen hatte, um einige US-Einfuhrzölle abzuschaffen. Das Protokoll der US-Notenbanksitzung bewegte nicht. Es offenbarte wenig überraschend, dass sich die Notenbanker eher mit Zinserhöhungen als mit -senkungen beschäftigen. Chipaktien waren mit der Spekulation auf starke Nvidia-Zahlen gesucht. Daneben stützte anfangs auch, dass beim südkoreanischen Chipriesen Samsung ein Streik drohte. Dieser schien zuletzt aber abgewendet. Micron verteuerten sich um 4,8 Prozent, AMD um 8,1 und Intel um 7,4 Prozent. Target verloren nach starken Geschäftszahlen 3,9 Prozent. Allerdings missfiel der vorsichtige Ausblick. Der Kurs des Wettbewerbers TJX schnellte dagegen um 5,7 Prozent nach oben. Der Markt honoriere das offenbar besonders widerstandsfähige Geschäftsmodell, mithin, dass TJX ohne aggressive Kostensenkungen auskomme, hieß es.
US-ANLEIHEN
Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 4,05 -0,08 4,13 4,01
5 Jahre 4,23 -0,10 4,34 4,21
10 Jahre 4,58 -0,09 4,69 4,56
Mit den Renditen ging es vor dem Hintergrund stark gefallener Ölpreise kräftig nach unten. Die Renditen waren zuletzt auf Mehrjahreshochs gestiegen in Reaktion auf höher als erwartet ausgefallene Inflationszahlen.
DEVISEN
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 18:08
EUR/USD 1,1622 -0,0 -0,0005 1,1627 1,1626
EUR/JPY 184,79 +0,0 0,0800 184,7100 184,6100
EUR/CHF 0,9143 -0,1 -0,0007 0,9150 0,9150
EUR/GBP 0,8651 +0,0 0,0001 0,8650 0,8642
USD/JPY 158,96 +0,0 0,0500 158,9100 158,7800
GBP/USD 1,3429 -0,0 -0,0002 1,3431 1,3449
USD/CNY 6,8004 0,0 -0,0001 6,8005 6,8005
USD/CNH 6,8025 +0,0 0,0014 6,8011 6,8000
AUS/USD 0,7127 -0,3 -0,0022 0,7149 0,7157
Bitcoin/USD 77.962,36 +0,4 282,09 77.680,27 77.448,27
Der Dollar fiel mit den gesunkenen Zinsen zurück, für einen Euro waren zuletzt im US-Handel 1,1627 Dollar fällig.
Der japanische Yen bewegt sich am Morgen kaum. Die Rede von Junko Koeda, Mitglied im Board der Bank of Japan, sei im Allgemeinen falkenhaft, da sie die Gründe für eine Zinserhöhung anführe, meint Volkswirt Yusuke Matsuo von Mizuho: "Angesichts der anhaltend lockeren monetären Bedingungen und der zunehmenden Wachsamkeit der Mitglieder des BoJ-Boards gegenüber Aufwärtsrisiken für die Preise bleibt eine Zinserhöhung im Juni das wahrscheinlichste Ergebnis", sagt er. Da die Märkte eine Zinserhöhung im Juni bereits eingepreist hätten, werde ein Ausbleiben von Maßnahmen den Yen wahrscheinlich weiter schwächen. Dies könne die Befürchtung schüren, dass die BoJ bei der Eindämmung der Inflation ins Hintertreffen gerate, und zu einem Anstieg der Anleiherenditen führen, fügt er hinzu.
++++ ROHSTOFFE +++++
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.537,78 -0,1 -5,75 4.543,53
Silber 75,65 -0,4 -0,33 75,99
Platin 1.934,50 -0,8 -16,00 1.950,50
Gold verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4.547 Dollar je Feinunze. Das Edelmetall fand Zulauf angesichts gefallener Anleiherenditen.
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 98,93 +0,7 0,67 98,26
Brent/ICE 105,83 +0,8 0,81 105,02
Der Brent-Ölpreis rutschte um über 5 Prozent ab auf 105 Dollar je Fall. Zum einen hatte US-Präsident Trump zum wiederholten Male ein baldiges Ende des Iran-Krieges angekündigt. Zum anderen sorgte für Zuversicht auf eine Öffnung der Straße von Hormus, dass zwei chinesische Öltanker die Meerenge passierten, wie aus Daten zu den Schiffsbewegungen hervorging.
+++++ MELDUNGEN SEIT MITTWOCH 17.30 UHR +++++
USA - Geldpolitik
Bei der Sitzung der US-Notenbank im April haben die Geldpolitiker die Frage, ob die Zinsen gesenkt werden sollten, so gut wie ad acta gelegt. Stattdessen begannen sie, ernsthafter über eine Zinserhöhung nachzudenken. "Eine Mehrheit der Teilnehmer betonte [...], dass eine gewisse Straffung der Geldpolitik wahrscheinlich angemessen wäre, wenn die Inflation weiterhin anhaltend über 2 Prozent liegen sollte", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll. Die seinerzeit vorliegenden Arbeitsmarktdaten werteten die meisten Notenbanker als Beweis für eine Stabilisierung.
RENTENREFORM DEUTSCHLAND
Die Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung will nach einem Bericht der Bild-Zeitung die Anhebung des Renteneintrittsalters bis auf 70 Jahre empfehlen. Demnach soll die Grenze schrittweise bis Anfang der 2060er Jahre von bald 67 Jahren auf dann 70 Jahre steigen, berichtet Bild unter Berufung auf Kommissionskreise. (Bild-Zeitung)
EON
hat eine grüne Anleihe in zwei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Euro begeben. Jede Tranche hat ein Volumen von 650 Millionen Euro. Eine Tranche ist im Mai 2031 fällig und hat einen Kupon von 3,475 Prozent, die andere ist im Mai 2036 fällig und trägt einen Kupon von 4,053 Prozent.
FRESENIUS MEDICAL CARE
Der Aufsichtsrat hat Finanzvorstand Martin Fischer für eine Amtszeit von fünf Jahren bis 2031 wiederbestellt.
TKMS - Der Kieler Rüstungskonzern TKMS will Tausende neue Jobs schaffen. "Entsprechend der Auftragslage schaffen wir bis Ende der 2020er Jahre neue Arbeitsplätze im niedrigen vierstelligen Bereich", erklärte das Unternehmen gegenüber Business Insider. Die Mehrheit dieser Arbeitsplätze entsteht demnach in Deutschland. Allein in Wismar schafft TKMS bis 2029 voraussichtlich etwa 1.500 Stellen. Die dortige Werft spielt eine Schlüsselrolle für zahlreiche Projekte - darunter der Bau des Forschungsschiffs "Polarstern 2" sowie verschiedener U-Boote. (Business Insider)
KNDS
Die Bundesregierung hat sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen großangelegten Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS geeinigt. Der Bund soll zunächst eine Beteiligung von 40 Prozent an dem Hersteller des Kampfpanzers "Leopard 2" und des Transportfahrzeugs "Boxer" übernehmen, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise. Damit zieht Deutschland mit dem französischen Staat gleich, der ebenfalls 40 Prozent der Anteile halten soll. Die Vereinbarung sieht dem Bericht zufolge vor, dass die Bundesregierung ihre Beteiligung in den kommenden Jahren auf bis zu 30 Prozent reduzieren kann. Über eine Sonderklausel soll die absolute Gleichberechtigung mit Paris bei strategischen Beschlüssen und Standortfragen dauerhaft garantiert bleiben - selbst wenn Deutschland Anteile abgibt und Frankreich bei 40 Prozent verbleibt. Hintergrund des Milliardendeals ist der geplante Ausstieg der deutschen Eigentümerfamilien (Wegmann-Holding), die ihre Anteile verkaufen wollen. Der KNDS-Konzern wird in Finanzkreisen aktuell mit 18 bis 20 Milliarden Euro bewertet. (Bild)
SITEGEIST
Das Start-up Sitegeist will den Sanierungsstau und den Fachkräftemangel auf Deutschlands Straßen mit Robotern bewältigen. Investoren wie B2Venture und Verena Pausder trauen Sitegeist viel zu. "Heute erfolgt die Entfernung von marodem Beton meist manuell mit einer Hochdruckwasserlanze, einer Art Kärcher auf Steroiden", sagt Firmenmitgründerin und -chefin Lena-Marie Pätzmann. Sitegeist will das ändern und hat dafür ein modulares Robotersystem entwickelt, das marode Bauwerke sanieren können soll - automatisiert und eigenständig im Abtragen von Beton. Diese Vision trifft auf Interesse: Die ersten Investoren hat Sitegeist bereits überzeugt, darunter den Frühphasen-Geldgeber B2Venture und Anschubinvestoren wie die Chefin des Start-up-Verbands, Verena Pausder. (Handelsblatt)
ONLINEBANK CHASE
Die US-Großbank JP Morgan fordert zum Deutschland-Start seiner Onlinebank Chase die Konkurrenz mit einem ambitionierten Angebot heraus. Das größte US-Geldhaus bietet seit diesem Mittwoch 4 Prozent Zinsen auf Guthaben von bis zu 1 Million Euro auf dem Tagesgeldkonto. Es handelt sich aktuell um den höchsten Guthabenzins auf Tagesgeld in der Bundesrepublik. (Handelsblatt)
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HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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May 21, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
