Muster wiederholt sich

Software-Aktien im Aufwind: Darum profitieren SAP, ServiceNow & Co. vom Ausverkauf bei Chip-Titeln


Software-Aktien im Aufwind: Darum profitieren SAP, ServiceNow & Co. vom Ausverkauf bei Chip-Titeln

Während Chipaktien taumeln, legen Software-Aktien wie SAP und ServiceNow zu - ein Muster, das der Markt in diesem Sommer schon mehrfach gesehen hat.

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110.20 EUR 0.35 EUR 0.32 %

  • SAP, ServiceNow und Salesforce legen am Mittwoch spürbar zu
  • Chipaktien stehen weiter unter Druck
  • Markt kennt die Rotation bereits aus Juni und Juli
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Wenn KI- und Chip-Aktien fallen, dann profitieren die von disruptiver KI-bedrohten Software-Titel - das hat der Markt in diesem Jahr schon öfter feststellen müssen. So auch heute: Der deutsche Software-Riese SAP gewann im XETRA-Handel letztlich 1,78 Prozent auf 162,04 Euro und gehörte damit zu den stärkeren Werten im eher zurückhaltenden DAX. Im US-Handel an der NYSE legten zeitgleich die Aktien von ServiceNow und Salesforce stellenweise um 4,65 Prozent auf 115,76 US-Dollar bzw. 3,79 Prozent auf 188,38 US-Dollar zu.

Für den Markt ist das also kein neues Bild: Bereits im Juni und Anfang Juli hatten Softwarewerte immer dann zugelegt, wenn Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms die Chipbranche belasteten.

Sorgen vor China-Konkurrenz: Darum geraten Chip-Aktien unter Druck

Der aktuelle Rücksetzer bei KI- und Chip-Werten geht teilweise auch auf wieder aufflammende Sorgen rund um die Nachhaltigkeit des KI-Booms zurück. Deutlich mehr Beachtung bekommen aber andere Bedenken aktuell: Denn der Ausverkauf wird durch den am Montag vollzogenen Börsengang des chinesischen Speicherchipherstellers CXMT in Shanghai zusätzlich befeuert, dessen Aktie am Montag um mehr als 460 Prozent zulegte und damit Sorgen vor wachsender chinesischer Konkurrenz in der Speicherchipfertigung schürt. Zudem würden chinesische Firmen Berichten zufolge an eigenen Lithografieanlagen für die Chipproduktion arbeiten, was die Bedenken vor einem schnelleren Kapazitätsaufbau in China nährt.

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Kein Einzelfall: Die Rotation läuft schon seit Wochen

Für Anleger ist das Muster inzwischen vertraut. Ende Juni hatte ein Bericht über einen möglicherweise verschobenen Börsengang von OpenAI die Sorge vor einer Verdrängung klassischer Unternehmenssoftware durch KI gedämpft und Softwarewerte wie ServiceNow und Salesforce zweistellig zulegen lassen. Anfang Juli wiederholte sich das Bild, als Samsungs Rekordgewinn die Chipbranche kaltließ und Softwarewerte stattdessen profitierten. Beide Male galt: Sobald Zweifel an der KI-Nachfrage aufkamen, drehte das Kapital in Richtung jener Softwarekonzerne, die zuvor als KI-Verlierer galten.

Warum die Skepsis im Chipsektor wächst

Hinter dem Belastungsfaktor Chipsektor steckt mehr als ein einzelnes Ereignis. Speicherchipwerte wie Samsung und SK hynix hatten sich seit Jahresanfang im Zuge des KI-Booms vervielfacht, entsprechend groß ist inzwischen die Fallhöhe bei jeder neuen Belastungsmeldung. Hinzu kommt die Debatte um die Finanzierung der milliardenschweren KI-Investitionen der großen Cloud-Anbieter, die zunehmend über Fremdkapital laufen und Anleger nach den jüngsten Kursausschlägen nervöser werden lässt. Konkurrenzsorgen aus China und Finanzierungszweifel verstärken sich damit gegenseitig, statt sich zu neutralisieren.

Ob das Muster hält, entscheidet sich in den kommenden Wochen an den Quartalszahlen der großen Cloud- und Softwareanbieter. Bestätigen sie robuste KI-Umsätze trotz der Skepsis am Chipsektor, dürfte sich die Rotation in Richtung Software fortsetzen. Enttäuschen die Zahlen dagegen, könnte der aktuelle Rückenwind für SAP, ServiceNow und Salesforce ebenso schnell wieder abflauen, wie er gekommen ist.

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Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: SAP AG, Gil C / Shutterstock.com

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28.07.26 SAP SE Buy Jefferies & Company Inc.
27.07.26 SAP SE Neutral JP Morgan Chase & Co.
27.07.26 SAP SE Buy Goldman Sachs Group Inc.
27.07.26 SAP SE Buy UBS AG
27.07.26 SAP SE Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)