Nach FCAS-Aus

Rheinmetall-Aktie tiefer: Sorgen um deutsch-französisches Panzerprojekt - Kooperation mit LIG

15.06.26 21:06 Uhr

Aktie im Minus: Rheinmetall äußert Sorgen um deutsch-französisches Rüstungsprojekt - Kooperation mit LIG | finanzen.net

Nach dem Aus des geplanten deutsch-französischen Kampfflugzeugs fürchtet der Rüstungskonzern Rheinmetall einen Ausstieg der Franzosen auch beim gemeinsamen Panzerprojekt MGCS.

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"Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger der "Welt am Sonntag".

Nach Informationen des Rheinmetall-Chefs plane Frankreich, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen, schreibt die Zeitung. "Wir haben null Entscheidungen über das finale Budget", sagte Papperger. Die Konsequenz wären Verzögerungen: "Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, wird man nicht schneller, und wir sind jetzt schon sehr langsam."

Vorhaben auf Initiative der französischen und deutschen Regierung

Das auf Initiative der französischen und der deutschen Regierung begonnene Vorhaben "Main Ground Combat System" (MGCS, Hauptsystem für den Bodenkampf) ziele darauf ab, bis 2040 die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc durch ein plattformübergreifendes Bodenkampfsystem ersetzen zu können, hieß es bei der Gründung der Projektgesellschaft für das Panzervorhaben.

Beteiligt sind neben Rheinmetall der französische Thales-Konzern sowie KNDS. Das Unternehmen war aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann und des staatlichen französischen Rüstungsunternehmens Nexter hervorgegangen.

Bisher eine Zwischenlösung

Als Zwischenlösung bis zum Start des MGCS hatten die von deutscher Seite beteiligten Unternehmen Rheinmetall und KNDS Deutschland bereits die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers angeschoben, der von der Militärfachpresse inoffiziell "Leopard 3" betitelt wird.

Die ersten Exemplare sollen Anfang der 2030er Jahre in Dienst gestellt werden, während die Einsatzbereitschaft des MGCS-Panzers erst in den 2040er Jahren erwartet wird. "Das ist eine Wahnsinnszeit. Ich kann heute nicht sagen, ob es überhaupt ein MGCS geben wird", sagte Papperger der "Welt am Sonntag".

Am Dienstag hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach langen Querelen das Ende des milliardenschweren Kampfjet-Projekts FCAS (Future Combat Air Systems) verkündet. Die Unternehmen Dassault und Airbus konnten sich in den Verhandlungen darüber nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen.

Rheinmetall kooperiert mit südkoreanischer LIG bei Luftverteidigung

Rheinmetall kooperiert mit der südkoreanischen LIG Defense&Aerospace im Bereich Luftverteidigungssysteme. Im Rahmen der strategischen Partnerschaft sollen entsprechende Systeme für das europäische und Nato-Territorium bereit gestellt werden, heißt es in der Mitteilung. Kurzfristig soll ein Joint Ventures gegründet werden, an dem der DAX-Konzern die Mehrheitsanteile halten soll. Finanzielle Details der Kooperation wurden nicht genannt.

"Zusammen bieten LIG D&A und Rheinmetall Air Defence ein sich hervorragend ergänzendes Portfolio an bodengestützten Luftverteidigungslösungen", wird Oliver Dürr, CEO der Rheinmetall-Division Air Defence, in der Mitteilung zitiert. "Wir bündeln unsere Stärken, um ein Verteidigungs-Kraftzentrum in Europa für Luftverteidigungs-Raketenlösungen und darüber hinaus zu etablieren", so Ickhyun Shin, CEO von LIG D&A.

Die beiden Unternehmen wollen die Luftverteidigungs-Raketensysteme mittlerer und großer Reichweite in Europa lokalisieren, weiterentwickeln und vermarkten. Zudem sollen neue Raketen und Fähigkeiten für die Flugabwehr im Kurzstreckenbereich entwickelt werden.

Rheinmetall-Aktie im Fokus

Rüstungswerte tun sich am Montag im starken Gesamtmarkt schwer. Die Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran gibt der Branche keinen Schwung - anders als beispielsweise Tourismus- und Luftfahrtaktien. Am Montag notierten die Rheinmetall-Aktien im XETRA-Handel letztlich 4,6 Prozent tiefer bei 1.150,20 Euro. Der Kurs des DAX-Mitglieds knüpft damit an den schwachen Trend des bisherigen Jahres an. In diesem Jahr haben die Aktien jetzt fast ein Viertel an Wert verloren.

BERLIN / FRANKFURT (dpa-AFX) / Dow Jones Newswires

Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, Tobias Arhelger / Shutterstock.com

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