Nach Kursrally ausgestiegen

Micron-Aktie: Wiederholt Druckenmiller seinen NVIDIA-Fehler von 2024?


Micron-Aktie: Wiederholt Druckenmiller seinen NVIDIA-Fehler von 2024?

Ein Milliardär trennt sich komplett von einer Aktie, die einen kräftigen Kursanstieg verzeichnet hat, und das weckt Erinnerungen an einen früheren Fehlgriff.

Werte in diesem Artikel
Aktien

949.00 EUR -1.00 EUR -0.11 %

  • Bekannter Investor zieht sich vollständig aus gefragtem Speicherchip-Titel zurück
  • Parallele zu früherem, öffentlich eingestandenem Fehlgriff drängt sich auf
  • Analysten bewerten die Aktie trotz des Ausstiegs weiterhin überwiegend positiv
Werbung

Stanley Druckenmillers Duquesne Family Office hat seine Position in der Micron-Aktie im zweiten Quartal 2026 vollständig aufgelöst, wie aus einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten 13F-Meldung hervorgeht. Der Ausstieg erfolgte, nachdem die Aktie des Speicherchip-Herstellers im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 300 Prozent zugelegt und das Unternehmen die Marke von einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung überschritten hatte. Beobachter ziehen Parallelen zu Druckenmillers früherem NVIDIA-Verkauf, den er selbst als Fehler bezeichnet hatte.

Micron-Aktie: Kompletter Ausstieg nach steilem Anstieg

Duquesne hatte im ersten Quartal 2026 eine Position von 23.400 Micron-Aktien aufgebaut und diese im zweiten Quartal wieder vollständig verkauft, wie aus dem am 14. August bei der SEC eingereichten Form-13F-Bericht zum Stichtag 30. Juni 2026 hervorgeht. Parallel dazu trennte sich Druckenmillers Fonds im selben Zeitraum auch von 411.400 Intel-Aktien und 195.955 Broadcom-Aktien. Micron Technology entwickelt und produziert Speicher- und Storage-Lösungen wie High Bandwidth Memory, DRAM und NAND, die in KI-Servern zum Einsatz kommen. Der Kursanstieg des Unternehmens wird laut Motley Fool durch eine beispiellose Nachfrage nach diesen Speicherlösungen für das Training und den Betrieb von KI-Modellen getrieben, begleitet von Rekordumsätzen und mehrjährigen Lieferverträgen mit Großkunden.

Zeitgleich mit dem Micron-Verkauf eröffnete Duquesne neue Positionen bei Equinix und Lam Research. Andere Auswertungen von Duquesnes 13F-Meldungen verweisen zudem auf eine neue Position bei AMD.

Werbung

Die NVIDIA-Parallele

Druckenmiller hatte in einem Bloomberg-Interview mit Sonali Basak im Oktober 2024 eingeräumt, die NVIDIA-Aktie zu früh verkauft zu haben, und den Schritt selbst als großen Fehler bezeichnet. Duquesne hatte laut The Motley Fool zwischen 2022 und 2023 eine NVIDIA-Position zu einem split-bereinigten Kurs von 22 bis 24 US-Dollar je Aktie aufgebaut und diese Mitte bis Ende 2024 zu einem Durchschnittspreis von rund 73,50 US-Dollar wieder verkauft, deutlich unterhalb der späteren Kursentwicklung.

The Motley Fool ordnet den aktuellen Fall jedoch differenzierter ein: NVIDIAs Wettbewerbsvorteil stütze sich auf ein Ökosystem aus GPU-Architektur und der CUDA-Softwareplattform, das Wechselkosten schafft, die reine Speicherhersteller nicht replizieren könnten. Speicher bleibe dagegen selbst im High-End-Bereich ein weitgehend kommodifiziertes Produkt, weshalb historisch nach jedem Boomzyklus alle Marktteilnehmer denselben Gegenwind spürten, sobald das Angebot die Nachfrage übersteigt. Zudem sei die Bewertungsausweitung bei Micron laut The Motley Fool über einen deutlich kürzeren Zeitraum erfolgt als seinerzeit bei NVIDIA. Eine Gewinnmitnahme nach einem parabolischen Anstieg bedeute nicht automatisch einen Fehler, so das Portal weiter. 24/7 Wall St. weist zudem darauf hin, dass ein 13F nur eine Momentaufnahme sei und wenig über eine tatsächliche bearishe Einschätzung aussage.

Ob sich der Ausstieg aus der Micron-Aktie im Rückblick als verfrüht erweist, dürfte sich erst mit der weiteren Entwicklung des Speichermarkts zeigen, zumal Micron und Wettbewerber laut The Motley Fool im Eiltempo neue Fertigungskapazitäten aufbauen. Der nächste Blick auf die Geschäftszahlen richtet sich auf den für den 29. September geschätzten Bericht zum vierten Geschäftsquartal, während der Analystenkonsens laut TipRanks mit einer Strong Buy-Einstufung bislang unverändert optimistisch bleibt. In den letzten drei Monaten gaben 31 Wall-Street-Analysten 12-Monats-Kursziele für Micron ab. Von diesen empfehlen 30 die Aktie zum Kauf, während lediglich ein Analyst ein Hold-Rating vergab, Verkaufsempfehlungen liegen keine vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.556,55 US-Dollar, mit einem Höchstwert von 2.200,00 US-Dollar und einem Tiefstwert von 1.100,00 US-Dollar.

Werbung

Julia Walter, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Charles Knowles / Shutterstock.com

Aktuelle Micron Technology Aktie News

Werbung

Micron Technology Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Micron Technology nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
18.09.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets
10.08.26 Micron Technology Buy UBS AG
25.06.26 Micron Technology Buy Deutsche Bank AG
25.06.26 Micron Technology Outperform RBC Capital Markets
25.06.26 Micron Technology Neutral Goldman Sachs Group Inc.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.