Nach starken Zahlen

Nebius-Aktie zieht kräftig an: Warum Michael Burry seine Short-Position dennoch aufstockt


Nebius-Aktie zieht kräftig an: Warum Michael Burry seine Short-Position dennoch aufstockt

Nebius meldet einen Umsatzsprung, der jeden Analystenkonsens sprengt, doch Starinvestor Michael Burry stockt seine Shortposition genau in diesem Moment auf.

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  • Nebius meldet einen Umsatzsprung von 454 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
  • Burry stockte seine Nebius-Shortposition nach der Kursrally weiter auf
  • Nebius verkürzt die Amortisationszeit neuer Deals auf unter zwei Jahre
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Als Nebius am Mittwoch seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt, übertrifft der Cloudanbieter für KI-Rechenleistung den Analystenkonsens deutlich, und die Aktie sprang daraufhin an der NASDAQ kräftig nach oben. Genau in diesem Moment doppelt Starinvestor Michael Burry seine Wette gegen das Unternehmen nach, statt sie angesichts der Zahlen zu überdenken.

Nebius liefert einen der stärksten Wachstumssprünge der Branche

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal 2026 auf 582,3 Millionen US-Dollar, ein Plus von 454 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (105,1 Millionen US-Dollar) und über dem Analystenkonsens von rund 573 Millionen US-Dollar. Der auf das Jahr hochgerechnete Auftragsbestand, die annualisierte Umsatzrate, stieg zum Quartalsende auf 3,0 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 598 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 56 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen drehte von minus 21 Millionen auf plus 236,2 Millionen US-Dollar, eine Marge von 41 Prozent. Nebius bestätigte zudem seine Jahresziele für 2026.

Burry wettet trotzdem auf den Bruch des KI-Booms

Bereits am 6. August, also vor den Quartalszahlen, hatte Burry seine Shortposition in Nebius bei 211,77 US-Dollar offengelegt, parallel zu einer Shortposition in Oracle bei 144,63 US-Dollar. Seine These: Unternehmen wie Nebius binden Milliarden in Chips und Rechenzentren, ohne dass die Rendite darauf gesichert ist, ein Risiko, das erst beim nächsten Abschwung der Nachfrage sichtbar wird.

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Nach dem Kurssprung durch die Zahlen stockte Burry die Short-Position bei rund 247 US-Dollar weiter auf, zusammen mit seinen Shorts in Oracle und in Micron. Seine Einschätzung dazu: Nebius zeige, wie es aussehe, wenn ein Boom seinen Höhepunkt erreicht. Der höhere Einstiegskurs bei der Aufstockung, rund 17 Prozent über der ursprünglichen Shortposition, zeigt zugleich, wie stark die Kursrally seine Wette bislang belastet.

Nebius liefert selbst ein Gegenargument

Ausgerechnet die aktuellen Quartalszahlen liefern eine Antwort auf einen Kernpunkt von Burrys Kritik. Nebius verkürzte die Amortisationszeit neuer Kapazitätsverträge auf ein Jahr und zehn Monate, zuvor lag sie bei zwei bis drei Jahren, und meldete vier neue Großabschlüsse mit einem durchschnittlichen Gesamtvertragswert von jeweils über einer Milliarde US-Dollar. Die vertraglich gesicherte Rechenkapazität für Ende 2026 stieg auf über 5 Gigawatt, nach zuvor über 4 Gigawatt. Finanziert wird der Ausbau auch über den Kapitalmarkt: Im Juli sicherte sich Nebius eine besicherte Finanzierung über 775 Millionen US-Dollar, zusätzlich zu einem Aktienverkauf von rund 12,7 Millionen Anteilen zu einem Durchschnittskurs von 223,6 US-Dollar.

Die offene Frage bleibt die Kapitalbindung

Burrys Kernthese betrifft weniger die Nachfrage nach KI-Rechenleistung selbst als die Frage, ob die milliardenschweren Vorabinvestitionen in Chips und Rechenzentren am Ende zu den versprochenen Renditen führen. Genau an diesem Punkt setzt auch seine parallele Wette gegen Oracle und Micron an, zwei weitere Werte mit hohen Ausbauinvestitionen im KI-Geschäft. Die kürzere Amortisationszeit und die hohe Vorauskassenquote bei neuen Verträgen sprechen zunächst gegen seine Wette. Ob sich das Bild hält, entscheidet sich erst, wenn die Nachfrage nach KI-Rechenleistung tatsächlich einmal nachlässt, ein Szenario, das sich in den aktuellen Zahlen noch nicht zeigt.

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Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Piotr Swat / Shutterstock.com, jackpress / Shutterstock.com

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18.09.26 Oracle Kaufen DZ BANK
14.09.26 Oracle Buy Goldman Sachs Group Inc.
11.09.26 Oracle Sector Perform RBC Capital Markets
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