Neocloud-Duell

Applied Digital vs. TeraWulf - Welche ist die bessere Rechenzentrums-Aktie?


Applied Digital vs. TeraWulf - Welche ist die bessere Rechenzentrums-Aktie?

TeraWulf und Applied Digital profitieren vom Boom bei Rechenzentren für KI- und Cloud-Anbieter. Doch welche Aktie bietet Anlegern das größere Potenzial?

Werte in diesem Artikel

  • Aktien von TeraWulf und Applied Digital im Vergleich
  • Börsenwert beider Konzerne liegt nah beieinander
  • Welche Aktie überzeugt?
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Die TeraWulf-Aktie legt seit Jahresbeginn rund 31,7 Prozent zu, während Applied Digital im selben Zeitraum nur auf ein Plus von rund 3,6 Prozent kommt, obwohl beide Rechenzentrumsbetreiber vom selben Boom rund um Kapazitäten für Hyperscaler profitieren. Diese Kurslücke sagt jedoch wenig darüber aus, welche der beiden Aktien das bessere Investment ist. Beide Unternehmen zählen zu den sogenannten Neoclouds, die Rechenzentren für die Bedürfnisse großer Cloud- und KI-Anbieter bauen und betreiben. Entscheidend für die Bewertung sind laut The Motley Fool nicht die Kursverläufe der vergangenen Monate, sondern die vertraglich gesicherte Kapazität, die Größe der Projektpipeline und die daraus folgende Bewertung im Verhältnis zum Geschäft.

Applied Digital führt bei Gigawatt

Bei Neoclouds zählt laut Experten vor allem, wie viel vertraglich gesicherte Leistung ein Anbieter vorweisen kann, denn davon hängt der künftige Umsatz ab. Applied Digital hat nach eigenen Angaben 1,4 Gigawatt an vertraglich gesicherter kritischer IT-Last gesichert, was einem gesamten Vertragswert von rund 36 Milliarden US-Dollar entspricht. Die meisten Verträge laufen über 15 Jahre, darunter zwei Abschlüsse über jeweils 300 Megawatt an den Standorten Delta Forge 1 und Polaris Forge 3.

TeraWulf kommt dagegen laut eigener Angaben nur auf 839 Megawatt an verpachteter Kapazität. Der Großteil davon stammt aus einem 20 jährigen Vertrag mit Anthropic über 19 Milliarden US-Dollar für 401 Megawatt. Nach TeraWulfs eigenen Angaben beginnt der Umsatz aus diesem Vertrag erst in der zweiten Jahreshälfte 2027, die vollen 401 Megawatt sollen erst Anfang 2028 zur Umsatzbildung beitragen.

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Pipeline gibt Applied Digital zusätzlichen Vorsprung

Neben der bereits vertraglich gesicherten Kapazität zählt für Neoclouds die Größe der Pipeline, denn gesicherte Deals erleichtern die Finanzierung neuer Projekte, während eine große Pipeline künftig lukrativere Verträge ermöglichen kann. Applied Digital verfügt über eine aktive Pipeline von rund 3 Gigawatt, TeraWulf kommt auf etwa 2,1 Gigawatt. Beide Werte enthalten noch keine Flächen oder Kapazitäten, die sich erst in einem frühen Prüfstadium befinden, sodass sich der Abstand rasch verändern kann.

TeraWulf hatte im Jahresverlauf bereits einen Standort in Kentucky mit mehr als 1 Gigawatt Kapazität übernommen, ein ähnlicher Zukauf könnte die Lücke zu Applied Digital schließen. TeraWulf strebt an, die eigene Vertragskapazität jährlich um 250 bis 500 Megawatt zu erhöhen und bis 2030 auf 2 bis 3 Gigawatt zu kommen. Applied Digital hat sich für 2031 ein Ziel von 3 Gigawatt gesetzt, vorausgesetzt es lassen sich jährlich mindestens 500 Megawatt neu verpachten.

Aktie von Applied Digital vs. TeraWulf: Ähnliche Marktkapitalisierung trotz unterschiedlicher Ausgangslage

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Angesichts der größeren Pipeline und der höheren gesicherten Kapazität von Applied Digital überrascht es, dass beide Unternehmen an der Börse fast gleich bewertet werden. Applied Digital kommt auf einen Börsenwert von 7,41 Milliarden US-Dollar, TeraWulf auf 7,55 Milliarden US-Dollar. Dabei weist Applied Digital sowohl einen höheren Umsatz als auch ein besseres Ergebnis aus als TeraWulf, zudem wächst der Umsatz stärker, da zunehmend mehr Vertragsvolumen als Erlös erfasst wird. Aus dieser Kombination von mehr gesicherter Kapazität, größerer Pipeline und solideren Kennzahlen zieht The Motley Fool den Schluss, dass die geringe Bewertungslücke Applied Digital zum "besseren Pick" mache, während TeraWulf nur dann die attraktivere Wahl gewesen wäre, wenn die Bewertungen deutlich weiter auseinandergelegen hätten.

Beide Werte hängen stark von Verträgen ab, deren Umsatzwirkung erst 2027 und 2028 einsetzt. Verzögerungen beim Bau, bei der Netzanbindung oder bei der Anschlussfinanzierung könnten die bislang nur auf dem Papier bestehende Vertragskapazität empfindlich schmälern.

Als nächster Beobachtungspunkt gilt, ob TeraWulf mit einem weiteren Standort ähnlich dem Kentucky-Zukauf die Pipeline-Lücke zu Applied Digital schließen kann oder ob Applied Digital seinen Vorsprung mit neuen Gigawatt-Deals weiter ausbaut. Zusätzlich rückt in den Blick, wie zuverlässig beide Unternehmen die für 2027 und 2028 angekündigte Umsatzrealisierung aus ihren Großverträgen tatsächlich einhalten.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: jackpress / Shutterstock.com

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