Neubesetzung

Commerzbank-Aktie ex Dividende: Weidmann wird auf Commerzbank-Hauptversammlung zum Aufsichtsratschef gewählt


Commerzbank-Aktie ex Dividende: Weidmann wird auf Commerzbank-Hauptversammlung zum Aufsichtsratschef gewählt

Der ehemalige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist neuer Aufsichtsratschef der Commerzbank.

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Das Kontrollgremium wählte den 55-Jährigen nach der Online-Hauptversammlung am Mittwoch einstimmig zu seinem neuen Vorsitzenden, wie das seit Ende Februar wieder im DAX notierte Frankfurter Geldhaus mitteilte. Die bei der Hauptversammlung vertretenen Aktionärinnen und Aktionäre hatten Weidmann zuvor mit 99,2 Prozent Zustimmung als neues Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt.

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Vorgänger Helmut Gottschalk (71) hatte bereits im November öffentlich gemacht, dass er aus Altersgründen nicht mehr antreten wird und in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium Weidmann als seinen Nachfolger vorschlägt. Der Bund ist seit der Rettung der Commerzbank mit Steuermilliarden in der Finanzkrise 2008/2009 größter Einzelaktionär des Instituts mit aktuell 15,6 Prozent Anteil.

Weidmann ist der vierte Aufsichtsratschef der Commerzbank innerhalb von gut drei Jahren. Sein Vorgänger Gottschalk hatte den Aufsichtsratsvorsitz im April 2021 vom erkrankten Hans-Jörg Vetter übernommen. Dessen Vorgänger Stefan Schmittmann hatte im Sommer 2020 nach harscher Kritik des US-Finanzinvestors Cerberus hingeschmissen.

Weidmann kennt die heute teilverstaatlichte Commerzbank aus schwierigen Zeiten: Als sich das Institut in der Finanzkrise 2008/2009 mit der Dresdner-Bank-Übernahme übernommen hatte und mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrt werden musste, war Weidmann als einer der führenden Berater der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Kanzleramt. Der gebürtige Solinger gehörte damit zur Gruppe der Spitzenbeamten, die Rettungspakete für strauchelnde Banken schnürte.

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Im Alter von 43 Jahren übernahm Weidmann im Mai 2011 als bisher jüngster Bundesbank-Präsident aller Zeiten den Posten bei der Notenbank in Frankfurt von Axel Weber, der im Streit über die Anti-Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hingeworfen hatte. Auch Weidmann warnte stets vor einer ausufernden Geldpolitik. Die Weichen für den beruflichen Wechsel stellte er Ende 2021: Zum 31. Dezember 2021 trat Weidmann als Bundesbank-Präsident zurück.

Die Geschäfte bei der Commerzbank liefen zuletzt wieder besser, zusätzlich beflügelt von der Zinswende. Im vergangenen Jahr verdiente die Commerzbank mit gut 1,4 Milliarden Euro so viel wie seit 2007 nicht mehr. Nach einem Gewinnsprung im ersten Quartal 2023 bekräftigte Konzernchef Manfred Knof bei der Hauptversammlung die Absicht, im laufenden Jahr den Überschuss deutlich zu steigern.

Die Commerzbank habe "als führende Bank für den Mittelstand eine Schlüsselrolle", zitiert die Commerzbank Weidmann in der Mitteilung zu seiner Wahl. "Dank der erreichten Fortschritte bei ihrer Transformation ist die Bank heute wieder in einer guten Position, die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes mitzugestalten."

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Fondsmanagerin Alexandra Annecke von Union Investment hatte bei der Hauptversammlung zuvor gesagt, Gottschalk übergebe seinem Nachfolger "eine Bank mit Potenzial", die Sanierung zeige gute Fortschritte, sei "aber noch nicht abgeschlossen".

Dennoch sollen auch für die Aktionärinnen und Aktionäre des Geldhauses wieder bessere Zeiten anbrechen: Für das abgelaufene Geschäftsjahr gibt es eine Dividende von 20 Cent je Aktie. Diese dritte Gewinnausschüttung des Instituts seit der Rettung in der Finanzkrise soll nach dem Willen des Vorstandes erst der Anfang sein.

Im XETRA-Handel wurde die Commerzbank-Aktie am heutigen Donnerstag ex Dividende gehandelt. Sie gewinnt schließlich 0,66 Prozent auf 9,46 Euro.

/ben/DP/stw

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Frank Gaertner / Shutterstock.com, mf

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07.08.26 Commerzbank Neutral JP Morgan Chase & Co.
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06.08.26 Commerzbank Neutral JP Morgan Chase & Co.

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